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Morgengruß von Helmut Harff: Falsche Minister

Zu wenig Analphabeten, zu wenig Dicke, zu wenig Nichtschwimmer?

Gestern habe ich mir etwas angetan, was ich schon lange nicht mehr tat – ich sah mir im Fernsehen die Talkshow „Menschen bei Maischberger“ an. Die Sendung war nun keine Überraschung und auch keine Offenbarung und doch beschäftigte sie die beste Frau der Welt und mich sogar noch im Bett.

Uns trieb die Frage um, ob wir jetzt von den richtigen Ministern regiert werden. Die nun im Amt befindlichen Frauen und Männer waren nämlich ein Thema der Diskutanten. Wie nicht anders zu erwarten, wurde beklagt, dass nicht genug Frauen dieser Riege angehören. Wenig gut kam auch an, dass es zu wenig Menschen mit Ost-Biographie und zu wenig junge Menschen einen Ministerposten bekleiden. Dass niemand einen Migrationshintergrund hat, wurde ebenfalls beklagt.

Doch stimmt das? Zwei Frauen mit Ost-Sozialisation gehören zum Kabinett. Das ist nett, doch was sagt das über die beiden Frauen aus? Es gibt auch Minister, die man als jung bezeichnet. Schön, wenn man über 40 noch jung genannt wird. Doch niemand mit Migrationshintergrund?

Was sagt Wikipedia eigentlich zum Thema Migration: Das soziale Merkmal Migrationshintergrund beschreibt Personen, die selbst oder deren Vorfahren aus einem anderen Staat eingewandert sind, oder soziale Gruppen oder Gemeinschaften, die aus eingewanderten Personen oder deren Nachkommen bestehen. Verfügt dann nicht Katarina Barley – Tochter eines Briten – über einen Migrationshintergrund?

Doch all das waren nicht die Fragen, die uns umtrieb. Uns beschäftigte eher amüsiert, warum man nur die Frage Mann oder Frau, Ost oder West, Alt oder Jung, Ganz-Deutsch oder Nicht-ganz-Deutsch stellt. Wieso beklagt niemand, dass nur ein Minister das ist, was die Mehrheit der Deutschen sind – dick. Wieso ist angesichts von 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten nicht auch einer mit diesem Handicap Minister. Wobei, vielleicht ist das ja sogar einer.

Ernsthafter fragten wir uns, um welche Kriterien es bei der Beurteilung von Regierungsmitgliedern eigentlich geht. Machen Frauen einen besseren Job als Männer? Sind nicht so alte Menschen die bessere Wahl als ältere? Sind Ostgeborene besser als solche, die im Norden, Westen oder Süden auf die Welt kamen? Können uns Menschen besser regieren, die selber oder deren Vorfahren ohne deutschen Pass in der Tasche geboren wurden?

Wir fragten uns auch, ob nicht jeder, der Bundesminister ist, einer für alle Deutschen Staatbürger sein soll, sein muss. Muss er das nicht sogar für alle Menschen sein, die in der Bundesrepublik Deutschland leben oder sich hier warum auch immer gerade aufhalten? Fragt jemand, ob sie das können, ob sie dazu qualifiziert sind, was sie dazu qualifiziert?

Zumindest gestern fragte das niemand. Wer würde als Unternehmer jemand mit einer wichtigen Leitungsposition betrauen, nur weil der Kandidat eine junge Frau mit Migrationshintergrund oder ein alter Mann mit deutschen Wurzeln bis zu Otto 1. ist? Warum erlauben wir uns, bei der Leitungstruppe für den 80-Millionen-Menschen-Multikonzern Bundesrepublik Deutschland aber genau das? Mir ist egal, woher jemand kommt, ob er alt oder weniger alt ist, ob er Kinder kriegen oder zeugen kann. Ich will von Menschen regiert werden, denen all das völlig egal ist, ich will von Menschen regiert werden, die etwas von ihrem Job verstehen, deren – hoffentlich mal öffentliche – Bewerbung überzeugt.

Liebe Sandra Maischberger, wäre das nicht ein Thema für eine ihrer nächsten Sendungen? Vielleicht sollten wir darüber mal bei einem Frühstück reden. Ich bringe auch frische Brötchen mit.

Die – die Brötchen – gibt es jetzt erst einmal zum Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Sonntagsfrühstück. Wo immer gerade die Sonne scheint – genießen sie die.

 


Veröffentlicht am: 18.03.2018

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