Jede dritte Person hat mulmiges Gefühl im Tunnel

Zu Unrecht – sagt das Fernstraßen-Bundesamt



(djd). Für Millionen Menschen ist die Fahrt durch einen Straßentunnel tägliche Routine. Doch wie sicher fühlen sie sich dabei? Und wissen sie genau, was zu tun ist, falls es zum Unfall kommt? Eine Umfrage im Auftrag des Fernstraßen-Bundesamtes (FBA) zeigt, wie die Menschen in Deutschland über Tunnelsicherheit denken – und offenbart eine gefährliche Wissenslücke beim Notruf.

Sicherheit hängt vom Handeln jedes Einzelnen ab


Zunächst die gute Nachricht: Das allgemeine Sicherheitsgefühl ist hoch. 69 Prozent der Befragten fühlen sich beim Durchfahren von Straßentunneln sicher. Das bedeutet aber auch, dass jeder beziehungsweise jede Dritte mit einem unguten Gefühl durch deutsche Straßentunnel fährt. Doris Drescher, Präsidentin des FBA, das seit 2023 eine Informationskampagne für Tunnelsicherheit durchführt: „Moderne Straßentunnel gehören zu den sichersten Verkehrswegen, doch ihre Sicherheit hängt maßgeblich vom aufgeklärten und verantwortungsvollen Handeln jedes Einzelnen ab.“

Hochentwickelte Sicherheitseinrichtungen

Ein genauer Blick auf die Zahlen offenbart eine spannende Erkenntnis: Obwohl sich viele Verkehrsteilnehmende im Tunnel grundsätzlich sicher fühlen, spüren sie mehr Unsicherheiten als unter freiem Himmel. 44 Prozent der Befragten finden das Fahren im Tunnel unsicherer als auf einer Straße im Freien. Gleichzeitig sieht aber fast die Hälfte (48 Prozent) keinen Unterschied und fühlt sich etwa gleich sicher. Dafür gibt es viele hoch entwickelte Sicherheitseinrichtungen: Videoüberwachung und Notrufstationen mit Verbindung zur Tunnelleitzentrale sind im Notfall entscheidend und sorgen für maximale Verkehrssicherheit in Tunneln.

Notruf im Tunnel: Die Notrufstation als sicherer Anker


Im Ernstfall zählt jede Sekunde. Doch gerade hier offenbart sich eine alarmierende Wissenslücke: 48 Prozent der Befragten und 69 Prozent der Unter-30-Jährigen würden die Notrufnummern 110 oder 112 auf dem Handy wählen – im Tunnel ein falsches Verhalten. Notrufe sollten stets von der nächstgelegenen Notrufstation abgesetzt werden. „Ein Notruf übers Handy kommt bei der Rettungsleitstelle an, die Notrufstation ermöglicht dagegen eine direkte Verbindung zur Tunnelleitzentrale. Diese kann den Anrufenden präzise orten, sofortige Maßnahmen einleiten und Rettungskräfte gezielt zum Unfallort leiten“, erläutert Doris Drescher. Immerhin 47 Prozent der Menschen würden laut Umfrage richtigerweise zur nächstgelegenen Notrufstation gehen. Die Tunnelkampagne des FBA informiert über richtiges Verhalten in Tunneln und läuft unter dem Dach der vom Bundesministerium für Verkehr und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat initiierten Kampagne #mehrAchtung

Foto: djd/Fernstraßen-Bundesamt

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