Harff trifft: Jan Ammann - Kavalierbariton

Der Musicalstar überzeugt nicht nur mit seiner Stimme

„Die größten Musical Hits aller Zeiten“  - das ist die ganze schillernde und aufregende Welt der Musicals, dargeboten von fünf Stars der Musicalbühnen im deutschsprachigen Raum: Alexander Klaws, Jan Ammann, Mark Seibert, Roberta Valentini und Sabrina Weckerlin.

Diese Ausnahmekünstler schlüpfen in all die großen Rollen der Musicalgeschichte wie Elisabeth, Tarzan, Graf von Krolock, König Ludwig, Jesus von Nazareth und Molly und Sam in „Ghost“.

Jan Ammann zählt zu den Topstars der deutschen Musicalszene. Neben seiner Karriere als gefragter Solist bei zahlreichen Konzerten, feierte er als mysteriöser Graf von Krolock in „Tanz der Vampire“ und in der Titelpartie des Musicals „LUDWIG² - Das Musical“ über den bayrischen König Ludwig seine größten Bühnenerfolge. 2018 spielt er u.a. die Titelpartie in der deutschen Erstaufführung des Musicals „Doktor Schiwago“ und kehrt als Bayernkönig zum Musical „LUDWIG²“ zurück.

Genussmaenner.de-Chefredakteur Helmut Harff traf Jan Ammann anlässlich der Vorstellung  der Tournee „Die größten Musical-Hits aller Zeiten“ im März 2019 in Deutschland und Österreich.

Herr Ammann, mir fiel auf, dass es in dem Pressematerial über Sie keine Angaben über ihre Stimmlage oder ihre künstlerische Ausbildung gibt. Bei einem Opernsänger, der nicht mehr können muss als Sie, wäre das undenkbar.
Jan Ammann:
Es freut mich, dass Ihnen das aufgefallen ist. Ja, das stimmt. Ich glaube, dass das auch daran liegt, dass das Musical kommerzieller ausgerichtet ist, als eben die hoch subventionierten Opern. Da legt man Wert auf anderes.

Wo haben Sie denn nun singen gelernt?
Jan Ammann:
Ich habe in der Tat Operngesang studiert. Das in München.

Ich würde sagen, dass Sie ein Bariton sind. Liege ich da richtig?
Jan Ammann:
Nicht ganz. Ich bin ein Kavalierbariton.

Was fasziniert Sie am Musical?
Jan Ammann:
Ich liebe die Wort-Ton-Dichte beim Musical. Es gibt ein wunderschönes Zusammenspiel von Tanz, Schauspiel und Gesang.

Das gab es zumindest auch hier in Berlin an der Komischen Oper.
Jan Ammann:
Ja, aber Oper ist doch etwas anderes. Da gibt es eine gewisse Form von Fertigkeit, alles muss perfekt sein, jeder Ton muss sitzen. Das ist im Musical etwas anderes. Da kommt es nicht darauf an, jeden Ton perfekt zu treffen, da kommt es mehr darauf an, Emotionen zu transportieren.

Was mir auffällt, es gibt einen wahre Flut von Musicals, von denen viele sehr schnell und auf Nimmerwiedersehen in der Versenkung verschwinden. Das das für Sie ein Problem?
Jan Ammann:
Für mich eigentlich nicht. In Deutschland laufen die Musicals, auch die nicht so erfolgreichen schon noch einige Zeit. Am Broadway verschwinden die schon mal nach wenigen Tagen. Das Problem ist, dass im Gegensatz zur Oper das Musical in den meisten Fällen nicht subventioniert ist. Das wird privat finanziert. Da ist Erfolg das Maß der Dinge und die Fallhöhe sehr hoch. Da kann man sich schnelle Flops nicht leisten.

Was sind Ihre Ziele für die nächste Zeit?
Jan Ammann:
Ich singe und spiele gerade, wie schon lange, Musicals. Nun denke ich darüber nach, etwas zurück zu rudern. Ich möchte mich wieder mehr der Klassik widmen. Ich möchte wieder mehr Lieder singen, was ich wirklich sehr mag. Ich denke an einen Liederzyklus, nur ich mit meiner Stimme und das im Zusammenspiel mit einem Pianisten.

Foto: Günther  Dorn/marketingmensch.de

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