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Morgengruß von Helmut Harff: Freie Fahrt

… für urbane Bürger?

Nun haben wir mal wieder eine Diskussion darüber, wie wir uns in den Städten – nur da? - fortbewegen sollen. Diesmal geht es nicht um das Elektroauto, es geht nicht einmal um das Radfahren. Die Politik möchte, dass wir mit öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs sind – und das umsonst.

Das ist auf den ersten und sogar auf den zweiten Blick eine gute Idee. Überall, zu jeder Tages- und Nachtzeit fahren Bahnen und Busse. Die fahren in engen Taktzeiten, sind sauber und pünktlich. Die öffentlichen Verkehrsmittel bieten Platz für viele Kinderwagen, Fahrräder, Gepäck, Einkäufe – auch größere vom Baumarkt - und für die allermeisten auch einen bequemen Sitzplatz. Die Bahnen und Busse sind im Winter warm und im Sommer angenehm temperiert. Niemand muss weiter als 200, 300 Meter bis zur nächsten wind- und regengeschützten, sauberen Haltestelle laufen, in der man nicht friert und umsteigen ist sehr bequem. Es gibt keine Stufen oder gar Treppen.

Ich weiß, das Leben ist kein Wunschkonzert. Doch wenn die Menschen auf ihr Auto verzichten sollen, dann muss es ein Angebot geben, das dem Auto zumindest nahe kommt. Dazu zählt auch, dass der öffentliche Personennahverkehr  eben umsonst – und das bitte bundesweit – zu benutzen ist. Wenn dann die Autofahrer ihre fahrbaren Untersätze abschaffen, wäre die Welt rosarot.

Wäre, wenn da nicht ein kleiner Haken wäre: Das Ganze kann niemand bezahlen. Und selbst wenn, Geld allein macht auch hier nicht glücklich. Warum? Hier ein Beispiel: Das Berliner Nahverkehrsunternehmen BVG hat nach eigenen Angaben täglich mehr als 1.300 Busse auf der Straße. Will man nun die meisten PKW-Nutzer mit den Bussen transportieren, die Taktzeiten verringern und das 24 Stunden jeden Tag, so müsste die Busflotte sicherlich verdrei-  wenn nicht verfünffacht  werden. Das sind dann mal schnell 5.000 oder mehr Busse. Die sollen dann auch noch mit Strom fahren.
 
Die Busse müssen nicht nur dastehen. Es braucht auch Servicepersonal und vor allem Fahrer. Bei einem 24-Stundeneinsatz sind das je Bus schätzungsweise fünf Fahrer. Wenn ich richtig rechne, bräuchte die BVG so 25.000 zusätzliche Fahrer.

Man braucht aber auch Stell- und Wartungsplätze für so viele Busse. Von Ladestationen und dem benötigten Strom gar nicht zu reden. Wenn sich die Ladezeit für die Busse nicht auf unter eine Stunde verringert, steigt die Zahl der benötigten Busse noch einmal drastisch.

Da steht nicht nur die Frage, wer das bezahlen soll. Da braucht es tausende neue Arbeitskräfte. Ob wir so viele Menschen, die nach Deutschland kommen wollen, zu Berliner Busfahrern ausbilden können?

Ehrlich, ich habe noch nie einen wirklich vernünftigen Vorschlag gehört, wie man sich einen innerstädtischen Verkehr ohne Auto, ohne Auto mit Verbrennungsmotor vorstellt. Alles sind entweder leichte Ergänzungen oder total hirnrissige Vorschläge.

Wie wäre es, wenn wir dazu übergehen, kleine, leichte, nicht so hochmotorisierte Autos zu bauen? Wie wäre es, wenn die Politik in Deutschland und der EU der Autoindustrie vorschreibt, dass Autos nur noch unter 4 Liter Treibstoff im realen Verkehr verbrauchen dürfen, wenn sie nur noch 100 PS haben dürfen und nicht mehr als voll betankt 600 bis 700 Kilo wiegen dürfen? So ein Auto würde weniger Schadstoffe – auch weniger Feinstaub – produzieren, wäre billiger, kleiner und wendiger als die heutigen Autos. Und, solche Autos wären eine echte Chance zu zeigen, was deutsche Ingenieurskunst vermag.

Ich vermag jetzt nur Frühstücksbrötchen zu holen. Dazu brauche ich weder Auto noch Bus.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 16.02.2018

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