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Morgengruß von Helmut Harff: Asketen

... oder Schmarotzer

Ich bin alles andere als bibelfest und ich musste auch nachsehen von wem dieser Satzt ist: "Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?"

Das ist im Matthaeus-Evangelium (6:26) zu finden. Mir fällt die Bibelstelle immer wieder ein, wenn es um Menschen geht, die von sich behaupten, dass sie eben nicht säen und auch bei der Ernte nur ganz wenig für sich beanspruchen. Ich meine solche Leute, die von sich behaupten, mit ganz wenig auszukommen und in den meisten Fällen deshalb auch mit wenig Arbeit auskommen. So ein Exemplar, die man früher gern Asket nannte, wurde gestern wieder einmal im Fernsehen präsentiert.

Gut, der Mann war kein Eiferer, keiner mit Sendungsbewusstsein und doch nervte er mich mächtig. Warum? Weil die allermeisten, die sich da als Konsumverweigerer, als Aussteiger und was sonst noch präsentieren, nichts weiter als Schmarotzer sind. Sie säen nicht und ernten doch. Entweder sie schnorren bei uns, ihren Mitbürgern oder beim Staat, in dem sie sich dort Sozialleistungen abholen.

Ja, damit kann man zumeist keine großen Spünge machen, doch man erntet ohne zu säen. Und doch, das Einsammeln von Almosen oder staatlichen Zuwendungen ist nur die eine Seite der Medaille. Diese Asketen oder Aussteiger, die so gern zeigen, dass man auch als Konsumverweigerer durchaus leben kann, vergessen eines: Sie nutzen sehr viele Dinge, die wir anderen, die wir mit unserem Konsum für den Weltuntergang, zumindest aber für den Klimawandel sorgen, ihnen sozusagen vor die Füße legen.

Was ich meine? Diese Verweigerer gehen auf durch unsere Steuergelder, durch unsere Arbeit gebaute Straßen, fahren mit durch Steuern finanzierte Verkehrsmittel, stolpern dank beleuchter Straßen nicht durch die dunkele Nacht, sitzen auf Bänken in gepflegten Parkanlagen und wenn es ihnen schlecht geht, dann werden sie, die kaum etwas oder gar nichts in die Sozialkassen einzahlen, medizinisch versorgt.

Für mich ist das Schmarotzertum und das vor allem dann, wenn derjenige durchaus in der Lage wäre, all die genannten Dinge und noch viel mehr mitzufinanzieren.

Ich fände es viel besser, wenn die, die ihre durchaus berechtigte Kritik an der Konsumgesellschaft anders sehen würden und den Matthaeus-Spruch umdrehen: Dann würde es wohl heißen: sie säen, aber sie ernten nicht. Das hieße dann, sie arbeiten - vielleicht sogar mehr als die meisten - konsumieren aber deutlich weniger. Auch solche Menschen gibt es und denen kann ich wiederum meinen Respekt zollen. Wer mir zeigt, was man für ein sinnerfülltes Leben - und das definiert jeder anders - braucht oder eben nicht braucht, der taugt als Vorbild, nicht der Schmarotzer.

Wobei, wenn man mal die Sache zuende denkt, gibt es da ein Problem. Wenn wir mehrheitlich säen und nicht ernten, wenn wir arbeiten und nicht konsumieren, wer soll dann das, was wir erarbeiten kaufen. Kauft keiner das, was wir erarbeiten, ist es völlig sinnols, ja geradezu unsinnig etwas zu erarbeiten. Konsum, das ist also etwas, was wir brauchen, was uns Menschen auch erst zu dem gemacht hat, was wir sind. Ansonsten würden wir noch immer nur danach streben, dass wir satt sind und nicht frieren. Doch damit sind wir schon seit Jahrtausenden nicht mehr zufrieden und wollen es wohl heute und in Zukunft auch nicht sein. Was bleibt: Säen wir mit Bedacht und ernten noch bedächtiger - und schätzen beides sehr hoch ein.

Ich fahre jetzt am Frühstückstisch eine kleine Ernte ein.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 20.04.2018

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