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Morgengruß von Helmut Harff: Hündler

… sind merkwürdige Menschen

Sie gehören zu den Hündlern? Sie wissen nicht so genau, was beziehungsweise wer das ist? Das ist doch ganz einfach: Hündler sind Menschen, die mindestens einen Hund haben. Gut, das Wort findet man noch nicht im Duden. Das ist auch kein Wunder, denn das haben die beste Frau der Welt und ich erfunden – eben für die Menschen mit Hund. Wir fanden Hundehalter oder Hundebesitzer irgendwie nicht schön.

Also gibt es jetzt Hündler. Entweder man ist selber Hündler oder kennt zumindest einige. Hündler sind Nachbarn, sind Freunde oder eben gerade nicht. Ich mag Hunde, ich hatte einen Hund und genau das ist der Grund, weshalb ich nie wieder einen Hund haben werde. Warum? Mir tun die meisten Hunde leid. Hunde sind keine Kuscheltiere, sie sind auch kein Partnerersatz und sie sind auch kein Ersatz für Kinder oder Enkel. Hunde sind Tiere, die man auch als solche behandeln sollte.

Leider sehen das augenscheinlich viele Hündler anders. Ich beobachte immer wieder, dass der Hund nicht als Nachkomme eines Wolfes betrachtet wird. Hunde werden verwöhnt. Doch fragt jemand, ob Hunde verwöhnt werden wollen? Hunde bekommen Leckerli, bekommen Dosen- oder Trockenfutter. Doch wer fragt, was ein Hund wirklich fressen will, was ihm bekommt, was hundegerecht ist? Hunden zieht man Kleidchen an und setzt ihnen Brillen auf. Doch will das der Hund? Hunde bekommen Designerkörbchen und ihr Wasser in neckischen Schalen serviert. Doch will das der Hund?

Viele Hündler reden mit ihren Hunden, doch versteht das der Hund? Und vor allem steht die Frage, verstehen Hündler ihre Hunde? Verstehen sich Hündler und Hunde miteinander? Hunde wollen klare Ansagen, wollen wissen, was der Mensch da von ihnen will. Er versteht nicht, wenn Hündler in ganzen Sätzen zu ihnen sprechen. Er versteht auch nicht, wenn man „sitz“ sagt. Wenn man ihm „sitz“ machen mit dem Wort „flieg“ beigebracht hat, wird der Hund nicht versuchen zu fliegen, sondern eben „sitz“ machen. Viel Hündler scheinen das nicht zu wissen.

Es ist und bleibt so, ein Hund ist ein Tier, das sich an den Menschen gewöhnt hat – aber auch nicht mehr. Das weiß – was fast schon komisch ist – der Gesetzgeber und hat deshalb die Leinenpflicht für Hunde eingeführt. Das ist einerseits verständlich, schließlich sind viel zu viele Hunde nicht so erzogen, wie sie es sein müssten, um ein möglichst konfliktfreies Miteinander von Hündler, Hund und allen anderen Lebewesen zu ermöglichen. Doch ein Hund an der Leine? Das mag sicherlich kein Hund. Schließlich wollen sich Hunde frei bewegen, ihre Umgebung erkunden, rumschnüffeln und sich auch mit anderen Hunden treffen – alles bitte ohne Leine.

Doch hier ist das eigentliche Problem: Viel zu viele Hündler verstoßen gegen das Tierschutzgesetz. Das schreibt eine artgerechte Haltung von Tieren vor. Doch welcher Hund wird artgerecht gehalten? Viel zu viele Hunde leben schlechter als Zirkustiere. Die hat man verbannt und damit eine jahrtausend alte Tradition zum Sterben verurteilt. Und die Hunde? Die haben keine Lobby, kein Tierschützer setzt sich für die Haushalts- für die Familienhunde ein. Wie auch? Ohne die Spenden von Hundehaltern an Tierschützer könnten die ihre Arbeit gleich völlig selber finanzieren.

Ja, es gibt Fälle, wo Menschen Hunde brauchen. Ja, es gibt Hündler, die ihre Hunde so halten, wie es hundegerecht ist und es auch das Tierschutzgesetz vorschreibt. Doch leider beobachte ich in viel zu vielen Fällen Hündler, bei denen ich kein Hund sein möchte.

Viele werden nun einwenden, dass Hunde dafür sorgen, dass Menschen nicht allein sind, dass Menschen vor die Tür gehen, dass sie eine Aufgabe haben. Doch braucht man dazu einen Hund? Gibt es nicht andere Gründe, jeden Tag spazieren zu gehen? Wieso trifft man sich nicht mit anderen Menschen, wozu sucht man sich nicht eine Aufgabe unter der eben kein Hund leiden muss? Weil Hunde Zuwendung mehr danken als Menschen? Nein, wer ehrlich ist, sagt wohl eher, weil Hunde nicht widersprechen, weil man sich mit ihnen nicht engagieren, sich mit ihnen nicht auseinander setzen muss.

Allen Hündlern, die sich jetzt auf die eigenen Füße getreten fühlen kann ich nur sagen: Ja, Sie habe ich heute gemeint. Ich habe nichts gegen Hunde, ganz im Gegenteil. Mir liegen die Vierbeiner am Herzen – viel mehr als all die Hündler, die sich gerade aufregen.

Hoffentlich trete ich in keinen Hundehaufen, wenn ich jetzt Frühstücksbrötchen hole.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück – ob mit oder ohne Hund. Dem geben Sie bitte kein Brötchen.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 13.06.2018

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