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Morgengruß von Helmut Harff: Ratlosigkeit

Keiner weiß wohin die Reise geht...

Ich bin wie jedes Jahr unterwegs. Nein, mich zog es nicht nach Davos sondern in den schneefreien Harz, genauer nach Goslar und noch genauer ins Kloster Wöltingerode. Dahin lädt jedes Jahr im Rahmen des Verkehrsgerichtstages das Goslar-Institut zum Goslar-Diskurs.

Thema dieser von der Versicherung HUK-Coburg getragenen Veranstaltung war "HASE UND IGEL: Wie man vom Pkw oder von der Police zum Mobilitätsservice kommt", So sperrig das Thema, so ratlos die Gesichter. Ich habe selten so viel ratloses Gestammel, so viel "man müsste", "man sollte", "man muss darüber nachdenken" gehört wie am gestrigen Abend. Der wurde im Übrigen von der n-tv-Moderatorin Carola Ferstl moderiert, die nicht nur die vier Diskutanten gut im Griff hatte, sondern augenscheinlich sehr viel von der Materie versteht.

Doch worum ging es eigentlich? Schlicht um unsere zukünftige Mobilität und wer daran wie verdient. Um es gleich zu sagen, auch nach dem gestrigen Abend weiß ich das nicht. Sind es die Autobauer, sind es die Versicherer? Keine Ahnung! Für mich ist nur eines klar geworden - deutsche Firmen sind das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Die Sieger kommen - so Stand heute - wohl aus den USA und heißen Google, Facebook und Co..

Vielleicht zwei Äußerungen von Guido Reinking, dem Fachjournalisten in der Diskutantenrunde: "Warum entwickelt Google ein autonom fahrendes Auto? Weil der durchschnittliche US-Amerikaner täglich drei Stunden im Auto sitzt und in der Zeit nichts im Internet kaufen kann. Die Zeit will Google". Er meinte auch und bekam dafür viel Zustimmung: "Im Internet gibt es nur einen Gewinner, es gibt keinen zweiten oder dritten".

Der Kollege wollte damit sagen, dass für uns hierzulande der Zug längst abgefahren ist, weil zukünftig der, der nicht nur unsere Daten sammelt, sondern die dafür einsetzt, uns tolle Angebote zu machen, derjenige ist, der das Geschäft macht. Eine geäußerte Vision war dann auch, dass man sein Auto ähnlich nutzt wie heute Google. Man fährt und bekommt dafür Angebote, die speziell auf den Einzelnen zugeschnitten sind.

Bis wir allerdings solche Visionen in Deutschland umsetzen können, brauchen wir überhaupt erst einmal ein flächendeckend gut funktionierendes Internet, wir brauchen viel mehr Fachkräfte und - und davon bin ich felsenfest überzeugt - wir brauchen viel weniger Bedenkenträger. Man stelle sich mal vor, es hätte vor 200, vor 150, vor 100 Jahren so viele Bedenkenträger wie heute gegeben, Es gäbe keine Dampfmaschinen, keine Eisenbahn, keine Autos und keine Elektrizität. Wir hätten nicht einmal eine Kanalisation.

Ehrlich, die gestrige Veranstaltung, an der über 150 Fachleute und Journalisten (zumeist auch Fachleute) teilgenommen haben, hat mir nicht viel Mut gemacht, hat mir eher gezeigt, wo wir in Deutschland stehen. So gesehen war es ein sehr guter Abend, eine sehr aufschlussreiche Diskussion, denn wie sonst soll man erst einmal Defizite erkennen.

Benennt man die nicht, hat man auch keine Chance, sie zu überwinden, sich wieder an die Spitze einer Entwicklung zu setzen, von der  niemand so richtig weiß, wo sie hingeht.

Ach ja, das Elektroauto hielt keiner meiner Gesprächspartner für das Modell der Zukunft, maximal für einen Zwischenschritt.

Meine Schritte führen mich jetzt zum Frühstücksbuffet hier im Kloster Wöltingerode. Das ist wirklich einen Besuch wert.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 26.01.2018

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