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19.09.2019

 

 


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Die Lenkradkralle hat noch nicht ausgedient

Autodieben gefällt das nicht

Die in Deutschland tätigen Autodiebe sind zunehmend an teureren Fahrzeugen interessiert. Deshalb ist der wirtschaftliche Schaden für die Kfz-Versicherer durch diese Straftaten gestiegen, obwohl sich die Zahl der Autodiebstähle selbst leicht vermindert hat.

Das geht aus dem neuen Autodiebstahl-Report des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für 2017 hervor.

Danach wechselten im vergangenen Jahr insgesamt 17 493 Pkw unfreiwillig ihren Besitzer. Das waren vier Prozent weniger als 2016. Dennoch wurde weiterhin hierzulande rein rechnerisch nahezu alle 30 Minuten ein kaskoversicherter Pkw entwendet.

Gleichzeitig wuchs der wirtschaftliche Schaden im Vorjahresvergleich um acht Prozent auf fast 324 Millionen Euro, wie das von der HUK-Coburg initiierte Goslar Institut für verbrauchergerechtes Versichern berichtete. Ursache dieser Entwicklung ist nach Auskunft des Versicherungsverbandes ein Anstieg der durchschnittlichen Entschädigung für einen Autodiebstahl um 13 Prozent auf die neue Rekordhöhe von rund 18 500 Euro. Dafür machen die Kfz-Versicherer den erkennbaren Trend der Autoknacker zu kostspieligeren Fahrzeugen verantwortlich.

So stehen laut GDV insbesondere luxuriöse SUV und Limousinen von Premiumherstellern bei den Kriminellen hoch im Kurs. Am begehrtesten sind die SUV Audi Q7 und der BMW X5 sowie die Limousinen der Premiumklasse von Mercedes-Benz und BMW. Weniger Sorgen um ihre Autos müssen sich dagegen Kleinwagenbesitzer der Marken Opel, Fiat oder Citroën machen. Von den Dieben präferierte Automarken sind vielmehr wie in den Vorjahren Land Rover und Porsche.

Besonders hoch ist die Diebstahlgefahr laut aktuellem GDV-Report in Berlin. Dort wurden 2017 insgesamt 3355 Autos entwendet. Damit ist die Hauptstadt auch hinsichtlich der Diebstahlquote mit 3,6 von 1000 kaskoversicherten Pkw „einsame Spitze“. Erst mit deutlichem Abstand folgen Hamburg (1,9), Leipzig (1,3), Hannover (1,2) und Dresden (1,0). Weniger Sorge um ihre Fahrzeuge müssen sich Autobesitzer im Süden Deutschlands machen: In Bayern und Baden-Württemberg fielen im gesamten vergangenen Jahr lediglich 821 bzw. 698 Autos Langfingern in die Hände. Damit kommen diese Bundesländer auf eine Diebstahlquote von jeweils nur 0,1. Auch in den süddeutschen Großstädten sind Autobesitzer vor Fahrzeugdieben deutlich sicherer als in anderen Städten hierzulande, berichtet der GDV.

Nach seinen Erkenntnissen kommt – wie in den Autos selbst – auch bei den Autodieben inzwischen immer mehr Elektronik zum Einsatz. Demnach sind die Zeiten, da ein „Automarder“ mit mechanischem Werkzeug ein Fahrzeug knackte, längst vorbei. Das gebe es nur noch im Film, heißt es. Stattdessen hat sich Hightech auch bei den Kriminellen durchgesetzt. Ihr wichtigster Begleiter ist der „Komplize Computer“: Etwa indem sie sich Zugang zu dem Diagnosestecker im Auto verschaffen, um darüber mit einem Laptop die Fahrzeugdaten auszulesen. Damit können sie dann eine Kopie des elektronischen Autoschlüssels anfertigen und mit dem Fahrzeug ohne weitere Beschädigung davonfahren.

Kopien lassen sich ebenfalls ganz einfach von dem Schlüssel selbst anfertigen. Deshalb raten Experten, diesen nie in fremde Hände zu geben oder etwa im Restaurant in der Manteltasche zu lassen. Und da manche Schlüssel ganz besonders einfach ausgelesen werden können, sollten Funkschlüssel auch daheim nicht in der Nähe der Haustür aufbewahrt werden, ohne sie mit Alufolie oder in einem Blechkasten zu schützen.

Noch leichter als Fahrzeuge mit einem normalen Funkschlüssel sind laut einer Untersuchung des ADAC Autos und Motorräder mit „Keyless“-Schließsystemen bei denen der Schlüssel in der Tasche bleiben kann und vom Auto „erkannt“ wird. Diese Systeme sind nach den Erfahrungen des ADAC mit einer so genannten Funk-Verlängerung ganz einfach zu überwinden. Die Diebe müssen sich demnach nur mit einem kleinen Gerät in die Nähe des Auto- oder Motorradschlüssels begeben sowie mit einem zweiten Gerät nahe an die Autotür bzw. das Motorrad. So können die Funksignale zwischen Schlüssel und Auto über Hunderte von Metern „verlängert“ werden – der Dieb kann das Auto ebenso öffnen wie das Lenkerschloss eines Zweirades und mit dem jeweiligen Fahrzeug problemlos verschwinden. Laut ADAC lassen sich solche Geräte zur Funkverlängerung mit nur geringem Aufwand selbst bauen, die Teile dafür sind in jedem Elektronikgeschäft erhältlich.

Als ebenso einfaches wie Erfolg versprechendes Mittel gegen alle Tricks der Hightech-Diebe empfehlen Experten nach wie vor die so genannte Lenkradkralle. Sie ist zwar unbequem für den Fahrer, aber auch für den Autoknacker – und schreckt diesen so ab. (ampnet/jri)

Bild: Goslar Institut

 


Veröffentlicht am: 15.11.2018

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