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Morgengruß von Helmut Harff: Oh, diese Reichen

Luxus setzt Zeichen

Wir Deutsche gelten als Spendenweltmeister. Das gehört sich ja auch für ein Land, in dem man schlicht der Ansicht ist, dass man nahezu im Alleingang wenn schon nicht die Welt so doch mindestens das Klima auf der Erde retten kann. Ohne uns, ohne unsere Spenden, ohne unsere milden Gaben geht auf der Erde so gut wie nichts – meinen wir.

Bitte nicht falsch verstehen – Spenden ist nichts schlechtes, selbst wenn es nur unser schlechtes Gewissen beruhigt. Doch mal ehrlich, wir spenden für alles und jeden. Viele geben mal hier 10, mal da 50 Euro. Doch wenn es um nationale Symbole geht, wie sieht es da aus? Ja, auch da gibt es Spenden, da machen auch in Deutschland sehr wohlhabende Menschen ihre Geldbörsen auf. Man denke an die Millionenspenden für die Stadt Görlitz, man denke an den Einsatz, auch den finanziellen Einsatz von Günther Jauch für Potsdam. Doch wo bleiben die wirklich Reichen? Spenden die nur im Geheimen, mögen die es nicht, dass Medien melden „Die Familie ... hat für den Erhalt von … 50 oder 100 Millionen Euro gespendet? Gibt es gar einen Wettbewerb darum, der größere Spender zu sein? Ich jedenfalls kenne so etwas nicht aus Deutschland.

Und nun der Blick über den Rhein nach Frankreich. Dort brannte noch das Nationalheiligtum, die Kathedrale Notre-Dame de Paris, da kamen von zwei Familien, die ihr Geld vor allem mit Luxusgütern verdienen, Spendenzusagen über sagenhafte 300 Millionen Euro. Die Familie Pinault – sie hält große Anteile an Marken wie Gucci, Yves-Saint-Laurent und auch Puma – sagte 100 Millionen Euro Wiederaufbauhilfe zu. Es dauerte nicht lange und die Familie Arnault – Mitinhaber von Unternehmen wie Christian Dior, Louis Vuitton oder der Champagnermarke Moet – sagte 200 Millionen Euro zu. Schön, das Vermögen beider Unternehmen wird auf etwa 100 Milliarden Euro geschätzt (Arnault = 75 Milliarden Dollar, Pinault = 30 Milliarden Dollar). Auch andere französische Unternehmen zeigten sich sehr, sehr großzügig. So sagte die Familie Bettencourt, Haupteigner des Kosmetikkonzerns L'Oréal, ebenfalls 200 Millionen Euro zu.

Doch nicht nur die Besitzer der weltweit bekannten Luxusmarken wollen helfen. Der Ölkonzern Total sagte 100 Millionen Euro, der Milliardär Marc Ladreit will genau wie der Bauriese Bouygues je zehn Millionen Euro für den Wiederaufbau der meistbesuchten Sehenswürdigkeit Europas zur Verfügung stellen. Das sind sicherlich erst die ersten Hilfszusagen der superreichen Franzosen.

Nun wünsche ich mir keinesfalls, dass der Kölner Dom brennt um zu erleben, dass auch deutsche Superreiche zeigen, wie großzügig sie sein können. Doch ich würde mir schon sehr wünschen, dass man von deutschen Milliardären nicht nur dann hört, wenn es einen Skandal gibt, wenn Pleiten drohen oder es sonstige negative Nachrichten gibt. In diesem Jahr gibt es das Grundgesetz 70 Jahre. Darin heißt es in Artikel 14,2: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“. Heißt das auch, dass Eigentum dazu verpflichtet, Gutes mit seinem Geld zu tun? Davon bin ich überzeugt. Eigentum verpflichtet nicht nur Steuern zu zahlen, es verpflichtet eben auch, es zum Wohl der Allgemeinheit einzusetzen. Davon ist leider in Deutschland nicht wirklich viel zu bemerken. Hier versichern wir uns im besten Fall und ansonsten soll der Staat helfen. Greift beides nicht, gibt es im Fernsehen einen Spendemarathon. Da habe ich noch nie erlebt, dass eine Milliardärsfamilie einige Millionen beispielsweise  für Opfer von nationalen Naturkatastrophen gegeben hat.

Toll, was da in Frankreich läuft, was da gerade an Spenden fließt. Hoffentlich brauchen wir das nie. Doch auch abseits von solchen spektakulären Katastrophen brauchen viele Gotteshäuser in diesem Land viele Millionen Euro, um nicht irgendwann einfach einzufallen.

Ich spendiere mir jetzt erst einmal ein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto:
Pixabay

 


Veröffentlicht am: 17.04.2019

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