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21.07.2018

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Schwarzarbeit

… eine der Totsünden in Deutschland

Hört man sich in Deutschland mal so um, was zu den Totsünden gehört, die ein Bundesbürger begehen kann, so fällt garantiert das Stichwort Schwarzarbeit. Dabei wird – und darin sind wir wirklich gut – so gut wie nie differenziert. Man schüttet alles in einen Sack und schlägt drauf. Es wird schon den richtigen treffen.

Dabei bin ich mir sicher, dass die, die da prügeln, selber in den Sack gehören. Warum? Weil ich noch nie auf einen Menschen gestoßen bin, der nicht schon mal selber schwarz gearbeitet hat oder für Schwarzarbeit bar und abgabefrei bezahlt hat. Sollte es doch jemand geben, entschuldige ich mich bei demjenigen. Das allerdings nicht ohne den Hinweis darauf, doch noch mal sehr genau nachzudenken.

Und hier ist das Problem. Was sehen wir als Schwarzarbeit an? Klar, die unangemeldete Aushilfe in einer Gaststätte arbeitet schwarz. Auch der Handwerker, der gerade seinen Rechnungsblock nicht findet, will sein Geld weder mit einer Sozialkasse noch mit dem Finanzminister teilen. Doch wer wirft hier den ersten Stein? Was soll angesichts einer überbordenden und völlig undurchsichtigen Bürokratie ein Gastronom machen, wenn doch die Sonne scheint und die Ausflügler strömen? Was soll der Handwerker machen, wenn er für wenige Stunden eine helfende Hand braucht? Jemand für einige Stunden einstellen? Zu einem Amt gehen und nach einer kurzfristig verfügbaren Arbeitskraft fragen? Das können Sie ja mal probieren. Eher macht Donald Trump CNN zum Regierungssender und tritt zeitgleich zum Islam über, als man so auch nur eine Arbeitskraft bekommt.

Und wie sieht es bei uns aus? Da wird gerade in einer Bertelsmann-Studie davon berichtet, dass wir Deutschen besser als vor 20 Jahren zusammen halten. Wenn dem so ist, warum soll man sich denn nicht auch untereinander helfen? Helfen? Bei der alten Nachbarin den Rasen mähen und dafür einige Euros kassieren, das geht ja vielleicht gerade noch. Doch wie ist es, wenn man dem Nachbarn beim Bau der Garage, beim Decken des Daches, beim Reparieren des Traktors oder beim Einrichten des Rechners hilft, ohne das man den Dankeschön-Euroschein dem Finanzamt anzeigt? Ist das dann schon Schwarzarbeit oder noch Nachbarschaftshilfe? Fragen Sie mal bei Ihrem Finanzamt nach – oder doch lieber nicht.

Wie ist das, wenn man sonst Hilfe braucht? Wenn man mal einen Babysitter braucht, wenn man mal sonst eine helfende Hand benötigt, wenn man am 24. Dezember nicht selber als Weihnachtsmann den Nachwuchs bespaßen will? Dann kann man sich an eine Firma wenden. Man kann aber einfach auch mal rumfragen, ob nicht jemand gegen eine spontane Entlohnung diese Dienstleistung erbringen will.

Heißt das nun, dass man Schwarzarbeit einfach tolerieren soll? Ja und nein. Gegenseitige Hilfe, auch gegen eine Entlohnung gab es schon immer und wird es auch immer geben. Wenn der Staat das eindämmen will, was ich aus seiner Sicht verstehen kann, dann muss er es uns allen so einfach wie möglich machen, jemand schnell mal zu engagieren oder sich engagieren zu lassen. Das würde die Schwarzarbeit  ganz sicher nicht verschwinden lassen, aber es zumindest Unternehmern ermöglichen, nicht ständig mit einem Bein im Gefängnis zu stehen. Doch eher bekommen wir zeitnah eine Eiszeit, als der Staat auf seine überbordende Bürokratie verzichtet. So gesehen gibt es vor allem einen, der Schwarzarbeit so fördert wie kein anderer: Der Staat.

Frei von Schwarzarbeit ist heute mein Frühstück. Wobei, muss ich jetzt das Trinkgeld beim Finanzamt melden, dass ich von meinen Nachbarn bekomme, weil ich denen Frühstücksbrötchen von unserem Lieblingsbäcker mitbringe?

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück. Seien Sie nett zu Ihrer Haushaltshilfe.

 


Veröffentlicht am: 12.12.2017

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