Porsche forscht zum dritten Mann

... neben Ferdinand Porsche und Anton Piëch



Porsche unterstützt ein Forschungsprojekt zum dritten Unternehmensgründer neben Ferdinand Porsche und Anton Piëch. Im gemeinsamen Auftrag mit der Adolf Rosenberger GmbH aus München soll Prof. Dr. Joachim Scholtyseck von der Universität Bonn mehr über den Rennfahrer und Geschäftsmann Adolf Rosenberger herausfinden. Er war als Mitbegründer, Gesellschafter und Geschäftsführer an der Entstehung des Konstruktionsbüros im April 1931 beteiligt gewesen.


Ausgangspunkt ist eine vor fünf Jahren veröffentlichte Arbeit von Prof. Dr. Wolfram Pyta mit dem Titel „Porsche – Vom Konstruktionsbüro zur Weltmarke“. Sie schildert die Anfänge von Porsche bis in die direkte Nachkriegszeit, in der zum ersten Mal in einer wissenschaftlichen Studie auch das Schicksal von Adolf Rosenberger dargestellt wurde. Die im Jahr 2019 gegründete gemeinnützige Adolf Rosenberger gGmbH hielt die Arbeit allerdings für unvollständig und kam daher auf Porsche zu. Seither arbeiten Porsche und die Vertreter der Nachfahren Adolf Rosenbergers gemeinsam an einer umfassenden und ergänzten Aufarbeitung unter Berücksichtigung aller bekannter Quellen und des Rosenberger Archivs. Zu den Recherchen sollen erstmals bislang nicht berücksichtigte Unterlagen aus dem Besitz der Familie Rosenberger herangezogen werden. Auch sämtliche Materialen, die Porsche vorliegen, werden dem Forschungsteam zur Verfügung stehen.

Schwerpunkte der von Porsche finanziell unterstützten Nachforschungen sind unter anderem Adolf Rosenbergers Kindheit in Pforzheim und die Begegnung mit Ferdinand Porsche bis zur Gründung des Konstruktionsbüros. Ein besonderer Fokus liegt auf den Fragen, warum Adolf Rosenberger 1933 als Geschäftsführer und 1935 als Gesellschafter bei Porsche ausschied, bevor er 1938 in die USA emigrierte und dort unter dem Namen Alan A. Robert ein neues Leben begann. Der weitere Kontakt zu Porsche und die Rolle von Ferry Porsche bis zum Tod von Adolf Rosenberger 1967 wird ebenfalls untersucht. Die Ergebnisse werden anschließend in deutscher und englischer Sprache als Buch veröffentlicht.

Prof. Dr. Joachim Scholtyseck ist ein renommierter Zeithistoriker und hat unter anderem zu den Unternehmern Günther Quandt (2011), Otto Beisheim (2020) und Reinhard Mohn (2020) sowie zu den Unternehmen National-Bank (2011), Freudenberg (2015) und Merck (2018) geforscht. Die gemeinnützige Adolf Rosenberger GmbH vertritt die Interessen der Vertreter der Nachfahren von Adolf Rosenberger, die das Leben und Wirken des jüdischen Vorfahren vollständig aufarbeiten wollen. Dahinter steckt auch das Anliegen, ein Zeichen gegen Antisemitismus, Diskriminierung und Ausgrenzung auch in der heutigen Zeit zu setzen. (aum)

Foto: Autoren-Union Mobilität/Porsche

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