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Golf: Belastung für den Rücken?

Dr. Munther Sabarini äußert sich zu der erneuten Rückenoperation des Golf-Superstars Tiger Woods

(Dr. Munther Sabarini, Neurochirurg und Gründer der Avicenna Klinik in Berlin) Mitte Januar teilte der amerikanische Golfspieler Tiger Woods über die sozialen Medien mit, dass er sich zum fünften Mal einer Rückenoperation unterziehen musste.

Mit einer Mikrodisektomie – einem Standardeingriff bei lumbalen Bandscheibenvorfällen – wurden Teile einer Bandscheibe, die auf einen Nerv drückten und Schmerzen verursachten, entfernt. Laut einem Statement seiner Ärzte ist die OP gut verlaufen und Woods befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der 45 Jahre alte Superstar selbst schrieb, dass er sich schon darauf freue, mit dem Training zu beginnen. Woods leidet jedoch schon seit mehreren Jahren unter Rückenproblemen und unterzog sich bereits drei Mikrodisektomien sowie einer Versteifung von zwei Lendenwirbeln. Es stellt sich deshalb die Frage, ob mit einem erneuten Comeback des Golfstars zu rechnen ist.

Bei einigen Patienten besteht die Notwendigkeit mehrfacher Operationen, beispielsweise wenn immer neue Rückenbereiche betroffen sind. Doch bei jedem Eingriff tragen Chirurgen notwendigerweise leichte Knochenanteile ab, machen Bänder – sogenannte Ligamente – auf und schneiden bei offenen OPs auch Muskeln ein. Dies beeinträchtigt die Stabilität und erhöht den Druck auf die Bandscheibe, was wiederum zu neuen Vorfällen führen kann. Deshalb werden immer häufiger minimal-invasive Eingriffe an der Wirbelsäule angewendet – wie auch bei Tiger Woods. Die Rehabilitationszeit ist bei solchen Behandlungen deutlich kürzer.

Dennoch ist zu erkennen, dass Woods trotz generell guter physischer Verfassung anfällig für Rückenprobleme ist. Grundsätzlich stellen Bandscheibenleiden aber kein Hindernis für Golf dar. Allerdings sollten Golfspieler auf einen rückenschonenden Schwungablauf und eine insgesamt gut trainierte Rückenmuskulatur achten. Mit dem falschen Schwung und einseitigem Training bedeutet die Anspannung der einen Muskelpartie nämlich mehr Belastung und Verspannung für andere Bereiche. Wichtig beim Golf ist, von vornherein niemals einen Schwung auszuführen – zum Beispiel mit einer ausgeprägten Innen-Außen-Bewegung oder einer starken Verdrehung um die Längsachse –, der irgendwann zu Verletzungen führen kann.

Foto: Avicenna Klinik

 


Veröffentlicht am: 26.01.2021

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