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17.10.2017

 

 

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Impressionismus. Kunst der Landschaft

250.000er Besucher im Potsdamer Palais Barberini begrüßt

Blick auf Potsdams historischen Stadtkern mit Museum Barberini, Foto: Helge Mundt, Copyright Museum Barberini

Am alten Markt in Potsdam, in Nachbarschaft zu Stadtschloss, altem Rathaus und Nicolaikirche ließ der Kunstsammler und IT-Pionier Hasso Plattner in den vergangenen Jahren das um 1770 erbaute, im zweiten Weltkrieg zerstörte Palais Barberini nach altem Vorbild im historischen Zentrum der Stadt wiedererstehen.

In den 17 Räumen auf 2.200 Quadratmetern Fläche sind wechselnde thematische Präsentationen der Sammlung des Museums mit Kunst aus der DDR und internationaler Kunst nach 1989 geplant und darüber hinaus drei Sonderausstellungen pro Jahr mit Werken aus der Privatsammlung Hasso Plattners in Kooperation mit internationalen Museen und Sammlungen.

Die Werke der Sammlung des Stifters und Mäzens Hasso Plattner reichen von den alten Meistern bis ins 21. Jahrhundert mit einer starken Konzentration auf den Impressionismus.  Wer Potsdam besucht, sollte sich dieses besondere Museum  nicht entgehen lassen. 250.000 Besucher wurden bis zum 5. Mai bereits gezählt.

Impressionisten empfanden sich als revolutionär


Die erste Schau im Museum Barberini „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“ wartet gleich mit einigen der bekanntesten Vertreter dieser Kunstrichtung auf: Claude Monet (1840-1926), Pierre-Auguste Renoir (1841-1919) und Gustave Caillebotte (1848-1894).
Künstler des Impressionismus empfanden sich selbst als revolutionär. Symbolgeladene Ideale der Wirklichkeit lehnten sie ab und legten hohen Wert auf  das Sehen und Empfinden des Moments. Daraus entstand das bis heute verbreitete Vorurteil, Impressionisten hätten ihre Bilder spontan, wenig planvoll und vor allem ohne genaue Beobachtung erschaffen. Diese Ausstellung möchte das Gegenteil beweisen.

Claude Monet: Seerosen 1914-1917, Privatsammlung, Scan: RECOM ART

Selbst wenn die Impressionisten ihre Landschaften zunehmend abstrakter darstellten, nahmen sie ihre Umgebung nicht nur akribisch wahr, sondern setzten sie mit großer Genauigkeit ins Bild. Die 92 ausgestellten Werke von Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Alfred Sisley oder Camille Pissaro zeigen, wie sorgfältig sie auf ihre ganz persönliche Weise die Wirklichkeit abbildeten.

Die Ausstellung zeichnet den Weg der impressionistischen Kunst in eine immer freiere Malerei nach. Motive wie Gartenbilder, Winterlandschaften und Spiegelungen auf Wasserflächen wurden erstmals  in einer Ausstellung als Experimentierfelder des Impressionismus vorgestellt. Mit welchen Themen überführten die Impressionisten Freilichtmalerei in die Moderne? Mit Meeresdarstellungen und Waldwegen emanzipierten sie sich von ihren Vorbildern Eugene Boudin und der Schule von Barbizon. In Gartenbildern fanden sie einen ungeahnt freien Umgang mit der Farbe. Die Landschaften des Südens mit ihren flirrenden Lichteffekten ließen sie Licht und Luft verweben und den Betrachter mit dem Betrachteten ebenso verbinden wie in Flusslandschaften mit ihren reflektierenden Flächen.

Liebermann lehnte sich auf, Munch provozierte einen Skandal


Eine weitere Ausstellung widmet sich den Klassikern der Moderne: Max Liebermann, Emil Nolde, Edvard Munch und Wassily Kandinsky.  Im Zentrum stehen 60 Gemälde und Skulpturen aus mehr als 100 Jahren, beginnend beim deutschen Impressionismus über den Fauvismus bis zur ungegenständlichen Malerei nach 1945. Die Moderne bezog sich nicht mehr auf historische Vorbilder. Aus dem Impressionismus entwickelte sich der Pointillismus, eine Malerei, bei der leuchtende Farben in kurzen Pinselstrichen nebeneinandergesetzt wurden. Eine Farbmischung sollte erst im Auge des Betrachters erfolgen. Künstler zerlegten die Wirklichkeit in einzelne Farbinformationen. Als wild und aufrührerisch wurden Primärfarben angesehen. Dies  beeinflusste eine jüngere Generation von Malern, die 1905 als „fauves“ (Wilde) in die Kunstgeschichte eingingen.

Die Ausstellung  „Klassiker der Moderne“ untersucht Positionen vom deutschen Impressionismus  bis zur Abstraktion nach 1945 und bis in die Gegenwart.

Max Liebermann, Förderer der Moderne im deutschen Kaiserreich war einer der ersten deutschen Sammler französischer Impressionisten. Mit realistischen Bildern lehnte er sich gegen die Historienmalerei auf und stellte sich gegen eine nationale Kunstauffassung.

