Morgengruß von Helmut Harff: Kopfschütteln

Wo kann ich Krieg führen...

Als ich gestern laß, dass der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos den Freidensnobelpreis 2016 bekommt, wunderte ich mich eigentlich nicht. Kopfschüttelnd laß ich dann, dass Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon dann auch noch äußerte, dass diese Preisvergabe dem kolumbianischen Volk "Hoffnung und Ermutigung" gäbe.

Toll, allerdings will das kolumbianische Volk augenscheinlich eher Rache als Frieden, denn wieso sonst wurde das Abkommen zur Beendigung der Kämpfe mit der Rebellenorganisation FARC-EP abgelehnt. Vergessen wurde wohl auch vom Nobelpreis-Kommitie, dass der Friedensnobelpreisträger 2016 noch immer Krieg gegen andere Rebellentruppen führt. Immer wieder findet man in der langen Liste der Friedensnobelpreisträger Menschen, an denen Händen viel, sehr viel Blut klebt. Ich finde es mehr als zweifelhaft, den Friedensnobelpreis an Menschen zu vergeben, die zuvor teilweise über Jahre und Jahrzehnte Kriege gegen fremde, aber auch gegen das eigene Volk geführt haben. Wenn denen die Lust am Kämpfen oder die Mittel dazu ausgehen, dann machen sie Frieden und werden auch noch dafür ausgezeichnet.

Ich finde, mit einem Preisträger wie Juan Manuel Santos oder vor Jahren Barack Obama entwertet man diesen eigentlich so wichtigen Friedensnobelpreis. Mit dem sollten nur Menschen oder Organisationen bedacht werden, die ohne Waffengewalt etwas für den Frieden unter den Menschen getan haben. Ja, ich hätte mir auch unsere Kanzlerin als Friedensnobelpreisträgerin vorstellen können. Unter den insgesamt 376  Kandidaten für den diesjährigen Friedesnobelpreis gab es ganz sicher viele, die den auch verdient hätten und an deren Händen eben kein Blut klebt.

Wenn man dem Nobelpreiskommitee und ihrer Begründung für den Friedensnobelpreis 2016 folgt, dann haben nach Beendigung des Krieges in der Ukraine Wladimir Putin und Petro Poroschenko genau so gute Chancen auf den Preis, wie Putin und Baschar al-Assad, wenn beide den Krieg in und um Syrien beenden. Vielleicht bekommen auch Terrortruppen wie der IS oder die Taliban mal den Friedensnobelpreis. Sie müssen nur die Waffen niederlegen und freien Wahlen zustimmen, an denen sie dann auch noch teilnehmen dürfen.

Eingangs frage ich, wo ich Krieg führen kann. Die Frage ist selbstverständlich unsinnig Doch es ist für mich unerträglich, dass man nur Kriege vom Zaum brechen und  die dann irgendwann beenden muss, um einen so reniommierten Preis zu bekommen.

Jetzt bekommt die beste Frau der Welt den ersten Preis für das tolle Frühstück, dass jetzt auf mich wartet.

Ihnen wünsche ich ebenfalls ein preiswürdiges Frühstück.

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