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Morgengruß von Helmut Harff: Keine Gewalt

… gegen niemand

Heute wird weltweit der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen begangen. Wobei das Wort begangen wohl nicht passend ist. So einen Tag kann man nicht begehen, man muss alles dafür tun, dass er schnellstens überflüssig wird.

Gewalt gegen Frauen ist – so befürchte ich – so alt wie die Menschheit. Das ist allerdings alles andere als eine Entschuldigung dafür, dass wir uns zumindest an dieser Stelle nicht weiter entwickelt haben. Gewalt gegen Frauen ist immer noch ein Mittel in Kriegen und anderen Auseinandersetzungen, die zumindest fast immer von Männern angezettelt und betrieben werden. Gewalt gegen Frauen gibt es aber auch ansonsten an jedem Ort, zu jeder Zeit und unabhängig von der sozialen Stellung von Opfern und Tätern.

Bisher hat noch niemand auch nur den Anflug einer Idee gehabt – zumindest habe ich noch nie von einer etwas gehört – wie man Gewalt gegen Frauen, aber auch Gewalt gegen Kinder und gegen Männer verhindern kann. Es ist schon eigentümlich, dass Gewalt so zu unserer Geschichte, zu unserer Gegenwart und ziemlich sicher auch zu unserer Zukunft gehört. Es scheint so, dass jeder Mensch in der Lage ist, gegen andere Menschen Gewalt auszuüben. Es ist auch sicher, dass Frauen davon mehr als Männer betroffen sind. Das sagen zumindest alle Zahlen, wenn man unter Gewalt nur oder hauptsächlich körperliche Gewalt versteht.

Doch nicht nur Frauen werden Opfer von Gewalt. Auch Männer leiden darunter – wenn auch anders. Sie werden in Kriegen nicht vergewaltigt oder als menschliche Schutzschilde verwendet. Sie werden von Granaten zerfetzt, erschossen oder sterben an Giftgas. Es gibt aber auch häusliche Gewalt gegen Männer. Im Deutschlandradio Kultur war in einer Sendung zur häuslichen Gewalt davon die Rede, dass jedes fünfte Opfer ein Mann ist. Das Feature über dieses tabuisierte Phänomen wurde übrigens  mit dem Journalisten-Preis des "Weißen Ring" ausgezeichnet.

Es tut sich also etwas, auch wenn das garantiert kein Thema an einem Männerstammtisch ist. Ein Mann, der sich outet, ein Opfer häuslicher Gewalt zu sein, wird als Weichei angesehen, erleidet auch noch psychische Gewalt - von nahezu allen Seiten. Einer Frau wird schneller geglaubt, schneller Hilfe angeboten. Diese Ungleichbehandlung von männlichen und weiblichen Gewaltopfern muss sich schnellstens ändern.

Damit das passiert muss vor allem eines passieren: Gewalt gegen andere Menschen muss in jedem Fall geächtet werden. Niemand darf hier weg sehen, niemand darf Gewalt tolerieren. Ich meine dabei aber nicht nur körperliche sondern auch seelischer Gewalt. Ich meine auch Liebes- und Sexentzug, ich meine den anderen psychisch so unter Druck zu setzen, dass er leidet, seelisch und körperlich leidet und leider den Ausweg nur in Drogen, in Gewalt gegen noch schwächere oder im Selbstmord sieht.

Wie wäre es, wenn wir ab 2018 am 25. November nicht mehr den Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, sondern den Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Menschen dazu benutzen, um auf genau dieses Thema aufmerksam zu machen.

Ich frühstücke jetzt erst einmal – garantiert gewaltfrei.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 25.11.2017

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