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Facebook.gg

Der neue Streaming-Dienst von Facebook, der Twitch Konkurrenz machen soll

Jeden Monat verbringen Menschen insgesamt etwa 44 Milliarden Minuten damit, auf auf Twitch Streams anzusehen. Das Live-Streaming-Videoportal, das vor allem von Gamern besucht wird, zieht Millionen von Besuchern an. Dass Facebook jetzt auch mitmischen möchte, ist insofern also nicht verwunderlich. Facebook.gg wurde Anfang Juni 2018 gestartet und versucht nun, sich in der Streaming-Welt durchzusetzen.

Nutzern werden aufgrund ihrer angesehenen Streams neue Streams vorgeschlagen und es werden darüber hinaus auch Inhalte vorgestellt, die von Facebook selbst ausgesucht wurden, erklärt die BBC den neuen Dienst. Zu dem Zeitpunkt, an dem der Artikel verfasst wurde – am 8. Juni 2018 – gab es laut BBC etwa 3.400 Spieler, die PlayerUnknown's: Battlegrounds (PUBG) spielten, während nur etwa 2.900 das unheimlich beliebte Spiel Fortnite streamten. Das ist ein Zeichen dafür, dass Facebook durchaus die Möglichkeit besitzt, ins Streaming-Geschäft einzusteigen. Das Unternehmen versucht schon lange, seine Plattform vermehrt für Videos zu verwenden.

Das Streaming-Publikum auf Facebook ist älter

Laut der BBC spielen vor allem jüngere Spieler Fortnite, während PUBG eher ein Spiel für etwas ältere Spieler ist. Das zeigt beispielsweise, dass die Nutzer von Facebook.gg tendenziell im Durchschnitt etwas älter sind, als User auf Twitch. Der Streamer Spamfish erzählte der BBC, dass es “gerade sehr viel Geld im Streaming gibt”. Video-Streamer hätten besonders aktive Nutzer, weil diese durchschnittlich 30 bis 40 Minuten pro Stunde zuschauen würden, erzählte er. Das sei viel Zeit, um Werbung einzubauen. Am liebsten hätte Facebook aber ein junges, männliches Publikum im Alter von 15-30 Jahren, erklärte Spamfish. Der Grund sei, dass sie für alle möglichen Dinge Geld ausgeben würden.

Anmeldung mit echtem Namen, Identitätsbetrug und Risiko

Spamfish selbst ist 37 Jahre alt und gilt damit unter den Streamern bereits als ein “alter Mann”, sagt er. “Das Streamen ist etwas für junge Leute”. Er verstehe, weshalb Facebook den Schritt zum Streaming gemacht habe, bevorzugt aber selbst weiterhin Twitch, erzählt er der BBC. Was er am Streaming von Facebook nicht mag, ist die Tatsache, dass man sich mit seinem echten Namen einloggen muss, außerdem findet er den Chat nicht gut gemacht. Streamer loggen sich ungern mit ihrem echten Namen ein, weil es für sie riskant sein kann.

Es gibt immer wieder Fälle von Identitätsbetrug, Stalking und Belästigung im Internet, vor denen sich Streamer und Nutzer, egal wie bekannt sie sind, schützen wollen. Ein weiterer Grund ist, dass viele ihren Nutzernamen als Künstlernamen ansehen und diesen daher lieber verwenden möchten. Ob es allerdings viele Nutzer stören wird, dass sie sich mit echtem Namen anmelden müssen, bleibt bislang abzuwarten. Es ist möglich, dass Facebook eine ältere Gruppe von Nutzern erreichen wird, die sich solcher Risiken nicht so sehr bewusst sind, wie die jüngere Generation.

