(Helmut Harff / Chefredakteur) Nun flattern sie wieder, die schwarz-rot-goldenen Fähnchen. Zumeist an Autos befestigt, zeigen sie an: Fußballzeit. Die deutsche Nationalmannschaft ist auf dem Weg, dass wir Fußballweltmeister werden. Sicherlich ist die Euphorie deutlich geringer als vor vier Jahren. Da traf der weltweite Fußballadel in Deutschland aufeinander und sorgte so für das "Sommermärchen".
Nun ist wieder WM-Zeit und Flagge zeigen ist wieder Fußballfan-Pflicht. Ansonsten gehört es nicht gerade zu den deutschen Tugenden, Flagge zu zeigen. Spätestens am 3. Oktober - das ist der "Tag der Deutschen Einheit" wird sich das wieder zeigen. Die offizielle Republik wird beflaggt, die Autos bleiben an diesem Sonntag sicherlich weitgehend fahnenlos.
Flagge zeigen, dass ist auch ansonsten nicht unser Ding. Wenn es jemand macht, und sei es nur die muslimische Nachbarin mit ihrem Kopftuch so ist uns das suspekt. Welcher Christ outete sich schon mit einem sichtbar getragenen Kreuz, welches Mitglied von CDU, SPD, FDP, Grünen oder der Linken trägt noch ein Parteiabzeichen? Flagge zeigen, für ein Sache, für eine Haltung, für sein Land einstehen, das ist nicht mehr in. Wer Flagge zeigt, riskiert Fragen, spöttische Bemerkungen oder gar Ablehnung. Wer Flagge zeigt, der erntet aber auch Anerkennung und Zuspruch - häufig von einer Seite, die er nicht erwartet.
Mein Tipp: Zeigen wir Flagge. Zeigen wir Flagge, auch wenn es nicht darum geht, ob wir Weltmeister werden. Zeigen wir Flagge als selbstbewusste Männer, die das Leben genießen, die ihren Platz im Leben gefunden haben.



















