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Aufgespießt: Wiedersehen mit einer alten Freundin

... und einige Enttäuschungen

(Helmut Harff / Chefredakteur) Wer kennt das nicht, da trifft man nach Jahrzehnten eine Klassenkameradin, eine erste Liebe, eine Jugendliebe oder sonst ein Wesen, für das man mal sehr geschwärmt hat. Und man ist erstaunt, denn auf den ersten Blick hat sich das Wesen so gut wie gar nicht verändert. Wie gesagt, auf den ersten Blick.

Sieht man dann mal ohne die gleich wieder erschienene rosarote Brille hin, so zeigen sich hier und da Fältchen und die kommen nicht nur vom Lachen. Auch der Zug um dem Mund wirkt etwas härter, als man es in Erinnerung hat. Hatte die einst Verehrte nicht immer ganz glatte Hände und war sie nicht allein deshalb umschwärmt, weil ihre Beine genauso anbetungswürdig wie ihre Mähne war? All zu viel ist davon nicht geblieben. Doch irgendwie fasziniert sie noch immer.

So ging es mir in der vergangenen Woche. Da besuchte ich eine Jugendfreundin, die auf den schönen Namen Budapest hört und die Hauptstadt der Ungarn ist. Ich besuchte die Schöne an der Donau vor Jahrzehnten mindestens einmal im Jahr und das über mehr als 15 Jahre. Doch das liegt schon sehr lange zurück.

Nun war ich also wieder da in Buda und Pest und die Stadt zog mich sofort in ihren Bann. Es ist immer noch eine Perle, die - um im Bild zu bleiben - matt geworden ist, mit der man an zu vielen Stellen nicht wirklich pfleglich umgegangen ist. Wäre Budapest eine Frau, so würde ich sicherlich etwas in die Richtung abgearbeitet, müde aussehend schreiben und doch das Lächeln ihrer Augen erwähnen. Ich würde mich auch über ihr großes Herz auslassen.

All das hat Budapest auch. Ich meine den Burgberg, auf dem genau wie vor Jahrzehnten gebaut und ausgegraben wird, auf dem sich die Touristen tummeln und auf dem fast alles wie geleckt wirkt - wenn man mal nicht so genau hinsieht. Leider bröckelt auch hier an viel zu vielen Stellen der Putz. Das gilt auch für die andere Seite der Donau, das gilt auch für das Parlament und die umgehenden Straßen.

Umso weiter weg man sich von diesen Hotspots bewegt, umso mehr werden die Falten und sogar erste Runzeln im Gesicht der Stadt sichtbar. Das ist schade, macht irgendwie traurig. Noch trauriger macht in vielen Fällen die Abwesenheit von Service. Wenig verständlich sind auch die zum Teil sehr hohen - und unter Berücksichtigung der gezahlten Gehälter schon unverschämt hohen Preise in Cafés und Gaststätten. Wenn sich dann wenigstens noch der Service auf dem Niveau der Rechnungen bewegen würde. Doch wie schon gesagt, hier zeigt die einstige Jugendliebe ihr müdes, abgehärmtes Gesicht.

Das hellt sich schlagartig auf, wenn man beispielsweise die große Markhalle besucht. Hier, wo nicht die Touristen den Ton angeben, zeigen die Menschen, dass sie noch längst nicht verlernt haben, wie man sich um seine Kunden kümmert, wie gut es ist, wenn man nicht überall wegen schlechtem Pflaster stolpert. Hier bummelt man viel lieber, als auf der zur Touri-Meile verkommenen einstigen Vorzeigestraße Vaci utza.

Meine große Jugendliebe Budapest, lass Dich nicht so hängen, rappel Dich auf, sorge wieder für den stahlenden Glanz, für den ich Dich einst so verehrte. Du solltest keine Falten, keine schlecht getönten graue Haare haben. Das steht Dir einfach nicht.

 


Veröffentlicht am: 19.03.2018

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