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22.09.2019

 

 


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Morgengruß von Helmut Harff: CE-geprüft

… das ist sicher?

Gerade jetzt vor Weihnachten und Silvester hört und ließt man immer wieder, dass man nur Sachen kaufen soll, die das sogenannte CE-Prüfzeichen aufweisen. Ist das nicht sichtbar angebracht, so heißt es Finger weg. Ich habe mich immer gefragt, warum ich so einem Siegel vertrauen soll. Ich frage mich, warum ich überhaupt einem Prüfsiegel vertrauen soll.

Wenn man sich mal ansieht, wer so ein Siegel vergibt, dem Millionen Verbraucher blind vertrauen, so sind meine Zweifel wohl nicht von der Hand zu weisen. Das sind keine unabhängigen, keine staatlichen oder wenigstens überprüften Stellen, das sind kommerzielle Unternehmen, die sich mit ihrer Prüferei eine goldene Nase verdienen.

Doch wer für die Prüfung von neuen Produkten Geld  nimmt, der hat zumindest aus wirtschaftlicher Sicht kein Interesse daran, als besonders kritisch zu gelten. Dann gehen die, die scharf auf ein Prüfsiegel sind, eben zur Konkurrenz. Das bedeutet für den kritischen Prüfer wirtschaftliche Nachteile oder gar das Aus. Ich befürchte, dass da in viel zu vielen Fällen mehr als nur ein Auge zugedrückt wird.

Wie weit das gehen kann, zeigt wieder einmal der aktuelle Skandal um krankmachende und sogar tödliche Implantate, die europaweit keine staatliche Stelle aufgedeckt hat. Es waren wie so häufig Journalisten, in dem Fall eine niederländische Kollegin, die den Fall ins Rollen brachte. Allein das zeigt, wie wichtig investigativer Journalismus ist.

Der Skandal ist für mich aber vor allem, dass die Politik, dass die staatlich Verantwortlichen, keine Ahnung von nichts hatten. Der Skandal ist auch, dass man nicht sofort diesen Prüforganisationen genau das Prüfen untersagt. Wenn ich daran denke, dass die nicht nur Hüftgelenke, sondern auch Atomkraftwerke  prüfen, wird mir schlecht.

Doch ich bin nicht nur sehr skeptisch gegenüber all diesen privaten Prüforganisationen. Gleiches gilt für all die tollen Preisvergeber, die nur gegen Bares Preise verleihen. Wer nicht einfach Produkte kauft und ohne finanziellen Interessen – sprich: ohne sich für die Preisvergabe bezahlen zu lassen – dem vertraue ich einfach nicht. Ich bin der Ansicht, wer für die Preisvergabe wie auch immer kassiert, muss das laut und deutlich mitteilen. Wie wäre es, wenn bei jedem CE-Zeichen stehen würde „Dafür wurden … Euro gezahlt“?

Wenn dem so wäre, wüssten wir nicht nur, was Unternehmen für die Prüfung von Implantaten, von Kinderspielzeug, von Silvesterfeuerwerk oder Atomreaktoren, sondern auch für die Auszeichnung ihrer Produkte bezahlt haben.

Um es klar zu sagen, es gibt Produktbewertungen, es gibt Auszeichnungen, die erfolgen wirklich unabhängig. Da hält niemand die Hand auf, zumindest nicht bei den Herstellern. Doch die weißen Schafe leiden unter den vielen schwarzen. Die muss man strikt von einander trennen. Doch viel wichtiger ist, dass Dinge wie Atomkraftwerke, Implantate oder Kinderspielzeug nicht von kommerziellen Unternehmen, sondern von unabhängigen, staatlich kontrollierten und bezahlten Stellen vorgenommen werden. Da das dauern wird, muss die Politik ganz, ganz schnell für mehr Transparenz bei den Prüfungen sorgen und die Prüfer viel häufiger prüfen.

Ich vergebe heute auch ein Prüfsiegel: A**** für mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 27.11.2018

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