Lippenherpes: Fakten statt Mythen

Was man über die schmerzhaften Bläschen wissen sollte



Lippenherpes gehört weltweit zu den häufigsten Virusinfektionen. Trotzdem bestehen zahlreiche Missverständnisse über die kleinen, schmerzhaften Bläschen an der Lippe. Fast jeder Mensch trägt das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) in sich, doch nur bei manchen Menschen kommt es regelmäßig zum Ausbruch. Die Debeka, Deutschlands größte private Krankenversicherung, räumt auf mit den häufigsten Irrtümern.

Mythos 1: Lippenherpes überträgt sich über schlecht gespülte Gläser

Wahr! Herpesviren sind nicht besonders widerstandsfähig, aber auf feuchten, glatten Oberflächen wie Glas kann das Virus bis zu mehreren Stunden infektiös bleiben. Wichtig bei einem Herpesausbruch ist, keine Gläser, Besteck oder Handtücher zu teilen, und diese bei mindestens 60 °C zu reinigen, um das Virus abzutöten.

Mythos 2: Herpes tritt nur auf den Lippen auf
Falsch! Tatsächlich tritt das Herpes-simplex-Virus an vielen verschiedenen Körperstellen auf und nicht nur an den Lippen. An Augen, Nase, Wangen, Genitalbereich oder Analbereich kommt Herpes vor. Eine Übertragung von Herpes ist auch durch Selbstansteckung möglich, beispielsweise über die Hände – von einer Körperstelle zur nächsten. Deshalb ist Hygiene während eines Ausbruchs besonders wichtig.

Mythos 3: Zahnpasta hilft gegen Lippenherpes

Jein, Zahnpasta ist kein geeignetes Mittel zur Behandlung von Lippenherpes. Zinkhaltige Zahnpasta hat eine leicht antivirale und entzündungshemmende Wirkung. Allerdings enthalten viele Zahnpasten reizende Stoffe, wie Menthol, Fluorid, Konservierungsstoffe oder Bleichmittel, die die empfindliche Haut zusätzlich reizen. Ist die Zahnpasta eingetrocknet und man entfernt sie, platzt das Bläschen wieder auf und erhöht das Risiko einer Zweitinfektion oder erneuten Ausbreitung.

Mythos 4: Herpes muss man einfach aussitzen

Jein, ein Herpesausbruch heilt in der Regel innerhalb von sieben bis zehn Tagen von selbst ab, aber das bedeutet nicht, dass man nichts tun sollte. Eine frühzeitige Behandlung verbessert den Verlauf deutlich. Antivirale Cremes verkürzen die Dauer und Heftigkeit des Ausbruchs, wenn sie beim ersten Kribbeln angewendet werden. Bei besonders starken oder häufigen Ausbrüchen verhindern Tabletten mit virushemmenden Wirkstoffen Komplikationen. Kühlende Gels, schmerzlindernde Cremes oder Hausmittel wie Zitronenmelisse oder Honig reduzieren Schmerzen, Brennen, Juckreiz und Spannungsgefühl deutlich.

Mythos 5: Wer einmal Herpes hatte, ist immun
Leider nein. Wer einmal Herpes hatte, ist nicht immun. Das Herpes-simplex-Virus bleibt lebenslang im Körper. Nach der Erstinfektion zieht sich das Virus in die Nervenzellen zurück. Dort verbleibt es in einem „schlafenden“ Zustand. Durch bestimmte Auslöser, wie Stress, Sonne, geschwächtes Immunsystem, kann das Virus jederzeit reaktiviert werden und ausbrechen. Mehrere Ausbrüche pro Jahr sind möglich, bei manchen Menschen sogar noch häufiger. Andere wiederum tragen das Virus lebenslang symptomlos in sich.

Foto: Debeka/KI 

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