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AERO-Start mit einem Ausstellerrekord

Die Messe hebt ab 10. April ab

Die AERO Friedrichshafen geht mit einem Aussteller-Rekord an den Start. Mit 757 Unternehmen aus 40 Ländern ist die Internationale Luftfahrtmesse am Bodensee so groß wie nie, auch die Auslandsbeteiligung ist entsprechend hoch: Jeder zweite Aussteller kommt aus dem Ausland.

Wie Messechef Klaus Wellmann, Bereichsleiter Roland Bosch und Projektleiter Tobias Bretzel vor dem Beginn der Fachmesse berichteten, seien 50 Aussteller mehr als zur Rekord-AERO 2017 (707 Aussteller) dabei. Dies bedeutet einen Zuwachs von sieben Prozent. Alle wichtigen Firmen aus der Allgemeinen Luftfahrt sind am Bodensee präsent. "Die AERO Friedrichshafen ist Europas größte Messe für die Allgemeine Luftfahrt und hinsichtlich der Innovationen und Premieren die wichtigste Fachmesse der Branche weltweit", betonte Klaus Wellmann bei der Pressekonferenz.

Schon einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der 27. internationalen Luftfahrtmesse AERO (10. - 13. April 2019) stellte die Messe am Dienstag einige Highlights im Rahmen eines Medienrundgangs vor. Im Mittelpunkt standen moderne Elektroantriebe, Segel- und Motorflugzeuge sowie schnittige Maschinen aus der Geschäftsluftfahrt, die neben vielen weiteren Luftfahrzeugen für Aufmerksamkeit sorgen, die bis Samstag, 13. April geöffnet ist.

Auf der AERO in Friedrichshafen sind Luftfahrzeuge der Allgemeinen Luftfahrt ausgestellt. Dazu zählen alle zivilen Motorflugzeuge, Hubschrauber, Segelflieger, Ultraleichtflugzeuge oder Businessjets, die nicht zur Linienfliegerei oder dem Charterflugverkehr gehören. Ein Trend auf der Messe: die Entwicklung von leisen und umweltfreundlichen Elektroflugzeugen.

Die beim Medienrundgang vorgestellten hybrid-elektrischen Antriebe von Siemens eAircraft sollen Antworten auf die Herausforderungen der zukünftigen Luftfahrt geben. Sie bieten die Möglichkeit, alternative Energiequellen für den Antrieb nutzen zu können. Außerdem ist es durch die räumliche Trennung von Schub- und Energieerzeugung bei hybridelektrischen Antrieben laut Siemens eAircraft möglich, völlig neue Flugzeugdesigns zu entwickeln. Deshalb wurden am Stand des Elektrokonzerns auch mehrere unterschiedliche Elektroflugzeuge gezeigt, die bereits mit Hilfe von hybridelektrischen Antrieben des deutschen Unternehmens in die Luft gehen.

Ein völlig neues Flugzeug mit ungewöhnlichem Aussehen auf der AERO ist der sogenannte Nurflügel von Horten Aircraft aus Eisenach. Wie es der Name sagt, gibt es kein Leitwerk und keinen Rumpf, die Pilotenkabine ist in die Tragfläche integriert. Diese Konfiguration hat aerodynamische Vorteile, braucht weniger Sprit und ermöglicht eine größere Reichweite wie ein vergleichbares konventionelles Design. Die zweisitzige Horten HX-2 fliegt bereits. Ausgerüstet ist sie mit einem 100 PS starken Vierzylinder. Der Firmenname Horten Aircraft ist bewusst gewählt: Denn in den 1930er Jahren machten die Brüder Horten in Deutschland mit ihren Nurflügel-Segelflugzeugen diese Konzeption erstmals bekannt und populär.

Ein Schweizer Flugzeughersteller auf der AERO ist die Junkers Flugzeugwerke AG aus Dübendorf. Der junge Hersteller baut gerade das zweite Exemplar der sechssitzigen Junkers F13, dem ersten Ganzmetall-Verkehrsflugzeug von 1919. Die erste neue F13 im Retrodesign fliegt bereits. In Dübendorf sollen mindestens fünf Exemplare des Klassikers mit offenem Cockpit nach Originalplänen entstehen. Am Stand von Junkers war auch eine WACO YMF zu sehen, ein nagelneuer Doppeldecker im Stil der 1930erjahre. Die dreisitzige WACO kann sowohl in VFR- als auch in IFR-Version bestellt werden.

Mit maximal 610 km/h Reisegeschwindigkeit ist die neue einmotorige TBM 940 des französischen Herstellers DAHER eines der schnellsten Flugzeuge, das von einer Propellerturbine angetrieben wird. Die TBM 940 kann wie ein Airliner bei jedem Wetter fliegen, da sie für Instrumentenflug zugelassen ist und neu auch eine vollautomatische Enteisungsanlage der Tragflächen für Flüge in sogenannten Vereisungsbedingungen besitzt. Die TBM 940 verfügt als Topmodell des Flugzeugbauers zudem über eine hochmoderne Avionik mit Touchscreen-Bildschirmen und bietet Platz für Pilot und maximal fünf Passagiere.

Natürlich gehören auch Segelflugzeuge zur AERO. Eines der erfolgreichsten Modelle des traditionsreichen deutschen Segelflugzeugherstellers Schempp-Hirth ist der Arcus. Der Doppelsitzer mit 20 Metern Spannweite ist mit einem sogenannten Klapptriebwerk ausgerüstet und kann dadurch eigenständig starten, muss also nicht von einer Schleppmaschine in die Höhe gezogen werden. In der gewünschten Flughöhe angekommen wird der Antrieb einfach abgeschaltet, im Rumpfrücken versenkt und in den Segelflug übergegangen. Wahlweise kann der Arcus entweder mit einem Verbrennungs- oder einem Elektromotor ausgerüstet werden.

Die neue G2-Version des Businessjet Vision des US-Flugzeugbauers Cirrus weist gleich zwei Besonderheiten auf. So besitzt der Jet lediglich eine Turbine als Antrieb, hat aber als einziger Businessjet der Welt ein Gesamtrettungssystem im Rumpf integriert. Gerät der Pilot etwa wegen Triebwerksausfall, schlechtem Wetter oder gesundheitlicher Schwierigkeiten in ernste Probleme, kann er das System manuell auslösen, woraufhin der gesamte Jet am Fallschirm zu Boden schwebt. Maximal fünf bis sechs Passagiere plus Pilot passen in den Einstrahler. Er ist bis zu 560 km/h schnell.

Die AERO 2019 findet von Mittwoch, 10. April bis Samstag, 13. April 2019 in Friedrichshafen am Bodensee statt und ist von Mittwoch bis Freitag von 9 bis 18 Uhr und am Sonntag von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

 


Veröffentlicht am: 10.04.2019

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