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23.07.2018

 

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Tretminen

... oder Plastikmüll?


In Deutschand soll es je nach Zählart zwischen fünf und neun Millionen Hunde geben. Die Hündler - wie ich die Hundehalter getauft habe - geben hunderte von Millionen, wenn nicht gar über eine Milliarde Euro für die Vierbeiner aus. Auch die Kommunen freuen sich über die Tierliebe der Deutschen, denn sie nehmen dank der Hundesteuer mehrere hundert Millionen Euro ein.

Da kann der Hundebesitzer auch verlangen, dass die Kommunen an jeder Ecke einen Tütenspender für die Hinterlassenschaften der Hunde aufhängen. Dort wo das passiert ist auch die Anzahl der Hundehaufen - gern Tretminen genannt - deutlich rückläufig.

Doch genau hier beginnt eines meiner Probleme mit den Hündlern, beziehungsweise mit den kommunalen Hundehinterlassenschaften-Tüten. Die sind nämlich aus Plastik. Tüten aus Plastik? Werden die nicht schon seit Jahren verdammt? Werden die nicht für den zunehmenden Platikmüll in unserer Landschaft und in unseren Meeren verantwortlich gemacht? Muss ich nicht beim Einkauf als Tütentrottel für jede Tüte extra bezahlen?

Und die Hündler? Die behaupten ja, dass sie die Tüten schon mit der Hundesteuer bezahlt haben. Doch ob da nun Tüten hängen oder nicht, jeder Hündler muss die Tretminen seiner Hunde beseitigen. Das heißt, wenn so ein Hund nur dreimal am Tag so eine Tretmine produziert, braucht der Hündler eben drei Plastiktüten. Nehmen wir den Taschenrechner und gehen von nur fünf Millionen Hunden in Deutschland aus und unterstellen, dass alle Hündler gesetzestreue Menschen sind, so fallen an nur einem Tag 15 Millionen solcher Tüten an. Auf das Jahr gerechnet sind das 5.475.000.000 - in Worten: fünf Milliarden, vierhundertfünfundsiebzig Millionen - Tüten. Wiegen die nur 5 Gramm, so kommt ein Berg von 27,375 Tonnen heraus. Wohlgemerkt, nur für ein Jahr und das vor allem Dank staatlicher Anordnungen und mit tatkräftiger Hilfe der Kommunen.

Noch eine andere Rechnung gefällig? Wenn so ein Tretminen-Beseitigunstütchen nur eine Größe von 10 x 15 cm hat, so sind das 150 Quadratzentimeter. Das entspricht - alle Tüten zusammen genommen - einer Fläche von gut 82 Quadratkilometern pro Jahr. Wie viel davon wirklich im Müll landet, weiß wohl niemand, doch ganz sicher nur ein Bruchteil.

Wann wird endlich mal die Politik auf so ein besch... Problem aufmerksam? Oder sind die Milliarden, die Hundebesitzer für den Wirtschaftsstandort Deutschland und die Steuereinnahmen für die Kommunen so wichtig, dass man hier beide Augen zudrückt? Kann es auch sein, dass der Politik die Hündler viel wichtiger als Wähler sind, als das man sich hier auch um den Umweltschutz kümmert? Wenn das so ist, warum dann der Leinenzang für Hunde, warum dann die ganzen Debatten um Hundeführerschein und Kampfhunde?

Hoffentlich latsche ich beim Weg zum Bäcker nicht wieder in eine Tretmine.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Vielleicht nehmen Sei beim nächten Gassi gehen eine Papiertüte mit.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 10.07.2018

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