Im November 1892 mündete eine Ausstellung des Norwegers Edvard Munch in einen Skandal. Als „abstoßend, hässlich, gemein“ wurden seine Bilder bezeichnet und die Schau nach nur wenigen Tagen geschlossen. Munchs Werke handeln von existentiellen menschlichen Themen zwischen Eros und Tod. Werke, die Munch seinerzeit so berühmt und berüchtigt gemacht hatten, sind heute Teil der Ausstellung im Barberini und geben Einblicke in Gemütsverfassung  und künstlerische Meisterschaft des Malers.

Edvard Munchs erst im November 2016 bei Sotheby’s in New York versteigertes Gemälde „Mädchen auf der Brücke“ hat Munch Zeit seines Lebens immer wieder bewegt und ihn zu unterschiedlichen Fassungen geführt. In Potsdam wird das Werk zusammen mit fünf weiteren Gemälden Munchs präsentiert.

Sisley Alfred: Wiesen von Veneux-Nadon, 1881, Privatsammlung, Scan: RECOM ART

Claude Monet und Auguste Rodin treffen sich erneut

Im zentralen Saal der Beletage mir Blick auf die Nicolaikirche und das Stadtschloss gibt es eine erneute Begegnung zwischen dem Maler Claude Monet und dem Bildhauer Auguste Rodin. Schon einmal (zu Lebzeiten) hatten sie im Jahr 1889 gemeinsam in Paris ausgestellt. Rodin führte damals mit den unruhigen Oberflächen seiner Figuren impressionistische Prinzipien der Lichtbrechung in die Bildhauerei ein. Motive wie Leidenschaft, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit drücken jene Skulpturen aus Rodins Großprojekten „Die Bürger von Calais“ und „Das Höllentor“ seit den 1880er Jahren aus.  Die Skulpturengalerie innerhalb der Ausstellung „Klassiker der Moderne“ erinnert an die gemeinsame Schau und würdigt in Rodins 100. Todesjahr einen Bildhauer, der das impressionistische Spiel mit dem Licht in die Skulptur eingeführt hat.

Im Almanach „Der Blaue Reiter“ entwarf Wassily Kandinsky 1912 eine „Epoche des großen Geistigen“ und verabschiedete das 19. Jahrhundert als Zeitalter des Materialismus. Den Künstlern empfahl er, Quellen der Kunst jenseits der europäischen Hochkultur zu studieren – die Osterinseln, Hinterglasbilder oder Kinderzeichnungen. Diese Erweiterung des Kunstbegriffs sei „Kette zur Vergangenheit und Strahl in die Zukunft“. Kandinskys Universalismus brachte die ersten ungegenständlichen Gemälde der Kunstgeschichte hervor und strahlte weit ins 20. Jahrhundert aus.

Abkehr von der Hierarchie


Nach 1945 rangen die Künstler darum, souverän in eine neue Zeit einzutreten. In Frankreich und Amerika entstand eine dem Existentialismus verpflichtete Kunst. Weg von der Komposition bedeutete Abkehr von der Hierarchie. Jeder Punkt auf der Bildfläche sei gleichwertig und der Blick der Betrachter soll sich frei bewegen können.
So setzten die Abstrakten Expressionisten in Amerika nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf die Spontanität der Pinselschrift, die Claude Monet einst eingeführt hatte.        

Von Liebermann und Munch über Rodin bis zu Klimt und Kandinsky reichen die Linien, die heute als Klassiker der Moderne bezeichnet werden und durch zeitgenössische Werke von Joan Mitchell, Andy Warhol und Gerhard Richter ergänzt werden.
 
Die Ausstellung des Museums Barberini versammelt Leihgaben aus 32 nationalen und internationalen Museen sowie Privatsammlungen.

Gustave Caillebotte: Die Brücke von Argenteuil und die Seine, um 1883, Privatsammlung

Barberini Smart Wall

Eine neuartige digitale Erfahrung mit Kunst ermöglicht die Barberini Smart Wall. Auf einem interaktiven Großbildmonitor (Größe: 3x5 Meter) können Ausstellungsbesucher die Kunstwerke erforschen.  160 Arbeiten von 35 Künstlern in brillanter Größe und Schärfe sind zu betrachten.
Der Hamburger Fotograf Christoph Irrgang reiste zu 41 Entstehungsorten impressionistischer Landschaften und fotografierte dort die Motive der Maler. Auf einer Europakarte sind die Orte festgehalten. Welche Bilder wurden wo und von wem gemalt? Besucher haben die Möglichkeit, Themeninformationen, Künstlerbiografien und Schaffensorte auf einer Online-Landkarte oder einem Zeitstrahl abzurufen. 

Der Barberini Guide kann vor dem Museumsbesuch kostenlos als App geladen werden, um die Räume des Palais begleitet von zahlreichen Bild- und Tondokumenten virtuell zu durchwandern. Die deutschsprachige Audiotour ist mit der Stimme von Günther Jauch zu hören.

Museum Barberini
Alter Markt
Humboldtstraße 5-6
14467 Potsdam
Besucherservice: 0331-236014-499
www.museum-barberini.com

Bis zum 28. 5. 2017 ist die Ausstellung noch zu sehen.

Quelle: Presseinformation Museum Barberini

 


Veröffentlicht am: 18.05.2017

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