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Oscar-Fluch im Realitätscheck

Ist der Goldjunge wirklich ein Beziehungskiller?

Vom Oscar-Fluch ist immer wieder die Rede, wenn kurz nach der Auszeichnung mit dem begehrten Goldjungen die Beziehung in die Brüche geht. Opfer seien vor allem die weiblichen Darstellerinnen. Am 4. März 2018 ist es wieder soweit und der begehrte Filmpreis wird in 24 Kategorien vergeben.

Die Berliner Psychologin und Paartherapeutin Diana Boettcher, die beruflich Paaren bei Ehekrisen und Beziehungsproblemen hilft, hat die diesjährige Verleihung zum Anlass genommen, um dem Gerücht auf den Grund zugehen: Gibt es den Oscar-Fluch wirklich und sind Frauen eher davon betroffen? Für ihre Studie hat Diana Boettcher die Oscar-Gewinner und Nominierten der Kategorien "Beste/r Haupt- und Nebendarsteller/in" und deren Beziehungsstatus kurz nach der Verleihung der letzten elf Jahre untersucht.

Oscar-Fluch trifft vor allem die männlichen Hauptdarsteller


Entgegen dem Mythos werden eher die männlichen Darsteller Opfer des Oscar-Fluchs. In den letzten elf Jahren sind 36 Prozent der Beziehungen kurz nach der Auszeichnung als bester Hauptdarsteller in die Brüche gegangen, Höchstwert der Untersuchung. Unter den prominenten Opfern befinden sich Leonardo DiCaprio und Sean Penn. Bei den Nominierten hat es insgesamt 27 Prozent getroffen, unter anderem James Franco und Ryan Gosling. George Clooney musste diese Erfahrung gleich dreimal in den letzten Jahren machen.

Fast ein Drittel der Gewinnerinnen ebenfalls betroffen

In der Kategorie "Beste Hauptdarstellerin" trifft es vor allem die Preisträgerinnen: 27 Prozent sind kurz nach der Auszeichnung getrennte Wege gegangen. Jennifer Lawrence, Sandra Bullock und Kate Winslet teilen dasselbe Schicksal. Unter den Nominierten hat es nur Michelle Williams getroffen. Im direkten Vergleich sind Frauen somit viermal weniger vom Oscar-Fluch betroffen als ihre männlichen Kollegen.

"Ich kenne das Problem ebenfalls aus meiner Praxis für Paartherapie in Berlin. Beruflicher Erfolg ist leider kein Indikator für Liebesglück", erklärt Paartherapeutin Diana Boettcher. "Ganz im Gegenteil, eine steile Karriere erweist sich oft als tickende Zeitbombe für Liebe und Partnerschaft. Das ist in Hollywood nicht anders. Wenn der Partner allerdings die Karriere nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft mehr wertschätzt, ist die Gefahr groß, den emotionalen Kontakt zueinander zu verlieren."

"Erfahrungsgemäß investieren Frauen mehr Energie in ihre Paarbeziehung als Männer. Es fällt ihnen leichter für die Partnerschaft auch mal bei der Karriere Abstriche zu machen", erklärt Paartherapeutin Diana Boettcher. "Sie finden dadurch häufiger eine neue Work-Love-Balance. Das zeigt auch, dass deutlich mehr Männer vom "Fluch des Oscars" betroffen sind."

Oscars für Nebendarsteller ungefährlich

Wer als bester Nebendarsteller oder Nebendarstellerin ausgezeichnet wird, muss sich kaum Sorgen um seine Partnerschaft machen. In den letzten elf Jahren gab es nur bei den Damen einen Fall, bei dem auf die Auszeichnung die Trennung folgte. Unter den Nominierten hat es bei den Männern und den Frauen je neun Prozent getroffen.

Trennung nur einen Monat später

Bradley Cooper trennte sich 2014 - nur einen Monat nach der Oscar-Verleihung - von seiner damaligen Freundin Suki Waterhouse. Ähnlich erging es Jonah Hill und Isabelle McNelly im Jahr 2014: Nur zwei Monate später war Schluss. Auch Sandra Bullock und Jesse James hielten es 2010 nicht länger beieinander aus.

Foto: Diana Boettcher

 


Veröffentlicht am: 01.03.2018

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