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26.05.2019

 

 


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Morgengruß von Helmut Harff: Gott oder Göttin

Muss die Schöpfungsgeschichte umgeschrieben werden?

Es passte zu Ostern wie sonst wohl keine Diskussion, die ich gestern mit einer sehr feministischen Christin hatte. Sie ahnen es? Ja, es ging darum, ob Gott ein Mann oder eine Frau ist. Da war die Frau bei mir nicht wirklich an der richtigen Adresse, zumindest wenn sie Zustimmung erwartet hatte.

Zuerst einmal: Mir ist eigentlich völlig egal, ob Gott nun weiblich oder männlich ist. Ich glaube nämlich, dass das Geschlecht für die Göttichkeit eines Wesens, von dem wir uns wenn überhaupt nur ein sehr unzureichendes Bild machen können, völlig egal ist. Gott soll weder Kinder zeugen noch Kinder gebären können. Der hat einen ganz anderen Job, um es mal ganz profan zu sagen. Und da Gott ohnehin der absolute Einzelkämpfer ist, ist er für mich viel eher geschlechtslos, als eben Mann oder Frau.

Das sah mein Gegenüber nun völlig anders. Gott ist kein Mann sondern eben eine Göttin. Ich stimmte der Frau nun mal zu. Das allerdings mit dem Zusatz, dass ich mir nie vorstellen konnte, dass ein Mann in nur sieben Tagen die Welt erschaffen kann, und dann noch so eine unvollkommene, wie die unsere. Ich durfte mir dann anhören, dass ich ein Macho sei. Ist dann Gott doch ein Mann, wenn die Schöpfung eben nicht perfekt war? Strinrunzeln auf der anderen Seite.

Doch nun kam ich langsam in Fahrt. Ich fragte, warum die Göttin als ersten Menschen einen Mann geschaffen hat. Hatte die Göttin vielleicht doch vor, selber weitere Menschen zu gebären und brauchte dazu eben einen Mann? Empörung pur schlug mir entgegen. Die Göttin kann ja auch Eva zuerst geschaffen haben. Nun hatte ich die Fragezeichen in den Augen. Dann stimmt es also auch nicht, dass Eva aus der Rippe eines Mannes gemacht wurde? Wieso haben denn Frauen eine Rippe mehr als Männer? Die Antwort habe ich wohl akustisch nicht so richtig verstanden. Doch wenn Eva eine göttliche Schöpfung war und Adam sozusagen ein Folgeprodukt und wenn Eva das göttliche Abbild war, wieso ist es dann Eva, die mit ihrer Neugier dafür sorgte, dass das erste Menschenpaar aus dem Paradies vertrieben wurde, so ein neugieriges Wesen? Beten wir eine neugierige Göttin an?

Zornesröte bei der feministischen Christin. Das wäre alles männliche Lesart, schließlich sei die Bibel ja von Männern geschrieben worden. Mein Einwurf, dass auch das ja eine Göttin einfach hätte verhindern können, aber vielleicht sei sie ja neugierig gewesen, was Adams Nachfolger so zu Pergament bringen, wurde schlicht ignoriert.

Ich glaube, dass ich ihr das Osterfest schlussendlich so richtig versauen konnte, denn die Frau versuchte mich immer wieder davon zu überzeugen, das Gott eben doch eine Göttin sei. Ich fragte Sie, ob sie als Christin denn wenigstens an die unbefleckte Empfängnis von Maria glaubt. Das täte sie, bekam ich zu hören. Ich wollte dann wissen, wie die Göttin Maria geschwängert haben soll. Womit, ganz klar, mit ihrer göttlichen Kraft, war die Antwort. Dann, so mein Einwand, wäre es ja kein Wunder, sondern schlicht eine göttliche Aktion, wie so viele. Ich frage mich aber, warum die Göttin nicht selber ihren Sohn ausgetragen hat, sondern sich dazu einer Leihmutter bediente. War die Göttin zu alt - was genauso unsinnig ist wie die Frage, ob die Göttin Angst vor Schwangerschaftstreifen hatte. Beides kann ja einer Göttin nichts anhaben.

Ich glaubte, die Göttinnen-Verfechterin kippt gleich vom Stuhl. Von dem sprang sie dann wirklich auf, als ich meinte, ich würde keine Göttin anbeten, die als Mutter (auch wenn da eine Leihmutter im Spiel war) so einfach ihren Sohn ans Kreuz nageln und dort grausam sterben ließ. Das würde keine Mutter zulassen – schon gar nicht eine mit göttlicher Macht.

Wie gesagt, Gott ist für mich kein Wesen, das man mit menschlichen Maßstäben sehen kann. Gott ist eben nicht von unserer kleinen Welt, die da Erde heißt. Doch wenn dem so ist, ist die Frage nach dem göttlichen Geschlecht völlig sinnlos. Demnach war unser Disput unsinniger als der um des Kaisers Bart.

Gott, das ist ein Wesen, bei dem ich mich gern bedanke – heute unter anderem für das Frühstück mit der besten Frau der Welt.

Ich wünsche ihnen ein genussvolles Frühstück und Gottes Segen.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 20.04.2019

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