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Morgengruß von Helmut Harff: Der Schicksalstag der Deutschen

Der 9. November hat was unheimliches…

Eigentlich ist meine heutige Überschrift Quatsch. Ein Volk, eine Nation hat kein Schicksal, es hat eine Geschichte, für die es selber verantwortlich ist. So ein Tag ist für uns Deutsche ohne Zweifel der heutige 9. November.

Für mich zeigt dieses Datum, wie wechselvoll unsere Geschichte ist. Es zeigt auch, dass Geschichte nicht schwarz und weiß ist. Für mich zeigt der 9. November darüber hinaus, dass Umwälzungen, nennt man sie nun Revolutionen oder nicht, gravierenden Auswirkungen haben – auch solche, die man wohl eher nicht wollte. Betrachte ich, was so alles an einem 9. November in den vergangenen 100 Jahren passiert ist, zeigt das, dass auch die Demokratie uns nicht vor bis dato unvorstellbaren Katastrophen bewahren kann.

Da war vor 100 Jahren die Novemberrevolution. Sie beendete die Monarchie in Deutschland, beendete den Krieg aller Kriege, den 1. Weltkrieg und brachte Deutschland die Republik und damit die Demokratie. Toll! Sieht man genau hin, war das aber weniger toll. Was dann folgte, waren die alles andere als die so gern beschworenen  Goldenen Zwanziger. Es regierte eher das Chaos und die Republik tanzte auf dem Vulkan oder noch viel eher immer am Rande des Abgrundes. So war es wieder ein 9. November, als ein gewisser Adolf Hitler die politische Bühne betrat. Am 9. November 1923 scheiterte der Hitler-Ludendorff-Putsch in München.

Zehn Jahre später gewann der Mann und seine Partei ganz demokratische Wahlen und errichtete eine Wahnsinns-Diktatur, die folgerichtig zur Reichsprogromnacht führte. In Deutschland wütete vom 7. bis 13. November 1938 ein Mob gegen jüdische Mitbürger, plünderte und mordete.

Dann dauerte es bis 1967, bis wieder ein 9. November im Mittelpunkt des Interesses stand. Bei der feierlichen Amtseinführung des neuen Rektors der Hamburger Universität entfalteten Studenten ein Transparent mit dem Spruch "Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren". Der wurde zum Symbol der 68er-Bewegung.

Und dann gab es ein Ereignis an einem 9. November, den uns Deutschen wohl niemand zugetraut hat. Mit der Öffnung der Berliner Mauer, initiiert von einem SED-Granden und erzwungen von zumindest mehrheitlich völlig unrevolutionären aber sehr frustrieten DDR-Bürgern, begann das direkte Ende der DDR und das, was man heute gern Wiedervereinigung nennt.

Betrachtet man all diese Dinge, so kann man auf den Gedanken kommen, dass es uns am besten bekommt, wenn man die Waffen im Schrank lässt, wenn die Vernunft siegt, wenn man einsieht, dass man abgewirtschaftet hat, wenn man sich mit friedlichen Mitteln wehrt.

Allein aus diesem Grund, aber auch mit Blick auf unsere Geschichte im 20. Jahrhundert verstehe ich überhaupt nicht, warum dieser 9. November nicht unser Nationalfeiertag ist. Ich kenne die Argumentation, wonach es nicht geht, diesen Tag vor dem Hintergrund  der Reichsprogromnacht zum Feiertag zu machen. Ja, an diesem Tag klebt Blut. Doch wenn man sich umsieht, so klebt an vielen Nationalfeiertagen Blut und man weiß überall darum. Wir sollten mehr Mut haben, zu unserer Geschichte zu stehen. Dann braucht es auch keinen Ersatzfeiertag wie den 3. Oktober, den eigentlich kaum jemand interessiert.

Ich jedenfalls bereite jetzt ein feiertägliches Frühstück vor.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 09.11.2018

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