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17.07.2018

 

 

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Tipps gegen Einbaufehler

... von BILSTEIN

Uns bei BILSTEIN liegt genauso viel an Ihrer Kundenzufriedenheit wie Ihnen. Aus diesem Grund haben wir für Sie zehn typische Einbaufehler zusammengetragen, die in der Praxis gerne einmal unterlaufen.

Damit können Werkstätten ihre Kompetenz als Fahrwerkexperte steigern und einen reibungslosen Stoßdämpferwechsel garantieren.

Verspannter Einbau von Stoßdämpfern


Sehen Sie davon ab, den Stoßdämpfer schon fest anzuziehen, wenn das Fahrzeug noch auf der Hebebühne steht und die Räder frei hängen.
Richtig:
Federbeine und Dämpfer, die in Gummiaufhängungen gelagert sind, dürfen erst angezogen werden, wenn das Fahrzeug wieder auf dem Boden steht (K0-Lage). Andere Befestigungen (z. B. Schellen) müssen vor dem Herablassen des Fahrzeugs angezogen werden.
 
Aus- und Einbau der Stoßdämpfer / Fahrwerkteile durch Schlagschrauber

Beim Aus- und Einbau der Stoßdämpfer / Fahrwerkteile mit einem Schlagschrauber (auch Zange an der Kolbenstange / Dämpferrohr) können die Stoßdämpfer beschädigt werden sowie später Geräusche entstehen. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich die Verschraubung des Arbeitskolbens an der Kolbenstange löst. Die Kolbenstange könnte dann beim Gasdruckstoßdämpfer aus dem Stoßdämpfer herausschießen (Achtung: Gefahr!). Beim Einsatz einer Zange wird außerdem die fein gearbeitete Oberfläche – gemittelte Rautiefe (Rz) = 0,2 µm – beschädigt.
Richtig:
Immer das vorgeschriebene / geeignete Werkzeug nutzen. Niemals Werkzeug (z. B. Zange) an der Kolbenstangenoberfläche ansetzen.
 
Falsche Anzugsdrehmomente

Häufig wird beim Einbau von Fahrwerkkomponenten mit zu viel oder zu wenig Anzugsdrehmoment gearbeitet. Dadurch kann es später zu Geräuschen, fehlerhaften Funktionalitäten und Beschädigungen kommen.
Richtig:
Fahrwerkkomponenten müssen immer mit Spezialwerkzeugen und dem richtigen Anzugsdrehmoment angezogen werden.

Ablassen des Fahrzeugs mit druckloser Luftfeder


Vielfach wird bei neu eingebauter Luftfeder das Fahrzeug direkt komplett von der Hebevorrichtung auf den Boden gelassen. Somit steht es mit druckloser Luftfeder auf dem Boden. Dadurch wird die Luftfeder beschädigt und fällt innerhalb kürzester Zeit aus.
Richtig:
Niemals das Fahrzeug mit druckloser Luftfeder von der Hebeeinrichtung nehmen. Richten Sie sich nach den Herstellervorgaben und nutzen Sie ein Diagnosegerät, um die Luftfeder zu entleeren, zu befüllen und den Fehlerspeicher auszulesen.



„Verspannung“ des Fahrwerks


Werden bei einer Tiefer- oder Höherlegung des Fahrzeugs die Fahrwerkkomponenten nicht „spannungsfrei“ gemacht, ist eine „Verspannung“ des Fahrwerks möglich. Das führt häufig zu einem suboptimalen Fahrverhalten und dazu, dass die erhoffte Tieferlegung nicht erreicht wird und die Gummi-Metall-Verbindungen schneller verschleißen.
Richtig:
Nach einer Tiefer- oder Höherlegung des Fahrzeugs müssen alle Komponenten des Fahrwerks an die neue Fahrzeughöhe angepasst werden. Dazu lösen Sie einfach alle Gummi-Metall-Verbindungen des Fahrzeugs, bewegen es und ziehen dann auf der befahrbaren 4-Säulen- / Scherenhebebühne alle Fahrwerkkomponenten in der neuen Position mit dem vorgeschriebenen Drehmoment fest.
 
Keine vollständige Prüfung / Ersatz aller Fahrwerkteile

Oft werden nicht alle Bauteile des Fahrwerks geprüft und bei Bedarf ersetzt, z. B. Feder, Stützlager, Druckanschläge, Schutzrohre, Fahrwerkelektronik, Kompressoren etc.
Richtig:
Alle Komponenten müssen geprüft und ggf. ersetzt werden. Bei Fahrzeugen mit Luftfederung sollten zusätzlich die Kompressoreinheit mit Relais sowie die Druckluftleitungen überprüft werden.

Falsche Einstellhöhe des Federtellers bei Gewindefahrwerken

Die falsche Federtellerhöhe kann dazu führen, dass die Feder keine Vorspannung hat. Beim System mit einer nebenstehenden Feder kann diese verkanten oder herausfallen. Der Dämpfer geht in den Druckanschlag, weist einen schnellen Pufferverschleiß auf und lässt nicht genügend Einfederweg zu. (Dies muss auch bei einer TÜV-Abnahme berücksichtigt werden). Wenn der Federteller zu hoch eingestellt ist, geht der Dämpfer in den Zuganschlag und verfügt über einen zu geringen Ausfederweg. Es besteht die Gefahr, dass die Feder auf Block geht. Die Folge falscher Federtellerhöhe: ein suboptimales Fahrverhalten.
Richtig:
Beim Gewindefahrwerk kann die Federtellerhöhe verändert werden, jedoch nur in einem bestimmten Bereich. Die Daten stehen im Gutachten und müssen eingehalten werden.

Falsche Montage von Anbauteilen

Oft werden Anbauteile falsch montiert oder fehlen (z. B. Federteller, Hülsen usw.). Fehlt beispielsweise die Stützscheibe des Domlagers kann das Fahrzeug / Fahrwerk beschädigt werden.
Richtig:
Zum Stoßdämpfer gehören einige Anbauteile. Diese müssen korrekt montiert werden, um eine einwandfreie Funktion des Stoßdämpfers zu gewährleisten.
 
Falsche Artikelbestellung

Gelegentlich werden falsche Artikel für das jeweilige Fahrzeug bestellt und damit auch falsch zugeordnet. Bitte bedenken Sie: Golf ist nicht gleich Golf und Mercedes nicht gleich Mercedes.
Richtig:
Die zu verwendenden Artikel müssen in den Katalogen oder Teilesystemen der Händler herausgesucht werden. Die richtige Zuordnung ist entscheidend. Achten Sie auf Motorisierung etc. Im BILSTEIN-Online-Katalog finden Sie Hinweise auf die korrekte Zuordnung. Vergleichen Sie außerdem vor jedem Einbau die einzubauenden Artikel.
 
Fehlende Kontrolle der Achsgeometrie

Oft wird vergessen, die Achsgeometrie des Fahrzeugs nach Tausch der Fahrwerkkomponenten zu überprüfen. Eine falsche Achsgeometrie führt zu einem schlechten Fahrverhalten sowie übermäßiger Beanspruchung der Fahrwerkkomponenten.
Richtig:
Sobald ein Teil aus dem Fahrwerk ersetzt worden ist, muss die Achsgeometrie mit dem dafür vorgesehenen Werkzeug bzw. der geeigneten Maschine überprüft werden. Auch bei Fahrzeugen / Achsen, bei denen man die Achswerte nicht verändern kann, müssen diese überprüft und ggf. weitere Defekte am Fahrzeug behoben werden.

Foto: Copyright BILSTEIN 2018

 


Veröffentlicht am: 28.01.2018

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