Morgengruß von Helmut Harff: Zu Hause...

... ist es doch am schönsten, sagt man. Ich glaube, dass wer auch immer diesen Satz prägte nicht die Rückkehr aus dem Urlaub meinte. Für mich ist die Rückkehr aus dem Urlaub oder von Pressereisen kein Vergnügen. Da liegt stapelweise Post, die liebe Menschen in den vergangenen Tagen aus dem Briefkasten holten. Da warten Unmengen an Mails darauf, geöffnet, gelesen und gelöscht zu werden.

Damit noch lange nicht genug an Arbeit. Der Koffer will ausgepackt, die Wäsche gewaschen werden. Der Kühlschrank muss wieder aufgefüllt werden. Nur Arbeit, bevor man überhaupt wieder seine gewohnte Tätigkeit aufnimmt. Es sollte Menschen geben, die sich um solche unangenehmen Dinge kümmern. Das ist vielleicht gar keine so schlechte Geschäftsideen. Solche Dienstleistung würde sicherlich dazu beitragen, dass der Urlaub nicht so stressig endet. Dann bleibt die Urlaubsstimmung noch einige Tage länger erhalten.

Nur gut, dass man unterwegs mit seinen Freunden kommuniziert hat. Doch es gibt immer noch genug Leute, mit denen man  schnell sprechen will. Doch das gehört zu den eher angenehmen Dingen. Das gilt auch für die Durchsicht der gemachten Fotos und Videos. Die wollen gesichtet, bearbeitet und archiviert werden. Doch das ist für mich schon wieder Urlaub in seiner kleinsten Variante.

Als vielreisender Journalist erlebe ich solche Rückkehr-Szenarien immer wieder. Mein Konzept gegen den Rückkehrstress ist relativ einfach: Erst einmal das tun, was keinen Aufschub duldet. Die Post wird vorsortiert und zuerst nur die wichtig erscheinende geöffnet. Gleiches gilt für die Mails. Klar muss ich den Koffer auspacken und die Waschmaschine anwerfen, doch die schmutzige Wäsche liegt im Koffer gleich obenauf. Das spart das Sortieren.

Ansonsten habe ich vorher meinen Kühlschrank mit Dingen vor der Reise bestückt, die so gelagert einige Tage frisch bleiben. Ich muss ja nicht gleich wieder frisches Grünzeug essen. Schließlich habe ich im Urlaub ja soooo gesund gegessen (eigentlich mehr geschlemmt).

Und doch, ich fahre viel lieber irgendwo hin, als ich von irgendwo wieder nach Hause kommen.

Nun gehe ich erst einmal frühstücken, denn dafür bietet mein Kühlschrank wirklich nicht all zuviel.

Ihnen wünsche ich ein schönes Frühstück - hoffentlich im Urlaub.

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