(djd). Ob beim Grillabend, auf Partys oder im Kollegenkreis – das Glas Wein oder Bier gehört für viele Deutsche einfach dazu und ist in der Gesellschaft fest verankert. Die Grenze zwischen Genuss und problematischem Konsum ist dabei oft fließend – und wird von vielen unterschätzt.
Der Konsum ist hierzulande sogar besonders hoch: Im Durchschnitt trinkt jeder Bundesbürger mehr als zehn Liter reinen Alkohol pro Jahr – deutlich mehr als beispielsweise in Italien (7,7 Liter), Schweden (7,5 Liter) oder Griechenland (6,3 Liter).
Es gibt kein gesundes Maß
Dabei warnt die Weltgesundheitsorganisation: Bereits kleine Mengen Alkohol können gesundheitsschädlich sein. „Auch das oft zitierte gesunde Glas Rotwein ist ein Mythos. Frühere Studien dazu wurden inzwischen klar widerlegt“, erklärt Juliane Mentz, Pressesprecherin der IKK classic. Um für dieses Thema zu sensibilisieren, bietet die Innungskrankenkasse unter anderem den Online-Kurs „Gesundheitsbewusster Umgang mit Alkohol“ an – kostenlos für Versicherte, die noch keine zwei Präventionskurse im Jahr absolviert haben. „Ergänzend bezuschussen wir pro Jahr zwei zertifizierte Gesundheitskurse mit bis zu 90 Euro, etwa zu den Themen Stressbewältigung, Ernährung oder Bewegung“, so Mentz.
Schädliche Folgen
Denn eines ist klar: Alkohol wirkt als Zell- und Nervengift und kann viele Organe schädigen – besonders die Leber, das Herz-Kreislauf-System, das Gehirn sowie das Immunsystem. Auch das Risiko für verschiedene Krebsarten steigt nachweislich. Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen werden durch regelmäßigen Konsum begünstigt. Trotz dieser Gefahren wird Alkohol oft verharmlost – nicht zuletzt durch hartnäckige Mythen. So soll etwa die Reihenfolge von Bier und Wein über den Kater entscheiden oder Schnaps den Körper wärmen. Tatsächlich zählt nur die Menge. Und Alkohol kühlt den Körper aus, trübt schnell Wahrnehmung und Urteilsvermögen – auch wenn er zunächst lockerer macht.
Tipps zum Alkoholkonsum
Ein bewusster Umgang mit Alkohol kann gesundheitliche Schäden deutlich verringern. Folgende Empfehlungen sind sinnvoll:
- Alkoholkonsum möglichst ganz vermeiden oder zumindest auf ein Minimum reduzieren, da bereits geringe Mengen als bedenklich gelten.
- Regelmäßig alkoholfreie Zeiten einplanen, um dem Körper Erholung zu ermöglichen und das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen. Programme der Krankenkassen wie die www.ikk-classic.de bieten Unterstützung.
- Besonders gefährdete Gruppen wie Jugendliche, Schwangere oder Menschen mit psychischen Erkrankungen im Blick behalten – hier können schon geringe Mengen gravierende Folgen haben.
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