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Morgengruß von Helmut Harff: Oh Gott

… wo bist Du

Nicht nur die Politiker vom rechten Rand sprechen von einer deutschen Leitkultur. Sie meinen damit auch, dass unser Leben auf christlichen Werten beruht. Gern ist auch vom christlichen Abendland die Rede. Zu hören ist auch von einem gottgefälligen Leben.

Gern grüßt man sich mit einem Grüß Gott. Die Antwort lautete dann vor allem von Menschen, die in nördlichen Gefilden leben: Ja, wenn ich ihn treffe. Und genau hier liegt ein sich immer mehr vertiefendes Problem in Deutschland: Immer weniger Leute treffen Gott, immer weniger suchen ihn, bieten ihm einen Platz in ihrem Haus, in ihrem Herzen an.
 
Ich glaubte immer, dass die Säkularisierung der Gesellschaft vor allem in der DDR gelungen sei. Heute weiß ich, dass ich hier falsch lag. Deutschland ist überall auf dem Weg, ein gottloses Land zu werden – zumindest wenn man es aus christlicher Sicht betrachtet.

In der DDR fanden zumindest in Berlin  viele junge Leute den Weg in die Jungen Gemeinden. Ja, wir waren auch in der FDJ, nahmen an der Jugendweihe teil. Überall gab es Geistliche und einen Weihnachtsgottesdienst ohne Pfarrer war so unwahrscheinlich wie ein Aufmarsch zum 1. Mai ohne rote Nelken.

Wer in der DDR auf die Idee kam oder die sogar umsetzte, eine Kirche sprengen zu lassen, hat bis heute einen sehr zweifelhaften Ehrenplatz auf der Liste der zumindest geistigen Verbrecher.

Und heute? Da kann man nur fragen: Oh Gott, warum verlässt Du uns? Ich habe ja an dieser Stelle schon darüber geklagt, dass es nicht einmal genügend evangelische Geistliche gibt, dass jede Gemeinde am Heiligen Abend Gottes Segen empfangen kann. Nun hörte ich, dass es in der katholischen Kirche mindestens ähnliche Probleme gibt. Es war davon die Rede, dass immer weniger junge Männer die Berufung zum Priesteramt erleben. Die Folge: Auch die Katholiken müssen auf Gottes Segen, wahrscheinlich auch auf die Beichte immer häufiger verzichten. Wenn keiner da ist, der die Beichte abnimmt, macht ein Besuch im Beichtstuhl auch keinen Sinn.

Was ich, der mit dem Abriss und dem Verfall von Kirchen in der DDR aufgewachsen ist, fast noch schlimmer finde, ist die Tatsache, dass immer mehr Kirchen leer stehen und verkauft werden. Wenn man Kirchen verkauft, weil einfach keine Christen mehr da sind, dann verkauft man die Seele des Ortes, dann verkauft man unsere Geschichte, aber auch unsere Gegenwart und Zukunft. Dann sind wir kein christliches Land.

Wenn wir aber uns immer weiter von unseren christlichen Wurzeln entfernen, wenn immer weniger Menschen überhaupt eine Ahnung davon haben, was christliches Abendland, was christliches Miteinander bedeutet, was sind wir dann? Woran glauben wir dann? An uns? Sie glauben an mich und brauchen deshalb nichts, was die Gesellschaft zusammenhält? Das Kompliment kann ich nicht zurück geben. Sie sind für mich kein Gottesersatz.

Augenscheinlich ist die zunehmende Gottesferne, die Abkehr ´von christlichen Werten aber sehr vielen Menschen einfach egal. Da nehme ich die Politiker überhaupt nicht aus, ganz im Gegenteil. Ich habe bisher kein Wort davon gehört oder gelesen, dass die beiden christlichen Parteien CDU und CSU in den Sondierungsgesprächen mit den Sozis sich dafür stark gemacht haben, dass Deutschland wieder ein christlich geprägtes Land werden muss. Ich meine damit keine rückwärts gewandte Entwicklung – ganz im Gegenteil. Ich meine damit eine Gesellschaft, die auf einem gemeinsamen Boden steht. Den verlieren wir schon seit Jahrzehnten – und wir lassen es einfach zu. Dafür beklagen wir dann eine zunehmende Islamisierung der Gesellschaft.

Jetzt gibt es Frühstück.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles und gesegnetes Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 13.01.2018

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