Wirtschafts-News vom 30. September 2015

Michael Weyland informiert

(Michael Weyland) Die zentrale Datenbank zur Vergabe von Studienplätzen erfüllt auch fünf Jahre nach ihrer Einführung noch immer nicht ihren Zweck. Nach Recherchen des ZDF-Magazins "Frontal 21" für die Sendung am gestrigen Dienstag  konnten im vergangenen Wintersemester 21 036 Bachelor- und Masterstudienplätze nicht vergeben worden. "Frontal 21" hatte die Kultusministerien aller Bundesländer befragt. Der Anteil unbesetzter Studienplätze stieg danach von 4,8 auf 6,3 Prozent. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert, dass das Vergabesystem nicht funktioniere, weil zu wenige Hochschulen teilnähmen. Außerdem sei die Finanzierung bis heute nicht abschließend geklärt. Das so genannte Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) der Stiftung für Hochschulzulassung hatte 2008 die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) abgelöst. Über die Internetplattform "hochschulstart.de" sollten begehrte Studienplätze besser auf die Studieninteressierten verteilt werden. Tatsächlich bieten nach Recherchen von "Frontal 21" zu Beginn des neuen Wintersemesters gerade 89 von 180 der in Frage kommenden Hochschulen Studienplätze über die computergestützte Datenbank an. Zudem sind nur elf Prozent aller zulassungsbeschränkten Studiengänge, also Studiengänge mit einem Numerus Clausus, in der Datenbank gelistet. Wie soll irgendwas zentral koordiniert werden, wenn die Hälfte der notwendigen Daten fehlen, so die GEW.

Wie der NWB Verlag mitteilt, haben vermutlich Zehntausende verheiratete Arbeitnehmer, die auf ihre Lohnabrechnung für September schauten, eventuell einen Schock erlitten. Die Lohnsteuer für diesen Monat war mitunter wesentlich höher als in den Vormonaten. Der Grund: Aufgrund eines Computerfehlers beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) wurde die Steuerklasse automatisch von 3 auf 4 geändert und den jeweiligen Arbeitgebern Anfang September elektronisch mitgeteilt. Diese übernehmen die Daten des BZSt in ihre Software und erstellen dementsprechend die Lohn- und Gehaltsabrechnungen. Eine manuelle Überprüfung erfolgt in aller Regel nicht. Bei der Steuerklasse 4 werden Arbeitnehmer so gestellt als seien sie ledig. Laut der Oberfinanzdirektion Karlsruhe handelt  es sich um einen bundesweiten Fehler. Die Finanzämter könnten die betroffenen Fälle nicht selbständig erkennen, sondern seien auf die Hinweise der Arbeitnehmer angewiesen.  Diese sollten umgehend die Korrektur bei ihrem Finanzamt beantragen. Dies kann formlos geschehen. 

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