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Wirtschafts-News vom 24. Januar 2018

Michael Weyland informiert...


(Michael Weyland) "In Deutschland kann man heutzutage immer schneller in einen Streit verwickelt werden", beschreibt man bei ADVOCARD, dem Rechtsschutzversicherer der Generali in Deutschland, die Streitlage der Nation. "Die Frage, wer Recht hat, wird immer öfter juristisch geklärt.

Es wird immer mehr gestritten, zunehmend auch wegen eher geringer Streitwerte. Dies liegt sicherlich auch an der steigenden Anzahl von Gesetzen und Verrechtlichung der Gesellschaft." Zudem streitet Deutschland verbissener: "Bis ein Streit endlich beigelegt werden kann, dauert es immer länger",

Dies belegt "Deutschlands großer Streitatlas 2017", die Neuauflage einer großangelegten Studie, die erstmals im Jahr 2013 durchgeführt wurde. Seit dem Zeitpunkt der ersten Erhebung wurden insgesamt 1,7 Millionen Streitfälle des Versicherers ausgewertet.  Der Studie zufolge ist das Streitaufkommen bundesweit um 2,8 Prozentpunkte auf 25,1 Prozent gestiegen. Berlin streitet, wie auch schon in den Jahren zuvor, unter allen Bundesländern am meisten. Besonders streitfreudig ist auch Nordrhein-Westfalen: Gerade das Bundesland, das für seinen Frohsinn bekannt ist, rangiert in Sachen Streit unter den Bundesländern auf Platz zwei - unter den Flächenstaaten damit auf Platz eins. Allein sieben Städte in der Liste der Top-10-Streitstädte liegen in NRW. Die Bremer hingegen scheinen eher um Ausgleich bemüht zu sein: Das kleinste Bundesland ist das einzige, in dem das Streitaufkommen stabil geblieben ist (- 0,3 Prozentpunkte). Unter den Städten ist und bleibt Leipzig Deutschlands unangefochtene "Zoffhochburg" (33,2). 

Die Ursachen für Rechtsstreitigkeiten sind vielfältig. Es lassen sich jedoch fünf Ursachenfelder abstecken, auf denen Streit besonders gut gedeiht: Auf Platz eins steht das Privatleben (40,1 Prozent aller Streitfälle) mit all seinen Facetten z.B. Streit mit dem Reiseveranstalter, an zweiter Stelle folgt der Straßenverkehr (27,9 Prozent) - hier liegt auch der stärkste Zuwachs (+ 3,2 Prozentpunkte).  Das Arbeitsumfeld (13,4 Prozent) belegt den dritten Platz, auf Platz vier kommt der Bereich Wohnen (11,2 Prozent) und auf fünf Behörden und Finanzen (7,5 Prozent).   Männer sind offenbar sehr viel mehr auf Krawall gebürstet als Frauen. Über zwei Drittel aller Streitigkeiten werden von Männern ausgetragen (67,1 Prozent). Auch wenn der biologische Beweis bisher fehlt: Das Streit-Gen scheint auf dem Y-Chromosom zu liegen. Ein differenziertes Bild ergibt sich, betrachtet man die Geschlechter getrennt: Verkehrsstreitigkeiten sind bei Männern (30,6 Prozent) weitaus häufiger der Grund für Konflikte als bei Frauen (22,4 Prozent).  Für Frauen dagegen bietet der Bereich Wohnen & Mieten deutlich öfter Anlass zu Streit (13,3 Prozent) als für Männer (10,1 Prozent).

Diesen Beitrag können Sie nachhören oder downloaden unter:
www.was-audio.de/aanews/News20180124_kvp.mp3

 


Veröffentlicht am: 24.01.2018

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