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21.07.2018

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Merkwürdigkeiten

… beim Umgang mit der Geschichte

In den vergangenen Tagen begegnete ich drei Merkwürdigkeiten, dreimal einen sehr merkwürdigen Umgang mit der Geschichte.

Die erste Geschichte stammt aus Polen. Ja, ich meine das Holocaust-Gesetz. Selbstverständlich kann ich verstehen, dass Polen sich  mit allen Mitteln dagegen wehrt, dass die Konzentrationslager, die in der Nazizeit auf ihrem heutigen Staatsgebiet errichtet wurden, in dem Millionen Menschen ermordet wurden, als „polnische Konzentrationslager“  bezeichnet werden. Doch im gleichen Atemzug die Behauptung unter Strafe zu stellen, dass es Polen gab, die mit den Deutschen zum Beispiel bei der Verfolgung von Juden zusammengearbeitet haben, ist mehr als verstörend.

Sehr, sehr merkwürdig fand ich auch einen Bericht im Radio, in dem es darum ging, dass ein Lehrer seinen Schülern mehr Wissen über die DDR vermitteln wollte. Eigentlich ein löblicher Entschluss. Der Lehrer fuhr mit seiner Klasse nach Erfurt und besuchte dort eine Firma, die Öfen für die Krematorien in den deutschen Massenvernichtungslagern bauten und eine Stasi-Gedenkstätte. Der Lehrer scheint von der DDR noch weniger zu wissen, als seine Schüler. Als die Öfen gebaut wurden, gab es keine DDR und wer den untergegangenen Arbeiter-und Bauern-Staat  auf die Stasi reduziert, sollte wohl nicht unterrichten.

Man stelle sich vor, eine Klasse aus Frankfurt/Oder will etwas über die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland erfahren und besucht aus diesem Grund die Zellen, in denen sich die RAF-Mitglieder erschossen haben und fahren anschließend  zu einer Dienststelle des Verfassungsschutzes. Was bekommen diese Schüler wohl für ein Deutschlandbild?

Und dann war da gestern der 75. Jahrestag der Kapitulation der 6. Deutschen Armee in Stalingrad und damit der Jahrestag der Wende im 2. Weltkrieg. Ich verstehe, dass man den Sieg über Nazideutschland mit allem Pomp feiert. Verständlich auch, dass sich Putin die Gelegenheit nicht entgehen lässt, militärische Stärke zu zeigen. 

Ich habe aber riesige Probleme, wenn behauptete wird, dass damit die Befreiung vom Faschismus begann. Die Niederlage von Deutschland war nicht mehr und nicht weniger als der Sieg eines Massen-und Völkermörders über den anderen. Stalin war eben kein Deut besser als Hitler und die Sowjetbürger folgten Stalin genauso wie die Deutschen Hitler. Beiden war ihr Volk egal, beide wollten die Macht - und das möglichst weltweit.

75 Jahre nach Stalingrad, 73 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz – und die wenigen Überlebenden wurden wirklich befreit – und fast 28 Jahre nach dem Ende der DDR kann man wohl erwarten, dass man sich um ein differenziertes Geschichtsbild bemüht und sich endlich von einseitigen Klischees verabschiedet. Geschichte ist – und das hat sie mit der Gegenwart gemeinsam – sehr vielschichtig. Wir sollten uns also viel mehr darum bemühen, genauer hinzusehen, nicht alles nachzuplappern. Wir sollten uns bemühen, selber nachzudenken und zu bewerten. Sonst können wir von der Geschichte nichts lernen.

Die Geschichte lehrt auch, dass ein Tag ohne Frühstück kein guter Tag ist.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 03.02.2018

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