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Morgengruß von Helmut Harff: 13. August

... und ich war sechs

Der 13. August 1961 war anders als all die anderen Tage, die ich mit meiner Oma auf einem sehr beschaulichen Bauernhof bei Berlin verbrachte. Der Bauer, ein Tulpenzwiebelzüchter mit vielen geschäftlichen Verbindungen nach Westberlin, lief kreidebleich und hecktisch umher.

Ich habe das nicht verstanden, auch nicht, als mir aufgeregt mitgeteilt wurde, dass man in Berlin eine Mauer gebaut hat. Mauern wurden doch jeden Tag gebaut, wozu diese Aufregung. Das wurde mir erst ansatzweise klar, als ich wieder in Berlin war und nicht mehr zu Verwandten durfte und ich keine Schokoladenplätzchen mehr bekam.

Als Kind hat man eben andere Prioritäten. Später war die Berliner Mauer immer Teil meines Lebens. Aus meinem Klassenzimmer blickte ich in den unerreichbaren Westen, genau wie vom Fernsehturm. Die Mauer, das war mein persönliches Monstrum, das kaum zu überwinden war. So ein Monstrum wünscht man keinem.

Kein Wunder, dass die allermeisten Menschen froh waren, als im November 1989 dann endlich die Mauer sich öffnete. Ich kaufte mir wirklich Schokoladenplätzchen, die mir nicht mehr schmeckten.

Was mir heute nicht schmeckt ist die Tatsache, dass es weltweit immer mehr Mauern gibt. Die trennen Nord- und Südkorea, die Palästinenser von den Israelis, die Mexikaner von den USA, die einen von den anderen Zyprioten. Es gibt zunehmend Mauern, mit denen will man Flüchtlinge davon abhalten ins eigene Land zu gelangen.

Mauerbauer, das scheint ein Beruf mit Zukunft zu sein. Schließlich gibt es den schon seit tausenden von Jahren. Mauerbauer haben in China die Große Mauer und in Europa den Limes errichtet. Sie bauten die Mauer quer durch Deutschland - und durften sie sogar wieder abreißen.

Letzteres sollte Vorbild und Leitlinie für alle Mauerbauer sein. Wenn es eine Botschaft von Deutschland für die übrige Welt gibt, dann die: Baut keine Mauern, sondern reißt sie ein. Macht aus der Mauer ein Museum und verkauft die Teile für viel Geld in alle Welt. Mauern bauen ist wirklich das dümmste, was man tun kann. Und mal ehrlich, wer will schon als dumm dastehen? Vielleicht die Politiker, die sich gern mit Mauern umgeben.

Ich gehe jetzt in einem Gott sei Dank für mich fast grenzenlosen und damit mauerfreien Europa im ****Hotel "Fernau" im österreichischen Stubaital frühstücken.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles und grenzenloses Sonntagsfrühstück.

 


Veröffentlicht am: 13.08.2017

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