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11.07.2020

 

 


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Qualität hat ihren Preis

ADAC testet E-Scooter

Erst Euphorie, dann Ernüchterung – zumindest wenn es um wahllos abgestellte und rücksichtslos genutzte Sharing-Fahrzeuge geht: Fast sechs Monate nach der Zulassung von E-Scootern gibt es nun auch zunehmend Modelle mit Straßenzulassung für den privaten Gebrauch.

Wie gut diese Modelle sind und ob die teils deutlichen Preisunterscheide gerechtfertigt sind, hat der ADAC nun an acht verfügbaren Modellen getestet. Das Ergebnis: Hochpreisige E-Scooter bieten tatsächlich mehr Sicherheit, Fahrkomfort und Ausstattung.

Für den Vergleichstest wurden acht E-Tretroller zwischen 550 und 2400 Euro auf Handhabung, Komfort, Fahreigenschaften und vor allem Fahrsicherheit untersucht. Dabei konnten sich die drei teuersten Modelle auch die drei vordersten Plätze sichern. Testsieger mit dem ADAC Urteil „gut“ (1,9) ist der teuerste Roller im Test, der gemeinsam mit Kettler entwickelte X2 City von BMW (Preis: 2399 Euro). Er konnte durch seine gute Verarbeitung und die besten Ergebnisse im Sicherheitstest überzeugen. Das hohe Eigengewicht und die gewöhnungsbedürftige Antriebssteuerung durch ein Fußpedal haben allerdings die Bestnote verhindert.

Weitere drei Roller schnitten ebenfalls mit „gut“ ab: Egret-Ten V4 mit der Note 2,0, Metz Moover und IO-Hawk Exit-Cross mit 2,5. Im Mittelfeld haben die ADAC Tester drei Scooter im Preissegment zwischen 1250 und 550 Euro mit „befriedigend“ bewertet. Darunter befindet sich auch der Preis-Leistungs-Sieger The Urban #BRLN V3. Auf dem letzten Platz landet einer der günstigsten Roller im Test: Der Moovi ES145 zum Preis von knapp 800 Euro. Zu kleine Räder und ein Klappmechanismus mit viel Spiel lassen nur eine instabile Fahrweise zu, und wegen der schwer dosierbaren Vorderradbremse ist das Unfallrisiko hoch, meint der ADAC. Beim Überfahren des Bordsteins versagte der Klappmechanismus und im Dauertest kam es zum Bruch der Vorderradfederung – damit erhält dieser Roller nur die Note „mangelhaft“.

Blinker hatte aktuell keiner der getesteten Tretroller, aber um beim Anzeigen der Fahrrichtung nicht instabil zu werden, sollte die Hand nicht vom Lenker genommen werden. Richtungsänderungen mit dem Fuß anzuzeigen, ist allerdings nicht rechtsgültig. Der ADAC fordert die Hersteller auf, die Scooter zukünftig mit Blinkern auszustatten, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Wer sich aktuell einen E-Scooter kaufen möchte, sollte darüber hinaus auf ausreichend großen Räder achten. Der aktuelle Test hat gezeigt, dass sie eine stabilere Fahrweise und mehr Sicherheit garantieren. Ein weiterer Sicherheitsgewinn sind hydraulische Bremsen an Vorder- und Hinterrad. Sie bringen den Fahrer schneller und sicherer zum Stehen.

Außerdem sollten sich Käufer über die Reichweitenangaben der Hersteller informieren. Diese sind je nach Hersteller und Modell sehr unterschiedlich (zwischen 20 und knapp 50 Kilometer) und weichen teils drastisch von den tatsächlichen Werten ab. Auch die mögliche Zuladung ist nicht unwichtig, so kann der IO Hawk Sparrow nur 88 Kilogramm tragen, der BMW X2 City hingegen 129 kg.

Vor allem sollte aber das Eigengewicht des E-Scooters beim Kauf berücksichtigt werden. Denn die Tretroller können und sollen auch Pendler auf der sogenannten „letzten Meile“ unterstützen. Damit dies gelingt, müssen die Roller gut zu transportieren sein. Ein geringes Eigengewicht und ein einfacher Klappmechanismus sind dabei essentiell. Im aktuellen Test waren zwei Roller mit über 20 Kilo dabei, für einen Transport in Bus und Bahn eindeutig zu viel, so der Automobilclub. (ampnet/jri)

Foto: Auto-Medienportal.Net/ADAC

 


Veröffentlicht am: 13.11.2019

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