Morgengruß von Helmut Harff: Vorsicht Radfahrer

Verkehrsrowdys sind unterwegs

Ich habe heute eine für Radfahrer nicht unwichtige Meldung veröffentlicht. Sie ist vor allem für Radler wichtig, die im Ausland unterwegs sind. Da drohen alkoholisierten Radfahrern drastische Strafen bis zum Gefängnisaufenthalt in Polen.

Ob das die Radfahrer in Ländern wie eben Polen oder auch Österreich oder Skandinavien zu vernünftigen Verkehrsteilnehmern macht, weiß ich nicht, hoffe es aber. In Deutschland sind die Strafen nicht nur für das alkoholisierte Fahren eines Rades deutlich niedriger, hier drohen Verkehrsrowdys auf zwei Rädern ohnehin kaum Strafen. Die Gefahr, doch einmal angehalten zu werden, ist ja auch so gering, wie ein Vierer im Lotto.

Ich verstehe nicht, warum man gerade Radfahrern so viel durchgehen lässt, denn wie sich viele Zweiradfahrer im Straßenverkehr benehmen, das ist schon ziemlich kriminell. Egal, ob ich im Auto, auf den Rad oder als Fußgänger unterwegs bin – für mich stellen Radfahrer die größte, weil unberechenbare Gefahr da.

Fußgänger bewegen sich auf Fußwegen, Autos auf der Straße, Radfahrer begegnen mir überall, manchmal sogar auf einem Radweg – gern aber dort in der falschen Richtung. Autos halten in nahezu allen Fällen bei einer roten Ampel. Fußgänger ignorieren die nur, wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist. Und Radler? Viele scheren sich nicht um die Ampel. Manchmal habe ich sogar den Eindruck, sie fahren nur dann, wenn die Ampel rot zeigt.

Autofahrer, so meine Erfahrung, mögen keine Blutspritzer auf ihrem Auto und auch keine Beulen. Deshalb halten Sie lieber an, als einen umzufahren. Zumindest hat mich noch nie ein Auto umgefahren. Fußgänger weichen einander auch eher aus, als sich ständig anzurempeln. Und Radfahrer? Die klingeln und brüllen, um so für sich wo auch immer den Weg frei zu machen. Sie scheuen auch den direkten Kontakt mit Autos, anderen Radfahrern und Fußgängern nicht.

So richtig platzt mir allerdings der Kragen, wenn die Rowdys auf dem Rad auf diesem nicht alleine sitzen, sondern auch noch ihren Nachwuchs transportieren. Wenn solche Menschen – zumeist Frauen – bei Rot über die Kreuzung rasen oder für sich sonstwie Sonderrechte einfordern, dann sollte ruhig mal das Jugendamt genauer hinsehen.

So richtig verstehe ich nicht, warum so viele augenscheinlich Null Ahnung von den Verkehrsregeln haben. Ich verstehe auch nicht, warum so viele Radfahrer sich und gern auch ihre Kinder hinter sich so massiv gefährden. Steigen sie vom Rad ab und mutieren wieder zu ganz normalen Fußgängern oder Autofahrern, so bewegen sie sich wieder wie ganz normale Menschen im Straßenverkehr.

Ich verstehe aber auch nicht, warum es rund um Radfahrer einen nahezu rechtsfreien Raum gibt. Ich habe das an einer relativ ungefährlichen Stelle selber probiert und bin bei Rot über eine Kreuzung gefahren und kurz danach abgestiegen. Der Polizeiwagen, der zuvor an der Kreuzung neben mir stand, fuhr einfach weiter. Die Polizisten machten keine Anstalten, mein Verhalten zu sanktionieren. So eine Polizei brauche ich nicht.

Ein Wort an alle Radfahrer, die sich jetzt aufregen, weil ich alle Radfahrer über einen Kamm geschoren haben: Es gibt das Sprichwort, wonach getroffene Hunde bellen. Wer sich (fast) immer an die Regeln hält, sollte sich einfach nicht angesprochen fühlen. Alle anderen sollten lieber mal ihr Verhalten als Radfahrer überdenken.

Ich fahre jetzt erst einmal mit den Rad zum Bäcker.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Sonntagsfrühstück. Vielleicht machen Sie ja heute noch eine Radtour.

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