Die Leichtigkeit des Lebens im Glas

Sommerweine aus dem Weingut Franz Schindler

Erfrischend und trotzdem voller Geschmack, dazu noch ein toller Duft - das zeichnet Sommerweine aus! Man verbindet sie mit Gartenpartys oder lauen Sommerabenden auf Terrasse und Balkon.

Sommerweine sind ein Sinnbild für die Leichtigkeit des Lebens. Ob Weißwein, Roséwein oder ein spritziger Frizzante – das Weingut Franz Schindler trifft jeden Geschmack.

Winzer Ferry Schindler erklärt uns den Werdegang der Sommerweintraube – von der Rebe ins Glas.

Baut ihr für eure Sommerweine extra spezielle Traubensorten an?
Ferry Schindler:
Schon mein Großvater hat Sorten für Sommerweine vinifiziert. Ich konnte diese also übernehmen und nach neuesten Qualitätskriterien ausbauen. Es handelt sich hier in erster Linie um Welschriesling, Muskat Ottonel und ausgewählte Lagen von Blaufränkisch für unseren Roséwein. Im Prinzip ist es ist aber fast egal, welche Traubensorte für einen Sommerwein hergenommen wird. Es liegt in erster Linie an der Philosophie des Winzers und natürlich an seinem Verständnis, die Frische, den Duft und den verlockenden Geschmack ins Glas zu bringen.

Muss man als Verbraucher nach einem heißen Jahr darum bangen, im darauffolgenden keine oder nur wenige Sommerweine kaufen zu können?
Ferry Schindler:  
Nein, nicht wirklich, denn mit moderner Kellertechnik ist es jedes Jahr möglich, leichte, fruchtige, ja fast süffig wirkende Weine zu vinifizieren.  Der richtige Erntezeitpunkt, das technische Know-how und die entsprechende Ausrüstung sowie natürlich das Wissen und der Wille des Winzers spielen dabei eine wichtige Rolle. Dieser kann auch in den sogenannten heißen „Rotweinjahrgängen“ dafür sorgen, dass es den nachfolgenden warmen Jahreszeiten nicht an leichten, fruchtigen Weinen fehlt.

Aber an gewissen Dingen sollte man sich beim Anbau von Sommerweinen schon orientieren, oder?    
Ferry Schindler:
Ja, natürlich! Allein die Wahl des Standortes und die Bewirtschaftung der Rebanlagen über die ganze Vegetationsperiode hinweg hat großen Einfluss auf das Endergebnis. In unserer Region, am Westufer des Neusiedlersees, sind es vor allem leichte Böden auf eher schattigen Lagen, welche das meiste Frucht-Säurespiel in den Trauben erzeugen können. Dazu gehört die erwähnte, richtige Bearbeitung der Rebstöcke. So haben es diese Trauben lieber, wenn sie sich unter einer dichten Laubwand an heißen Sommertagen verstecken können. Auch den richtigen Erntezeitpunkt darf man nicht verfehlen! Während die Trauben für die Primär-Weine vollreif geerntet werden, schneidet man die Trauben für die leichten fruchtigen Weine schon in der sogenannten Bukettreife von den Reben. Dadurch erzielt man zwar weniger Zuckergradationen, (welche allerdings auch für leichte Weine nicht wesentlich ist,) dafür aber, wie der Name des Reifestadiums schon sagt, das meiste Bukett, Frucht und rassige Säure.

Wie werden die Trauben nach der Ernte dann zum Sommerwein verarbeitet?  
Ferry Schindler:   
Nun liegt es am Kellermeister, den Geschmack und den Duft der Trauben in die Flasche zu bringen. Rasch und schonend sollte die Verarbeitung vor sich gehen. Ohne Kühlvorrichtungen hat man im modernen Weinbau wohl kaum Chancen. Durch gezielte Maischekühlung verhindert man ungewolltes Angären und andere mikrobiologische Aktivitäten. Außerdem kann man so die notwendige Maischefermentation ausdehnen. Diese sieht bei uns eine Standzeit von bis zu 24 Stunden vor. Abgekühlt, auf unter 10 Grad, laugt der Most wertvolle Aromen aus der Beerenschale, welche bei sofortigem Abpressen verloren wären. Erst dann wird die Maische schonend abgepresst und für die Gärung vorbereitet, indem vor allem die groben Trübungen entfernt werden. Diese startet mit Hilfe von Reinzuchthefestämmen schon Stunden nach der Pressung. Temperaturgesteuert verläuft sie fast jedes Jahr so ab, wie es der Kellermeister gerne hat, wobei immer wieder sture, gärende Moste überraschen und dafür sorgen, dass es nicht zu einfach ist.

Wann ist der fertige Sommerwein dann abfüllbereit?  
Ferry Schindler:           
Nach langsamer, gut gekühlter Vergärung werden frisch-fruchtige Weißweine schon 5 bis 6 Wochen nach der Ernte filtriert und in Flaschen abgefüllt. So wie z.B. unser Rosé, unser Welschriesling oder unser Muskat Ottonel. Wer nicht mehr bis zum nächsten Sommer warten möchte, kann diese Weine meist schon gegen Mitte, Ende November genießen.

Zwei Sommerweine aus dem Weingut Franz Schindler

Rosé – Blaufränkisch

Der Blaufränkisch ist nicht nur eine der wichtigsten Sorten für große österreichische Rotweine und Rotweincuvées, sondern, dank seiner sehr fruchtigen Charakteristik auf entsprechendem Boden, auch zur Rosé-Erzeugung geeignet.
Durch das rasche Abpressen erhält der Wein seine typische rosa Farbe und den Charakter eines Weißweines. Dieser Rosé ist ein leichter, fruchtiger Wein, der aufgrund seines Säuregerüstes sehr spritzig und erfrischend wirkt.
Er sollte jung und gut gekühlt getrunken werden. Die zarte Restsüße verleiht diesem Wein einen angenehmen Abgang und macht ihn so zu einem vorzüglichen Tropfen, der zu jeder Zeit genossen werden kann!

Muskat Ottonel
Der Muskat Ottonel ist eine Bukettsorte, die vor allem im Westen des Neusiedlersees von Liebhabern gesucht wird.
Die früh reifende Sorte wird in der Regel jedes Jahr als erstes geerntet, um die Trauben mit optimaler Bukettreife keltern zu können. Das Ergebnis ist eine unverwechselbare muskierende Nase und ein säurearmer angenehmer Abgang. Der Wein wird durch einen Gärstopp lieblich ausgebaut und behält so eine elegante Restsüße, die ihm mehr Substanz und Geschmack am Gaumen verleiht.
Bei richtiger Lagerung bleibt das typische Aroma bis ins hohe Alter gut erhalten.

Foto: Regina Rettenbacher

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