Gesundheits-News vom 3. März 2023

Die Selfie Dysmorphie



Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) setzt sich seit über zwei Jahren dafür ein, dass vor allem die junge, noch leicht zu beeinflussende, Zielgruppe im Umgang mit Sozialen Medien geschützt wird. „Die Selfie Dysmorphie" beschreibt den Wunsch, im realen Leben so auszusehen, wie auf eigenen, mit Filter bearbeiteten Bildern.

Die steigenden Zahlen zeigen uns, dass beim Thema „Beeinflussung durch soziale Medien“ dringender Handlungsbedarf besteht,“ sagt man bei der DGÄPC. Die aktuelle DGÄPC Statistik 2022 bestätigt die zunehmende Einflussnahme auf die eigene optische Wahrnehmung. Denn während im Jahr 2020 lediglich 2,3 % der Befragten und 2021 4,0 % der Befragten angaben, dass Posts in den Sozialen Medien den Wunsch nach persönlicher Veränderung verstärken, sind es 2022 mehr als 10 % aller Befragten in der Zielgruppe von 18 – 80+.

Bei der jungen Zielgruppe unter 30 fand gegenüber 2021 eine Steigerung von 9,0 % auf 20,9 % statt. Zudem gibt man noch einen weiteren wichtigen Aspekt zu bedenken: „Es gibt in unserem Bereich auch weniger seriöse, nicht fachärztliche Kollegen, die mit Bildern werben, von denen niemand weiß, ob diese eventuell bearbeitet sind. Eine Kennzeichnungspflicht schützt dann unter anderem auch davor, dass nicht reelle Ergebnisse einfach so gezeigt werden können.“ Besonders stark betroffen: Die Generation Z!

In der Altersgruppe, die zwischen 1997 und 2012 zur Welt gekommen ist, der so genannten Generation Z, sind die Zahlen mit einer Steigerung von über 130% Prozent alarmierend. Die Perfektion, die von Filtern und spezieller Software auf den sozialen Medien suggeriert wird, ist häufig realitätsfern. Filter strecken die Silhouette, idealisieren Proportionen, befreien die Haut von Makeln, vergrößern Augen und Lippen – teilweise auf eine groteske Art und Weise. Eine Kennzeichnungspflicht, wie bereits in Norwegen und Frankreich, von kommerziell genutzten und durch Software optimierten Bildern, wäre ein wichtiger Schritt. So würde klar erkennbar: Dieser Körper oder dieses Gesicht ist digital bearbeitet! Das Ziel sollte sein, jungen Menschen den Druck zu nehmen, einer vermeintlichen Perfektion nachzueifern.

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