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Morgengruß von Helmut Harff: Spenden oder Bürgerpflicht

Organspende oder …

Es gibt nicht viele Themen, die so kontrovers wie das Thema Organspende diskutiert werden. Fakt ist, viele totkranke Menschen warten auf ein Spenderorgan. Fakt ist auch, dass viele, viel zu viele Menschen sterben, bevor eben ein passendes Organ zur Verfügung steht.

Fakt ist auch, dass es zum Missbrauch bei der Vergabe von Spenderorganen kam. Wenn jemand mit dem Tod ringt, wenn ein Angehöriger, ein sehr guter Freund dem Tod ins Auge sieht, tun viele Menschen nahezu alles, um diesem Menschen das Überleben zu ermöglichen – auch nicht legales. Fakt ist aber auch, dass illegaler Organhandel nur deshalb vorkommt, weil ein so großer Mangel an Spenderorganen herrscht.

Es ist auch Fakt, dass es hierzulande viel zu wenige Menschen gibt, die mit einem Organspenderausweis dokumentieren, dass sie bereit sind, im Fall des Falles Organe zu spenden. Das ist gut, aber eigentlich ziemlich unsicher. Es ist ja so, dass man seinen Organspenderausweis immer bei sich tragen müsste, damit Ärzte irgendwie mitbekommen, dass da gerade ein Organspender verstorben ist. Doch mal ehrlich, wer stirbt schon mit dem Organspenderausweis in der Tasche? Hat man den bei, wenn man von der Leiter fällt und sich das Genick bricht? Hat man einen Organspenderausweis dabei, wenn man irgendwo zusammenbricht, wenn man einen tödlichen Arbeitsunfall erleidet? Ziemlich sicher nicht. Man müsste sich den Organspenderausweis schon auf die Brust tätowieren lassen, damit Ärzte davon erfahren.

Was wäre die Lösung? Jeder ist potentieller Organspender, so lange er oder die Angehörigen nicht direkt widersprechen – wie es gerade diskutiert wird? Da haben wir genau das Problem wie beim Organspenderausweis. Auch einen Zettel, aus dem hervorgeht, dass man eben nicht spenden will, hat man zumeist sicherlich nicht dabei. Und die Angehörigen? Die beste Frau der Welt – meine beste Hälfte – würde nicht gefragt, denn wir sind offiziell nicht Angehörige, „nur“ Zusammengehörige. Bis dann ein Angehöriger ausgemacht ist, ist es zu spät, die Organe zu verpflanzen.

Also was tun? Jeder ist Spender, es sei denn, er lässt sich in einer zentralen Kartei, auf die jeder Arzt zugriff hat, als Nichtspender registrieren. Das scheint sicherer, aber eben auch nicht sicher zu sein. Also doch: jeder ist Spender. Spender? Spenden ist etwas Freiwilliges. Wenn jeder dafür in Frage kommt, dass man von ihm Organe entnimmt und damit ein anderes Leben rettet, dann hat das nichts mit Spende zu tun. Es kommt ja auch niemand auf die Idee, die Kfz-Steuer als Spende an das Finanzamt zu bezeichnen. Wäre das mit den Organen dann so etwas wie eine Steuer – diesmal in Naturalien?

Das klingt alles nicht wirklich schön. Doch wenn man es mal ganz nüchtern betrachtet, so kommen ohnehin nur die wenigsten Menschen als Spender infrage. Aktuell werden in Deutschland acht von einer Million Verstorbenen Organe entnommen. In der Türkei, sind es etwas mehr als 45, in Israel 27 und in den USA knapp 19 von je einer Millionen. Die Wahrscheinlichkeit, dass einem wirklich Organe entnommen werden, ist also ziemlich gering. Es muss einfach sehr viel zusammen kommen, sehr viel passen, dass ein Mensch als Spender in Frage kommt.

Wenn ich mich entscheiden sollte, so würde ich dafür plädieren, dass jeder – wie beispielsweise in Spanien oder Tschechien praktiziert – als Organspender in Frage kommt, der nicht explizit widerspricht.

Ich hoffe, dass es bis dahin noch lange hin ist und ich nie auf ein Spenderorgan angewiesen bin. Doch wie auch immer, jetzt ist erst einmal Frühstück angesagt.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und beste Gesundheit.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 04.09.2018

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