Millionäre und Fußballstadien

Wir leben in einem Zeitalter des Streamings. Einige Streamer auf Twitch ziehen mehrere hundert Millionen Besucher an. E-Sport-Wettbewerbe werden in riesigen Stadien ausgetragen, die viele Fußballspiele und Musik-Konzerte nicht füllen könnten. Prominente Streamer von Videospielen wie Ninja oder Shroud sind Millionäre. Ninja hat beispielsweise um die 8,3 Mio. Fans, die ihm regelmäßig folgen. Youtube ist auch ganz vorn mit dabei, wenn es um Streaming geht. Angefangen mit einem U2-Konzert im Jahr 2009 und einem Frage-und-Antworten-Special mit Barack Obama im Februar 2010, hat Youtube schon früh mit Live-Streaming experimentiert. Vor allem Gamer nutzen diesen Markt aus. PewDiePie ist zum Beispiel weltweit bekannt und ihm gehört der Youtube-Kanal mit den meisten Abonnenten. Anfang Juli 2018 folgten ihm fast 64 Millionen Menschen auf Youtube.

Vom Spiel Fortnite bis hin zum Live-Straßengeschehen in New Orleans

Zu den erfolgreichsten gestreamten Spielen zählen das enorm erfolgreiche Spiel Fortnite, das laut PCGamesN etwa 125 Millionen Spieler spielen. Spiele live zu spielen setzt sich immer mehr durch. Casinos im Internet bieten jetzt aufgrund der hohen Nachfrage eine Reihe von Live-Spielen an, die in Echtzeit aus einem Studio gestreamt werden. Es ist offensichtlich, dass sich viele Besucher vor allem für die Live-Spiele interessieren, da diese dieselbe Spannung bieten wie klassische Tischspiele. Die Konkurrenz ist dabei groß und die Qualität der Übertragung daher unheimlich wichtig. Das Casino Betway schreibt auf seiner Website, dass die Live-Spiele in 200 Frames pro Sekunde HD-Video übertragen werden. Außerdem werden dort Live-Casino-Wettbewerbe und -Verlosungen angeboten.

Ein weiteres Beispiel ist natürlich der Bereich Musik: Spotify verwendete im Jahr 2015 Meerkat, um das beliebte SXSW-Musikfestival live zu übertragen. Für Zuschauer sollte es so sein, als ob sie direkt vor Ort wären, ohne aber dabei ihr Haus verlassen zu müssen, schreibt die Website Ceros in einem Artikel. Es gab Live-Auftritte, Interviews und mehr. Im Bereich Tourismus gibt es inzwischen sogar an ausgewählten Orten installierte Kameras, die live eine Straße oder einen Platz zeigen, die Touristen interessant finden könnten. Beispielsweise ist in der Exchange Alley in New Orleans eine Live-Kamera angebracht, durch die Zuschauer im Internet ein Gefühl für den Ort bekommen können.

Fazit: Es ist also etwas für jeden Geschmack dabei. Facebook hat sich schon länger vor allem dem Streaming von Games verschrieben. Schon im Jahr 2016 vereinbarte das Unternehmen, Overwatch auf Facebook Live zu streamen. Wenig später wurde dann die Mobile- und Desktop-Spieleplattform Instant Games ins Leben gerufen. Natürlich ist Facebook auch für Online-Spiele wie Candy Crush oder Farmville weltweit bekannt geworden.

Auch im Bereich E-Sports hat sich Facebook engagiert: Zumindest strahlte es Counter-Strike:GO und Dota 2 in Zusammenarbeit mit ESL aus. Die höheren Zuschauerzahlen auf Facebook, die Fortnite überbieten, sind zwar ein gutes Zeichen für das Unternehmen, aber es ist auch möglich, dass diese mit der Zeit zurückgehen. Für Facebook wird es sicherlich eine Herausforderung darstellen, ein junges Publikum zu erreichen. Es wird sich zeigen, ob Facebook eine ernste Konkurrenz für den Riesen Twitch darstellen kann.

Auf jeden Fall gibt es am Streamingmarkt noch viel Potential, das ausgeschöpft werden kann. Twitch arbeitet beispielsweise mit großen E-Sport-Turnieren wie der Gamescom zusammen. Sicherlich erhofft sich Facebook eine rosige Zukunft durch das Streamen.

 


Veröffentlicht am: 04.07.2018

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