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Verbindungen

Jo Hruschka – Anja Listl – Erwin Schmierer – Barbara Zehner

(Philipp Ortmeier) Vier Künstler verbünden sich und nennen ihre gemeinsame Ausstellung »Verbindungen«. Das klingt sinnvoll und weckt vielschichtige Assoziationen: stofflich, formal wie inhaltlich. Glas ist ein im Schmelzverfahren gewonnener Verbundstoff – sogar einer der ältesten der Menschheitsgeschichte – aus (ursprünglich) Sand, Kalk, Soda und Pottasche.

Er scheint somit prädestiniert für dieses Motto. Die Gestalt der präsentierten Werke wird vielfach aus dem Prinzip des Zusammensetzens und Verbindens gewonnen, zugleich weckt das additive Ergebnis auch jenseits der reinen Form inhaltliche Bezüge wie zwischenmenschliche Kommunikation oder Objekt-Raum-Beziehungen. Genese, Gestalt und Gehalt thematisieren »Verbindungen«.

Barbara Zehner arbeitet in unterschiedlichen Techniken mit Glas: von der klassischen Glasbläserei über Gravur, Schliff, Relief und Druck bis hin zum modernen Fusing. Zentrale Motive ihres Schaffens sind Kraft, Energie, Freude oder Ausdauer. Kombinierte Glasketten loten die Möglichkeiten des Sich-Verbindens aus, gegossene Reliefs vermitteln spontane Experimentierfreude und lassen dem Zufall Raum für Entfaltung. Der Beziehung von Menschen zueinander und zu ihrer Umgebung spürt sie in figurativen Arbeiten nach. Auf Glasgefäßen eingravierte Worte wie »Space« oder »Love« wecken zusätzlich vitale und soziale Assoziationen.

Die Künstlerin wurde 1965 in Passau geboren. 1986–89 machte sie eine Ausbildung zur Glasgraveurin und -schleiferin an der Staatlichen Glasfachschule Zwiesel, 1991/92 führte sie ihre Studien an der Hochschule für Angewandte Kunst in Prag fort. Zehner ist freischaffend tätig mit eigenem Glasatelier zunächst in Hutthurm (1989), danach Passau (1992) und jetzt Fürstenzell (1996). Seit 1995 gestaltet sie Wände mit geschmolzenem Farbglas in Büros, Arztpraxen und im öffentlichen Raum. Ausstellungsbeteiligungen insbesondere in Bayern und Böhmen machten ihre Werke überregional bekannt.

Anja Listl widmet sich vorrangig der Glasmalerei. Ihre Objekte sind mal aus einem Stück gefertigt, mal aus mehreren Teilen zusammengesetzt. Sie begreift diese stets als Teil eines größeren Ganzen: innerhalb eines Werkes, einer Werkgruppe, ihres Schaffens, aber auch der langen Geschichte des Werkstoffes selbst. Individuelle Formschnitte betonen die Stofflichkeit der Werke, Wölbungen machen die Formbarkeit des heißen Glases sichtbar. Durch mehrmaliges Bemalen und Brennen entstehen opake Oberflächen und grafische Strukturen. Bei der Aufstellung wird die komplexe Wechselwirkung aus Farbe und Licht als Schattenspiel auf weißem Untergrund oder mittels Spiegelung zusätzlich belebt.

Die Künstlerin, 1970 in Passau geboren, absolvierte an der Glasfachschule Zwiesel von 1987–90 eine Ausbildung zur Glasgraveurin sowie von 1992–94 eine Weiterbildung zur Glasdesignerin. Neben ihrer Arbeit in regionalen Glashandwerksbetrieben, seit 1999 als Designerin bei der Firma Glas Dersch GmbH in Waldkirchen, ist sie seit 1992 freischaffend künstlerisch tätig. Ausstellungen führten sie auch über die Grenze nach Österreich und Tschechien.

Erwin Schmierer fertigt großformatige Glasplastiken. Thema vieler seiner Arbeiten ist die menschliche Figur: als Ganzkörper-Akt oder Kopf-Porträt. Seine farbigen Glasgussarbeiten sind einer möglichst exakten, naturalistischen Wiedergabe des menschlichen Körpers verpflichtet. In beleuchteten Stelen fügen sich einzelne Profile je nach Standpunkt des Betrachters zu Gesichtern zusammen – der Wechsel der Perspektive verändert gleichsam das Werk. Bei anderen Objekten sind geschnittene und geschliffene Glasscheiben an einem senkrechten Gewinde befestigt – durch die Drehbarkeit der Elemente kann das Kunstwerk tatsächlich seine Form verändern.

Der Künstler wurde 1969 in Zwiesel geboren. Seine Ausbildung zum Glasgraveur am Staatlichen Berufsbildungszentrum für Glas in Zwiesel schloss er 1993 mit dem Meister ab. Seit 1995 betreibt er sein eigenes Atelier »Gravur pur« zunächst in Frauenau, ab 2003 in Spiegelau. Neben den Techniken Glasgravur und -schliff arbeitet er auch im Bronze- und Glasgussverfahren.

Jo Hruschka versteht sich nicht ausschließlich als Glaskünstler. Er arbeitet auch in anderen Techniken wie z. B. Malerei und mit anderen Materialien wie z. B. Stein. Seine Serie »Zwölf Apostel« aus hochkant gerichteten, meist auf zwei Sockeln ruhenden Glasobjekten setzt sich in reizvollen Varianten mit der menschlichen Figur auseinander. Das gegossene Glas wird gesägt und geschliffen, wobei durch die Bearbeitung mit der Flex rostbraune Oberflächen entstehen. In anderen Werken transformiert er Flaschengläser zu Kunstobjekten, wobei sie mal völlig verschmelzen, mal in ihrer ursprünglichen Gestalt erkennbar bleiben und als Figuren in einen Dialog zueinander treten.

Der Künstler, 1957 in Zwiesel geboren, absolvierte von 1973–78 eine Ausbildung zum Glasmaler und Glasgestalter an der Staatlichen Fachschule für Glas in Zwiesel. Nach Berufspraxis und mehrmonatigen Studienreisen nach Amerika ist er seit 1988 freischaffend tätig. 1989 rief er die Künstlergruppe »Frei-Hand« ins Leben, 1991 war er Mitbegründer des Ateliers »Männerhaut« in Frauenau. Sowohl durch Kunst im öffentlichen Raum als auch zahlreiche Ausstellungen hat sich Hruschka über die Region hinaus einen Namen gemacht.

KUNSTVEREIN PASSAU e.V.
Sankt Anna-Kapelle
Heiliggeistgasse 4
fon 0851-9664666 fax 0851-9664712

Bild: Jo Hruschka

 


Veröffentlicht am: 15.05.2018

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