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21.07.2018

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Frühstückspolizei

Was gibt es alles für Unsinn…

Gestern hörte ich einen Beitrag im Radio bei dem ich zuerst an einen verspäteten Aprilscherz dachte und mir dann die Gesichtszüge entglitten. Der Bericht drehte sich darum, dass es an deutschen Schulen eine Frühstückspolizei gibt. Nein, noch (noch?) sind das keine Beamte in Uniform mit Schlagstock, Tränengas und Handschellen.

Noch sind das Kinder, die sich einmal als Polizisten fühlen und ihre Klassenkameraden kontrollieren dürfen. Ja, die Grundschüler kontrollieren das Frühstück ihrer Klassenkameraden und bewerten das. Es wird unterschieden zwischen gesund und nicht gesund. Gnade vor den Augen der Frühstückspolizei findet der Knirps, der nur Gesundes in seiner Brotbüchse hat. Alle anderen werden verwarnt und wohl auch die Eltern entsprechend gemaßregelt.

Es gibt Dinge, auf die ist man nicht einmal in deutschen Diktaturen gekommen. Für mich ist das fast grusliger als Orwells "1984". Hier werden Kinder angehalten, nein darauf abgerichtet, andere Kinder zu überwachen und zu sanktionieren. Das ist das absolute Gegenteil, von dem was ich unter Erziehung verstehe. Würde mein Kind auf  eine Schule mit Frühstückspolizei gehen, würde ich es sofort aus der Schule nehmen. Ich befürchte, dass die meisten Eltern nicht so weit gehen und ihren Kindern einfach gar kein Frühstück mitgeben oder die „bösen“ Dinge wie ein Stück Schokolade irgendwo in der Schultasche verstecken. So üben dann die Kinder nicht nur den Überwachungsstaat, sondern auch, dass man die Polizei belügen darf, nein muss.

Ich hoffe, hier hat man gutes gewollt, aber eindeutig jedes Maß überschritten. Es ist ja vielleicht sinnvoll auch von Schulseite darauf zu achten, dass sich Kinder gesund ernähren. Doch das ist noch immer die Aufgabe der Eltern. Die sind ja auch dafür verantwortlich, dass die Kinder mit sauberer Unterhose in die Schule gehen. Gibt es demnächst auch eine Unterhosenpolizei?

Was würden eigentlich die Lehrer sagen, wenn die sechs- bis achtjährigen Kinder sich mal aufmachen und nachsehen, was die Lehrer so frühstücken, was die so alles im Lehrerzimmer verputzen, wer von denen zum Rauchen aufs Lehrerklo geht? Was, wenn die Kinder ihre Lehrer sanktionieren, wenn die mit dem Auto und nicht mit dem Rad zur Schule kommen? Wie war das mit dem gerufenen Besen, den der Geselle in Goethes Zauberlehrling nicht stoppen kann?

Doch noch mal zurück zum Frühstück der Kinder: Die brauchen keine Frühstückspolizei, die und ihre Eltern brauchen keine Bevormundung von mehr oder wohl eher ungesund lebenden Lehrern. Die Kleinen sollten vielmehr lernen, dass Essen, dass Frühstücken etwas mit Genuss zu tun hat. Nicht was, sondern wie sie essen, sollten ihnen die Erwachsenen nicht nur erklären, sondern vorleben. Wenn man eine angenehme Atmosphäre für das gemeinsame Frühstück schafft, ist für die Zukunft der Kinder viel mehr getan, als wenn man ihnen jeden Zuckerkrümel vorhält und mit ihnen Kalorien zählen übt. Das frustriert nur, macht die Diätindustrie reich und fördert ein falsches Körperbild.

Kindern Genießen beizubringen, sollte eine der vornehmsten Pflichten von Eltern und Lehrern, von allen Erwachsenen sein. Wenn man dann noch zeigt, dass man durchaus einen ganzen Apfel genießen kann, dass aber für den Genuss zwei Schokoladenstückchen ausreichen ist weit mehr getan, als jede bescheuerte Frühstückspolizei erreichen kann.

Jetzt werde ich erst einmal frühstücken – mein Frühstück genießen.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Achten Sie auf die Polizei!!!

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 20.06.2018

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