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Morgengruß von Helmut Harff: Auf dem roten Teppich

Ein Blick nach Berlin…

Heute beginnt in Berlin die Berlinale. Nun bin ich nicht wirklich ein Cineast, gehe eigentlich nur höchst selten ins Kino. Wenn ich etwas an der Berlinale mag, dann sind es die Partys. Für mich ist dieses wohl weltweit größte Publikums-Filmfestival nicht wirklich der Nabel der Welt.

Und doch, sehe ich selbstverständlich hin, höre und sehe, was da läuft, welche Filme gezeigt werden, wer die silbernen und den goldenen Bären bekommt. Wie gesagt, manchmal treibt es mich auch an und über den roten Teppich. Leider hielt der zumeist nicht, was man so aus Venedig, Cannes oder von den Golden Globe- oder Oscar-Verleihungen kennt. Glamour scheint uns Deutschen irgendwie nicht zu liegen.

Man sieht nur selten wirklich große Roben, dafür eher – um es mal freundlich zu sagen – schlicht gekleidete Männer. Zum Lächeln in die Kameras muss man viele eher zwingen und Mikrofone scheinen für viele der Damen und Herren so eklig wie ein Insekten-Büffet zu sein. Auch Autogramme zu geben, scheint für viele eher eine lästige Pflicht zu sein. Wie gesagt, ich rede hier über deutsche Mimen – zumindest über sehr viele.

Nun hat ja die Filmwelt ein Thema, das eigentlich nur ein Filmstoff sein sollte – der Missbrauch von Frauen. So es den wirklich gab – bisher gibt es ja „nur“ Vorwürfe und keine Verurteilungen oder wirkliche Geständnisse – muss hier ein deutliches Stoppzeichen gesetzt werden. Wie das auf einem Filmfest aussehen kann, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es nicht das absolut dominierende Thema sein darf. Damit schadet sich die Branche, damit suggeriert man, dass alle Frauen, die da über den roten Teppich laufen, Opfer von sexuellen Übergriffen wurden und man suggeriert, dass alle Männer Grabscher oder noch schlimmeres sind.

Noch mehr verwundert mich, dass mit Verweis auf die #MeToo-Debatte die Schauspielerin Anna Brüggemann fordert, auf die klassische Rollenverteilung in der Kleiderordnung zu verzichten. Sie moniert, dass Kolleginnen sich in Kleider oder Schuhe zwängten, nur um anderen zu gefallen. Für mich klingt das danach, dass die Frauen für die sexuellen Übergriffe selber verantwortlich sind. Bisher dachte ich immer, dass nur Männer denken: Selber schuld, dass ihr jemand an die Wäsche will, wieso trägt sie keine. Dass so etwas nun von einer Frau kommt, kann ich nicht verstehen.

Ich weiß auch nicht, wer Frau vorschreibt, bei eisigem Schneetreiben im hauchdünnen Sommerkleidchen und in offenen High Heels über den roten Teppich zu marschieren. Das mag ja nett aussehen, doch verständlich ist es nicht. Ich glaube auch nicht, dass Männer das verstehen. Ich glaube auch nicht, dass Frau so an Rollen kommt. Wenn alle sehr leicht bekleidet unterwegs sind, sind die Chancen auf eine Rolle ja wohl nicht größer, als wenn alle dem Wetter angemessen unterwegs wären.

Was mir allerdings auch auffällt ist, dass überall über die aufregendsten Outfits der Frauen berichtet wird – vor allem in solchen Medien, die hauptsächlich von Frauen konsumiert werden. Da gibt es die Einteilung nach top und flop, nach unmöglich und Ikone. Mal ehrlich, welchen Mann interessiert das.

Liebe Frau Brüggemann, ja, Männer sehen gern schön angezogene Frauen, Männer haben auch Phantasien, doch deshalb werden sie nicht übergriffig. Das hat ganz sicher andere Gründe, sonst würden ja wohl nie Joggerinnen oder schlicht gekleidete Studentinnen auf ihrem Campus oder Frauen in Altenheimen Opfer von sexueller Gewalt.

Doch warum einige Männer, warum Männer im Filmbusiness ein Nein nicht als ein Nein akzeptieren, darüber muss man reden – egal wie man gerade angezogen ist. Das ist nämlich Privatsache – auch ob und wie viel Haut Frau und Mann auf dem roten Teppich zeigen will.

So, nun gibt es Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und allem Filmfans tolle Streifen auf der Berlinale.

 


Veröffentlicht am: 15.02.2018

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