Morgengruß von Helmut Harff: Uff

Zu Besuch in Bad Salzuflen...

Manchmal ist das Leben schon komisch: Eigentlich wollte ich - wie schon mehrmals - mit den Belgiern am Sonnabend deren Spiel gegen England um Platz drei der Fußball-WM in der Belgischen Botschaft verfolgen und dabei belgisches Bier und die besten Fritten weit und breit genießen.

Doch daraus wird nichts, denn ich bekam eine kurzfristige Einladung zu einer Pressereise. Das Ziel war nicht gerade ein Hotspot und der Anlass nun auch nicht weltbewegend. Ich sollte mich auf den Weg nach Bad Salzuflen machen. Uff dachte ich, da gibt es sicherlich noch Leute, die schon vor 200 Jahren die Eröffnung des Fürstliches Solebades miterlebten. Solche Bäder sind ja vielfach der Tummelplatz der Rollator-Gangs.

Also machte ich mich mit der besten Frau der Welt - sie wie immer cool und sicher am Steuer - auf nach Bad Salzuflen, das seinen Namen als Salz- und Solestadt nicht umsonst hat. Trotz eines Baustelleneldorados war die Fahrt bis Bad Salzuflen völlig entspannt - zumindest für mich auf dem Beifahrersitz. Doch dann ging es los. Nicht nur dass Bad Salzuflen eine ausgeprägte Fußgängerzone und einen großen Drang zu Einbahnstraßen hat, baut man auch hier sehr gern und vor allem mitten in der Stadt. Nicht einmal ein Taxifahrer konnte die Route bis zu unserem Hotel richtig beschreiben. Nach einer halben Stunde rumfahren durch wahrscheinlich alle Straßen standen wir dann vor unserem Hotel. Uff, war das, was ich noch denken konnte.

Uff war dann auch das nächste, was mir durch den Kopf ging, als wir unser Hotelzimmer begutachteten. Das war aber ein sehr freudiges Uff. Das Uff fiel deutlich wenigen positiv bei unseren ersten Schritten durch Bad Salzuflen aus. Wie gesagt, überall Baustellen und leider auch viele Bausünden. Mit denen begann man schon kurz nach dem 2. Weltkrieg und hörte frühestens in den 1980er Jahren auf. Ein Uff entwich mir wieder, und das war voller Tragik und Trauer.

Doch wie das so ist im Leben, nicht immer ist der erste Eindruck auch der richtige. Bad Salzuflen scheint kein Eldorado für Rollator-Gangs zu sein. Ganz im Gegenteil, viele junge und jüngere Leute bevölkern die Stadt und vor allem im Kurpark (ein aufrichtiges Uff wert) und an den Gradierwerken sah ich viele kleine Kinder. Hoffentlich mussten die in ihren jungen Jahren nicht schon zur Kur.

Ein ganz privates Uff gilt Astrid´s Hutmoden, direkt am Markt gelegen, auch wenn nicht ich, sondern die beste Frau der Welt dort fündig wurde. Der Hut der Modistin ist wirklich Uff.

Mal sehen wie die Bad Salzufler heute die Eröffnung des Fürstliches Solebades vor 200 Jahren feiern. Sie können das hier übrigens mit verfolgen.

Ich bin gespannt, wie nun das Uff für das Frühstück im Hotel "Arminius" ausfallen wird.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Ach ja: Ich drücke den belgischen Fußballern dennoch alle Daumen.

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