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17.08.2019

 

 


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Morgengruß von Helmut Harff: Miteinander reden

... ist eine gute Idee

Gestern forderte in seiner Weihnachtsansprache Bundespräsident Frank-Walther Steinmeier uns Deutsche auf, mehr miteinander zu reden. Mal abgesehen davon, dass seine Rede alles andere als aufrüttelnd war, dass sie eben kaum zum Reden animierte, hatte das Staatsoberhaupt Recht.

Ja, wir sollten mehr miteinander reden. Steinmeier hatte auch Recht, als er meinte, zum Reden gehört Zuhören einfach dazu, es ist die Voraussetzung. Wer nicht zuhören kann, der kann zwar eine Rede halten, aber kaum mit einem anderen reden.

Meine erste Reaktion war, dass er seine wie gesagt sehr uninspirierende Rede schnellstens all seinen Politikerkollegen im Land zukommen lassen sollte. Die Reden zwar gern, doch mit dem Zuhören haben die es wohl weniger. Oder, wann hat Ihnen schon mal – Wahlkampfzeiten ausgenommen – ein Politiker zugehört?

Dann dachte ich an unsere Schulen. Da lernt man zu reden. Zumindest in meiner Schulzeit war die freie Rede, der freie Vortrag ein wichtiges Thema. Die Lehrer setzten dann voraus, dass alle anderen zuhörten. Wie man weiß, klappte das nur unzureichend. Doch an auch nur eine Stunde zum Thema Zuhören kann ich mich nicht erinnern.

Auch bei Managerseminaren geht es häufig um das Thema Reden. Es geht um die Art und Weise, wie man richtig redet, um Körpersprache und darum, wie man seine Zuhörer so fesselt, dass sie eben zuhören. Von Zuhörseminaren für Führungskräfte habe ich noch nie etwas gehört. Vielleicht meint man, einfach die Löffel aufsperren reicht schon. Doch wir wissen alle – das heißt auch: Zu einem Ohr rein, zum anderen Ohr raus.

Dabei ist – man höre auf den Bundespräsidenten – das Zuhören die Voraussetzung dafür, miteinander zu reden. Wenn ich Steinmeiers Rede richtig zugehört habe, so äußerte er auch, dass es einem beim Zuhören passieren kann, dass man feststellt, der andere hat Recht. Das ist für viele keine schöne Vorstellung.

Aus meiner Zeit als DDR-Bürger weiß ich, dass, wenn einer ständig Zeug redet, das man einfach nicht glaubt, was man einfach nicht hören will, dass dem keiner zuhört. Das ist auch heute nicht anderes. Zum anderen habe ich damals gelernt, zwischen den Zeilen, den geredeten Worten zu hören. Das ging zumindest bei mir ziemlich verloren. Doch Vielrednern, solchen die augenscheinlich viel lieber reden als zuzuhören, denen verweigere ich immer mehr meine Ohren.

Noch eines ist beim Thema miteinander Reden einfach wichtig. Miteinander reden kann man nur, wenn man dem anderen auch wirklich zuhört. Mit einem Handy auch nur in der Hand kann man das nicht. Handys sind eine tolle Erfindung, aber sie haben dann nichts  zu suchen, wenn man miteinander reden will – so von Angesicht zu Angesicht.

Und hier komme ich noch einmal zu den Kollegen des Bundespräsidenten. Politiker diskutieren ja gern über Handyverbote an Schulen. Ich plädiere dafür, dass in Plenarsälen ein Handyverbot herrscht. Das steigert zumindest die Chance, dass die Politiker einander zuhören, dass sie die Argumentationen ihre Kollegen überhaupt hören. Vielleicht passiert dann das kaum denkbare: Politiker könnten feststellen, das ein anderer Recht und sie Unrecht haben.

Wenn die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten nur die eine Folge hätte, dass Politiker einander besser zuhörten, dann wäre das sicherlich eine der wichtigsten Ansprachen nicht nur dieses Jahres.

Hallo, noch ist Weihnachten, da darf man sich auch unmögliches wünschen – nicht nur Friede auf Erden. Wobei, auch den gibt es nur, wenn man miteinander redet, wenn man einander zuhört.

Ich habe jetzt zugehört, was die beste Frau der Welt frühstücken will – nur einen Kaffee.

Ich wünsche Ihnen einen genussvollen zweiten Weihnachtsfeiertag.  Viel Spaß beim Zuhören und miteinander reden.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 26.12.2018

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