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21.07.2018

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: WM-Gedanken

Selbst Fußball ist nicht mehr das, was er einmal war

Stell Dir vor, es ist Fußball und niemand interessiert es. So in etwa ist derzeit mein Eindruck. Fußball-Weltmeisterschaften waren bisher immer Ereignisse, über das sich nicht nur Fans und Medien, sondern auch Wirtschaft und Politik freuten.

Die Fans hatten ein Gesprächsthema, die Wirtschaft verdiente zusätzliches Geld – das galt auch für die Wirtschaften – und die Politik konnte unbeobachtet unangenehme Dinge erledigen. Fußball sorgte auch für schöne Bilder von Politikern mit der eigenen Mannschaft.

Und 2018? Klar, wir sind noch immer ein Volk von Bundestrainern, aber eher eines, dass nur noch ungern diesen Job ausübt. So richtig interessiert das Thema Fußball-WM nicht, es ist längst nicht das wichtigste Thema in Deutschland.

Ja, in den Medien ist das Thema omnipräsent. Ich bewundere die Kollegen, die es tagtäglich schaffen, so viele Zeitungsseiten, so viele Sendeminuten im Radio und Fernsehen damit zu füllen, obwohl es eigentlich nichts zu berichten gibt. Andererseits bin ich mir ziemlich sicher, dass die Berichterstattung rund um die WM in Russland zumindest mit dafür verantwortlich ist, dass das Fußballereignis des Jahres nicht den Stellenwert wie die letzten fußballerischen Großereignisse hat. Vom Sommermärchen 2006 will ich gar nicht reden.

Und die WM-Berichterstattung? Da tummeln sich auf den öffentlich-rechtlichen Sendern gefühlt so viele Experten, dass man aus denen eine eigene Mannschaft für die nächste Fußball-Senioren-WM zusammenstellen könnte – Schiedsrichter und Trainer inklusive. Dagegen wäre ja noch nichts zu sagen, wenn die hoch bezahlten Männer wirklich etwas zu sagen hätten. Brauchen wir – die wir ohnehin alle Experten sind – wirklich die Experten, die auch noch von uns bezahlt werden?

Letztens stellte ein Radiokollege fest, dass er selbst in Berlin so gut wie kein geschmücktes Auto sieht. Keine Fähnchen, keine Überzüge an den Rückspiegeln oder ähnliches – das ist alles andere als ein Zeichen für WM-Euphorie. Bei vergangenen Sportgroßereignissen kamen immer vorab Meldungen über neue TV-Geräte. Später folgten die Verkaufs-Erfolgsmeldungen. Davon war dieses Mal aber so gar nichts zu hören. Eine WM, die am Handel weitestgehend vorbei geht – das ist auch kein Zeichen für eine Fußball-Euphorie.

Noch ein Beispiel gefällig? Ich war am Tag des Spiels Deutschland gegen Mexiko gerade auf der Rückreise aus Frankreich und musste am Berliner Hauptbahnhof umsteigen. Zum einen war schon verwunderlich, dass es keine Durchsagen zum Stand und zum Endstand gab – weder im Flugzeug, noch bei der Bahn. Ich habe auch nichts davon gehört, dass es beim Public Viewing am Brandenburger Tor so voll wurde, dass man das Areal – wie bei vergleichbaren Anlässen in den Vorjahren – wegen Überfüllung schließen musste. Ich fragte Fans danach und die meinten, dass es nicht wirklich voll war.

Und dann ist da noch die Politik: Die stiehlt derzeit dem Fußball die Show. Merkel, Seehofer und die Flüchtlinge, aber auch Trump und sein Handeln  sind medial und wahrscheinlich auch bei uns das Topthema – nicht der Fußball. Da Russland und sein Chef Putin für die meisten deutschen Politiker ein rotes Tuch ist, gibt es für die Regierenden in Berlin nicht einmal schöne Bilder.

Fußball, so mein Eindruck, ist nicht mehr das, was es einmal war – zumindest diese Fußball-Weltmeisterschaft nicht. Was soll noch für Aufregung, für Euphorie sorgen, wenn es nicht einmal mehr eine Fußball-Weltmeisterschaft schafft? Ich will gar nicht darüber nachdenken, wenn unsere Nationalkicker heute auch noch verlieren. Dann haben alle Skeptiker, alle Bedenkenträger, alle Ichhabeesjaimmergesagt-Mitmenschen so viel Oberwasser, dass man sich wohl mit Auswanderungsgedanken befassen müsste.

Doch ich setze auf die Nationalmannschaft. Ich hoffe, sie zeigt heute, das der Wille Berge versetzen kann. Gewinnt bitte!

Toll, mein Bäcker hat Brötchen im Fußball-Design. Die schmecken nicht besser, sehen aber gut aus.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Viel Spaß heute Abend beim Siegesjubel.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 23.06.2018

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