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26.07.2017

 

 

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Paul Eliasberg „Phantastische Landschaften“

... im Museum Moderner Kunst Wörlen-Passau

Das Museum Moderner Kunst präsentiert aus Anlass des 110. Geburtstags von Paul Eliasberg (1907-1983) eine umfangreiche Werkschau eines der bedeutendsten Radierer der Nachkriegszeit.

1907 in München als Sohn des aus Russland emigrierten Autors und Übersetzers Alexander Eliasberg geboren, wuchs Paul zunächst in einem künstlerisch geprägten Umfeld auf, mit Kontakten zu den Familien Thomas Manns und Paul Klees. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Erstarken rechtsextremer Kräfte siedelte die Familie nach Berlin um, wo Paul Eliasberg ein Grafikstudium begann. 1926 ging der junge Künstler nach Paris und setzte seine Studien bei Roger Bissière fort. Während des Zweiten Weltkriegs lebte Eliasberg mit Frau und Tochter in Südfrankreich und war Mitglied der Resistance.

Die französische Staatsbürgerschaft nahm er 1947 an. Bis in die 1950er Jahre hinein ging Eliasberg dem Brotberuf des technischen Zeichners und Grafikdesigners nach, ehe ihm Ende der 1950er Jahre der künstlerische Durchbruch gelang. Bis zu seinem Tod im Jahr 1983 in Hamburg war er auf zahlreichen großen Ausstellungen in ganz Europa und in Israel vertreten; Eliasberg stellte, ungewöhnlich für die Zeit des Kalten Krieges, sowohl in Ost- wie in Westdeutschland aus und pflegte dort auch intensive Künstlerkontakte. Ab 1949 bereiste er immer wieder verschiedene Mittelmeerländer, vor allem in Griechenland fand er die Motive für seine mythischen Landschaften. Von 1966 bis 1970 lehrte der Künstler an der renommierten Städel-Schule in Frankfurt/Main.

Das künstlerische Werk von Paul Eliasberg besteht aus Aquarellen in lichter Farbigkeit sowie Federzeichnungen und Radierungen. Mit randlosen, von einem zarten Liniengespinst überzogenen Blättern ging Eliasberg einen ganz eigenen Weg zwischen französischem Tachismus und romantischer Gegenständlichkeit. Der phantasievolle Zeichner fand seine Motive zumeist in den felsigen Uferlandschaften Griechenlands und den himmelwärts strebenden Bauwerken der Gotik. Aus beiden Motivenkreisen formte Eliasberg strukturierte Flächenmuster, die in einem „all over“ vollständig den Bildausschnitt bedecken. Aus dem zarten Lineament ließ der Künstler ausdrucksvolle, atmosphärisch vielfältige, surreale Landschaften und Architekturen entstehen.

Die Radierungen erarbeitete Eliasberg zumeist nach seinen Federzeichnungen, wobei „den meisten große Geburtswehen vorausgingen. […] Wie oft muss wieder auf einer neuen Platte von vorne angefangen werden, weil ein Strich entweder zu schwach oder zu stark war, oder, kurz gesagt, ohne Ausdruck. Die Schwierigkeit des „kontrollierten Zufalls“. […] Was auf der einen Seite verlorengeht, […] die spielerisch-spontane Handschrift, kann auf der anderen Seite zum Gewinn werden, durch neue Kraft und Gesetze.“ (Paul Eliasberg)

Die Ausstellung in Passau präsentiert erstmals ca. 60 Werke aus einer umfangreichen Schenkung, die das MMK dankenswerterweise von der Tochter des Künstlers, Danielle Eliasberg, erhalten hat. Ergänzt wird diese Auswahl mit ca. 40 Leihgaben aus dem Kunstmuseum Bayreuth, das bis zum 8. Oktober 2017, in Kooperation mit dem Musée d’art et d’histoire in Genf, unter dem Titel „Seelenlandschaft“ den Künstlerebenfalls zu seinem Geburtstag ehrt.

Es erscheint ein Katalog, hg. v. Kunstmuseum Bayreuth und dem Musée d’art et d’histoire in Genf (152 S., zahlreiche farb. Abb.).

Danielle Eliasberg wird bei der Eröffnung anwesend sein.

Museum Moderner Kunst – Wörlen
Bräugasse 17
D-94032 Passau
www.mmk-passau.de

Bild: Paul Eliasberg, Leukadia, 1977, Radierung und Kaltnadel / Museum Moderner Kunst – Wörlen

 


Veröffentlicht am: 13.07.2017

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