Kaum qualmt in Island irgend ein unaussprechlicher Vulkan, schon bricht der Flugverkehr in Europa zusammen. Deutschland bleibt ohne Regierungschefin und wenn es ganz schlimm kommt, muss Polen von seinem Regierungschef ohne ausländischen Besuch Abschied nehmen.
Da qualmt nun der Eyjafjalla in der isländischen Einöde, verpesstet die Atmosphäre und keiner regt sich auf. Wo sind die EU-Politiker und –Beamten, wo die Weltverbesserer, die Talkshow-Meister- und –Meisterinnen, wo sind WWF und B.U.N.D., wo sind die Gutmenschen, die Verschwörungstheoretiker, die Weltuntergangsapologeten? Wo sind diejenigen, die den Kühen die Blähungen nicht verbieten konnten, Rauchverbote und Feinstaubplaketten aber bejubelten? Sie sonnen sich gerade im Straßencafé, sind mit ihrem Rad auf Frühlingserweckungstour.
Dabei gibt es zu viel zu tun. Es müssen schnell Daten gesammelt werden, mit denen man ein Rauchverbot für Vulkane begründen kann, weil wir sonst unter deren Asche versinken. Es müssen Kongresse zur Verhinderung von Vulkanausbrüchen durchgeführt werden, es müssen Expertenkommissionen und der Weltsicherheitsrat tagen. Das US-Heimatschutzministerium muss gemeinsam mit dem russischen Inlandsgeheimdienst darüber debattieren, wie man verhindert, dass Vulkane in die Hände von Terroristen fallen.
Ich übertreibe? Zugegeben, ich musste gestern unter dem Vulkanausbruch leiden, konnte nicht von Mannheim nach Berlin fliegen, sondern den Zug ab Frankfurt/Main nehmen. Da ist man schon traumatisiert.
Mein Wunsch wäre angesichts der gigantischen Staubmassen aus Island, hierzulande schnell darüber nachzudenken, das völlig überzogene Rauchverbot zumindest zu modifizieren und die schwachsinnigen Feinstaubplaketten wieder abzuschaffen. Das eingesammelte Geld muss zurück gezahlt werden. Es könnte auch den Isländern für die Beseitigung der Vulkanschäden gespendet werden.



















