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Morgengruß von Helmut Harff: Blind und ohne Zähne

… trotz voller Kassen bei Krankenkassen

Es soll wie ein gute Nachricht klingen: Unser Gesundheitsminister Jens Spahn will die Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse senken. Die Kassen schwimmen nach Ansicht des CDU-Mannes im Geld und das will er ändern. Wobei, unter dem Strich haben wir nichts davon, denn die Zahlungen in die Pflegeversicherung steigen deutlich. Doch das nur am Rande.

Andererseits will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil Milliarden Euro dafür locker machen, Langszeitarbeitslose in Arbeit, in eine sozialversicherungspflichtige Arbeit zu bringen. Solche Ideen sind nicht neu, aber warum es nicht noch einmal versuchen, scheint der SPD-Mann zu denken.

Doch warum beschäftigen mich beide Ministervorschläge? Die haben doch eigentlich gar nichts miteinander zu tun. Haben sie nicht? Da bin ich ganz anderer Ansicht. Ich glaube, nein ich bin überzeugt davon, dass beides direkt miteinander zusammen hängt. Ich glaube, dass die gesetzlichen Krankenkassen einfach nicht ihre Aufgaben wahr nehmen und das direkte Auswirkungen auf Menschen hat, die sehr wenig verdienen oder eben als Langszeitarbeitslose auf geringe staatliche Transferleistungen angewiesen sind. Diese Menschen laufen viel zu häufig halb blind und mit schlechten Zähnen durchs Leben.

Wobei ich beobachte, dass die Betroffenen eben nicht durchs Leben laufen, sondern sich eher verstecken oder ihre Unzulänglichkeiten im Alkohol oder in vielem Essen verstecken. Es ist ein Teufelskreis, in dem sich diese Menschen bewegen: Wenig Geld = gleich keine neue Brille = schlecht sehen = gleich wenig Teilhabe am öffentlichen Leben = gleich Folgeerkrankungen. Das gleiche noch einmal: Wenig Geld und schlechte Zähne = keinen Zahnersatz = Schmerzen und Folgeerkrankungen = schlechtes Aussehen = kein Selbstvertrauen. In beiden Fällen steht am Ende: Kein Job!

Warum? Ist doch klar. Wer stellt schon jemand mit einem sichtbar maroden Gebiss ein, der angesichts einer sehr alten Brille nicht mehr richtig sehen kann? Ob die Herren Spahn und Heil in ihrem Büro jemanden beschäftigen würden, der eben nur noch schlecht sieht und dem sichtbar die Hälfte der Zähne fehlen?

Doch nun zurück zum Beitrag zur gesetzlichen Krankenkasse. Wieso verfügt Minister Spahn nicht, dass die gesetzlichen Krankenkassen wieder – wir Alten erinnern uns noch – die Kosten für eine Brille (vor allem für die Gläser) und die gesamten Kosten für eine vernünftige Gebißversorgung übernehmen? Es würde ja reichen, wenn er das für einkommensschwache Menschen tun würde. Die könnten dann wieder vernünftig sehen und zubeißen. Das würde dazu führen, dass sie wieder vernünftig am Leben teilnehmen können. Vielleicht gibt es für diese Menschen dann sogar Jobs in einem Bundesministerium.

So eine Maßnahme würde sich unter dem Strich ziemlich sicher rechnen. Die Menschen könnten in die Arbeitswelt zurück kehren und würden so in die Sozialsysteme einzahlen. Der Staat spart nicht nur Transferleistungen, sondern nimmt auch noch Steuern ein. Auch die gesetzlichen Krankenkassen würden profitieren, denn es würden viele teure Folgeerkrankungen ausbleiben. Man könnte also in relativ kurzer Zeit wieder darüber nachdenken, was man mit den Überschüssen der Kassen macht.

Ich wünsche mir Minister, die nicht blind und ohne Biss durchs Leben tappeln. Doch dafür sind nicht die Krankenkassen, sondern wir Wähler zuständig.

Ich muss mal sehen, in welches Frühstücksbrötchen ich gleich genussvoll beißen werde.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay/ Vitoria Gasteiz

 


Veröffentlicht am: 12.10.2018

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