Wirtschafts-News vom 1. März 2019

Michael Weyland informiert...

(Michael Weyland) Im Mobilitätssektor verschärft sich der Kampf um die Kundenschnittstelle: Auto-Abonnements sind das nächste Spielfeld für Autohersteller, Mietwagenbetreiber und Start-ups. Doch sind Auto-Abos ein tragfähiges Konzept für die Mobilität der Zukunft? Eine aktuelle Umfrage von Oliver Wyman zeigt: Es existiert ein Anfangsinteresse am Auto-Abo - begleitet von auffälliger Zahlungsbereitschaft im Hochpreissegment. Gerade im Premiumbereich entstehen neue Chancen für flexible Anbieter.

Ob Software, Streamingdienste oder Fitnessstudios - das Geschäftsmodell Abonnement ist in vielen Branchen etabliert. Doch ein Abo für Autos? "Die Kunden sind erst dabei, sich an diesen Gedanken zu gewöhnen", sagt man bei Oliver Wyman. Auf den ersten Blick wirken die Zahlen ernüchternd, die die Strategieberatung in einer Umfrage unter 500 deutschen und 500 amerikanischen Teilnehmern erhoben hat: Demnach äußern nur 26 Prozent in Deutschland und 14 Prozent in den USA ein grundsätzliches Interesse an dieser neuen Form der flexiblen Autonutzung. Doch könnten sich drei von zehn Interessenten in Deutschland vorstellen, ihr Auto zugunsten eines Abo-Modells abzuschaffen.

Anders als Car-Sharing spricht das Abo-Modell auffällig viele Kunden mit hoher Zahlungsbereitschaft an: 31 Prozent gaben an, eine Monatsrate von über 1.000 Euro für akzeptabel zu halten, 23 Prozent davon zeigten sich mit über 1.250 Euro einverstanden. Auf der anderen Seite sind 55 Prozent aller in Deutschland befragten Konsumenten monatlich bereit, maximal 500 Euro für das Auto im Abo zu investieren, doch bei der Strategieberatung betrachtet man vor allem die Werte für das Premiumsegment als Ansporn: "Hersteller müssen einen Weg finden, diese Zahlungsbereitschaft auszuschöpfen."

Gelingen kann das über eine genaue Kenntnis des Kundenbedürfnisses. Ganz oben auf der Wunschliste steht die Verfügbarkeit des Wunschautos. Für 35 Prozent der in Deutschland und 50 Prozent der in den USA befragten Verbraucher ist das der wichtigste Aspekt in der Wahl eines Auto-Abonnements. Doch der Haupt-Kundenwunsch trifft einen wunden Punkt: "Hersteller stehen vor großen Herausforderungen, Spitzenbedarfe nach gewissen Fahrzeugen vorzuhalten, zum Beispiel im Sommer genügend Cabrios und im Winter ausreichend SUVs, die dann in anderen Jahreszeiten weniger gefragt sind," sagt man. "Je spezifischer die Fahrzeuge im Pool definiert sind, desto teurer wird der Balanceakt." Andere Präferenzen sind leichter zu bedienen: So spielt im deutschen Markt für 29 Prozent die zulässige Jahreskilometerzahl eine wichtige Rolle.

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