Morgengruß von Helmut Harff: Lecker

Es gibt Bohneneintopf oder Reis mit Pinienkernen und Gemüse

Wir reden gerade nur über eines: Wie bewältigen wir den Ansturm der Flüchtlinge, wie bringen wir die Menschen unter, was kommt da eigentlich auf uns zu, was kostete das, wie sollen wir das nur bewältigen?

Hier und da wird mit Blick auf den Arbeitsmarkt und die demografische Entwicklung der deutschen Bevölkerung schon eher verhalten und mit viel Skepsis in der Stimme auch über Chancen  geredet.

Über die Küche der zumeist aus Syrien stammenden Flüchtlinge wird dagegen gar nicht geredet. Das ist schade, denn denken wir einmal zurück, so wurden weite Teile der deutschen Bevölkerung erst auf ihre türkischen Mitbürger aufmerksam, als es überall Döner, Falafel und andere Köstlichkeiten gab. Fladenbrot kannte man nur aus dem Urlaub, heute gibt es das in jedem Supermarkt.

Und nun? Nun kommen hunderttausende Menschen mit ihren Essgewohnheiten. Hunderttausende, von denen viele Moslems sind. Keine rosigen Aussichten für Schweinezüchter. Wobei, sieht man sich mal genauer um, essen auch viele Menschen aus Ländern wie Syrien Schwein. Allerdings steht bei den meisten, geht es um Fleisch, eher Lamm und Geflügel auf der Speisekarte. Gern gegessen werden auch Fisch und Meeresfrüchte. Dinge, die auch in der deutschen Küche nicht fremd sind.

In fast jeder syrischen Küche findet man Zutaten wie Weizen, Kichererbsen, Oliven, Tomaten, Aprikosen, Granatäpfel, Datteln und Feigen und als Kräuter und Gewürze Minze, Kardamom, Zimt, Safran, Sesam und Kreuzkümmel.

Die syrische Esskultur ist ohne die  unendlich vielen Variationen von Vorspeisen gar nicht denkbar. Wie in fast allen Küchen des Orients bilden die "Mezzeh" genannten Vorspeisen einen wichtigen Bestandteil eines typischen Mahles. Als Mezzeh werden in Syrien u.a. "Hummus" (Kichererbsenbrei), "Tabule" (Salat aus Tomaten, Weizen und gehackter Petersilie), Auberginenmus, eingelegte Gemüse und verschiedene Joghurtsaucen gereicht. 

Zu den beliebten Hauptgerichten gehören z.B. Huhn und Lamm auf Spießen über Holzkohle gegrillt und Kibbeh (aus Weizenschrot, Hackfleisch und Zwiebeln), Falafel (frittierte Kichererbsenbällchen), Bohneneintopf oder Reis mit Pinienkernen und Gemüse.

Als Dessert isst man Datteln, Obst, Milchpudding oder Eis mit Pistazien.

Die Syrer trinken viel Kaffee. Der Mokka wird mit Kardamom und noch mehr Zucker aufgebrüht. Auch der Tee wird stark gesüßt getrunken. Und Alkohol? Das Nationalgetränk ist der Arak, ein Destillat, das aus Wein hergestellt wird und dem man Anis hinzufügt. Man trinkt gern auch Wein und Bier. Alkohol ist nur während des Ramadans nicht erlaubt.

Ehrlich, ich freue mich auf die ersten syrischen Lebensmittelgeschäfte und Restaurants. Mal sehen, was die Syrier in den von ihnen betriebenen Imbissbuden anbieten.

Sehe ich es kulinarisch, so habe ich keine Angst vor den Menschen, die da ins Land strömen. Fremde Kulturen haben schon immer unsere Speisekarte bereichert. Man denke nur an die Pizza, an Pasta, Paella, Burger, Boulette, Baguette, Pelmini, Soljanka, und, und, und.

Nun gibt es erst einmal Frühstück – ganz traditionell, mit Mortadella, Feigengelee, Toastbrot und einem Omlette.

Ich wünsche ihnen ein genussvolles Frühstück.

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