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05.07.2020

 

 


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Nichts geht über Hubraum

... zumindest beim Porsche Cayenne GTS



Die Welt war eine andere, als Porsche vor knapp 13 Jahren den ersten Cayenne GTS auf den Markt brachte: Basierend auf der ersten Modellgeneration wurde er von einem freisaugenden V-8-Triebwerk mit 405 PS (298 kW) angetrieben, und als Alternative zur Automatik gab es eine klassische Handschaltung.

In der zweiten Generation war der Cayenne GTS dann nur noch mit Automat lieferbar, aber es blieb zunächst bei einer auf 420 PS (313 kW) leistungsgesteigerten Variante des 4,8-Liter-V8. Im Jahr 2015 mussten Hubraum-Aficionados allerdings einen Schock hinnehmen: Fortan wurde der GTS von einem 3,6-Liter-V6-Biturbo im Downsizing-Format angetrieben. Über den Verlust zweier Töpfe konnte auch die weitere Leistungssteigerung auf 440 PS (324 kW) nicht hinwegtrösten.

Jetzt hat Porsche die Klage der Fans erhört: Während der reguläre Cayenne S mittlerweile nur noch 2,9 Liter Hubraum benötigt, um das bisherige GTS-Niveau von 440 PS zu erreichen, erhält der nagelneue GTS seine acht Zylinder zurück. Diesmal handelt es sich allerdings um einen hochmodernen Turbomotor mit glatten 4,0 Litern Hubraum, dessen Leistungskurve in 460 PS (338 kW) gipfelt. Und dafür muss er sich nicht besonders anstrengen, denn es handelt sich im Prinzip um das gleiche Triebwerk, das im Spitzen-Cayenne namens Turbo stolze 550 PS (405 kW) leistet.

Im Cayenne GTS liegt das maximale Drehmoment bei 620 Newtonmetern, der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert – sofern das Sport-Chrono-Paket an Bord ist – 4,5 Sekunden. Und oben heraus erreicht der Cayenne GTS glatte 270 km/h. Der Unterschied zum immerhin 90 PS stärkeren Turbo manifestiert sich dabei vor allem im oberen und obersten Geschwindigkeitsbereich. Und so mancher Cayenne hält sich gar nicht so häufig in diesen Gefilden auf – insbesondere wenn er vorwiegend als anspruchsbetontes Familienauto verstanden wird.

Die Verbrauchswerte des Cayenne GTS liegen auf dem Niveau des Turbo und damit auch oberhalb des fast gleich starken Cayenne S. Dafür bietet er aber auch jenen unnachahmlichen Auspuffklang, den kein Sechszylinder je wird erreichen können. Eine Acht-Stufen-Automatik ist übrigens ebenso obligatorisch wie der Allradantrieb.

Porsche bezeichnet den GTS als besonders puristische Variante, tatsächlich jedoch bündelt dieses Modell viele der beliebten Optionen, mit denen die Kunden ihrem SUV einen martialischeren Auftritt verleihen. Dazu gehören schwarze 21-Zoll-Räder (zwei Nummern größer als beim Cayenne S) sowie ein tiefergelegtes Fahrwerk mit aktiven Dämpfern und das Torque-Vectoring-System, das die Kurvenagilität bis ins Surreale steigert. Die spezifisch abgestimmte Abgasanlage verströmt sonoren Klang, bei der Coupé-Version und in Kombination mit dem Leichtbaupaket gibt es zudem einen nochmals schärferen Sportauspuff mit zwei mittig angeordneten, armdicken Endrohren.

Nicht nur die Felgen sind übrigens schwarz, sondern auch verschiedene Logos, und die Front- und Heckleuchten verfügen über abgedunkelte Blenden. Auch im Interieur sind reichlich Plaketten verteilt, und die Sitze gibt es so nur beim GTS.

Wer seinen Cayenne S ohnedies mit derlei sportlichem Zierrat bestellt hätte, für den kommt der GTS einem Sonderangebot gleich. Doch auch wer auf acht Zylinder Wert legt, ohne die Spitzenleistung eines Cayenne Turbo zu benötigen, kommt mit dem neuen Modell auf seine Kosten. Es passt besonders gut zur Coupé-Karosserie, die rund 4400 Euro mehr kostet als das reguläre Modell und das seine ausladenden Abmessungen besonders geschickt und praktisch ohne Abstriche beim Raumangebot kaschiert. Der reguläre Cayenne GTS steht ab 114.087 Euro in der Preisliste.

Fotos: Auto-Medienportal.Net/Porsche

 


Veröffentlicht am: 13.06.2020

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